Gemüsegarten am Meer anlegen
Tipps für schönes Gemüse im Garten an der Atlantikküste
Inhaltsverzeichnis
Gemüseanbau am Meer: Wind, salzige Gischt sowie sandiger, nährstoffarmer, stark drainierender Boden stellen besondere Ansprüche. Tipps zur Gemüsewahl.
Gärtnern am Meer: Vorteile
Am Atlantik: Wind und salzige Gischt fordern den Gemüsegarten. Doch mildes Klima erlaubt frühes und spätes Säen – für länger gutes Gemüse.
Schutz vor ständigem Wind
Das ist sicherlich die größte Schwierigkeit, die es zu umgehen gilt. Dennoch möchten Sie den Ausblick genießen. Es geht also nicht darum, den Raum vollständig abzuschirmen, sondern vielmehr darum, einen schützenden Pflanzenschirm für Ihren Gemüsegarten zu schaffen. Eine bepflanzte Windschutzhecke ist daher empfehlenswert: Sie mildert die Wucht des Windes, ohne die Landschaft zu verfremden. Einige Pflanzen sind besonders widerstandsfähig und eignen sich daher für die Pflanzung am Meer. Schaffen Sie eine grüne Barriere mit Sommertamarisken, Ölweiden mit leicht silbrigem Laub, Japanischen Spindelsträuchern, Säckelblumen, Cupressus macrocarpa, Lorbeerschneebällen, Roten Glanzmispeln, Zwergmispeln …

Sommertamarisken bilden an allen Küsten einen ausgezeichneten Windschutz
Um diese Windschutzhecke zu verstärken, können Sie Ihren Gemüsegarten zusätzlich mit Schilfrohrmatten oder geflochtenen Heidekrautmatten schützen – vorausgesetzt, Sie befestigen sie sehr sicher.
Entdecken Sie unsere Tipps zum Anlegen einer Windschutzhecke.
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Boden verbessern
Die größte Schwierigkeit beim Gemüsegarten an der Küste liegt in der Bodenbeschaffenheit. Ohne zu verallgemeinern: Küstenböden sind oft sandig, daher sehr durchlässig und drainierend, nährstoffarm und manchmal sauer. Regenwasser versickert leicht, fließt aber ebenso schnell wieder ab. Dadurch werden Mineralstoffe ausgewaschen. Dennoch sind diese Böden ein Vorteil, da sie nie Staunässe aufweisen und sich deshalb leichter erwärmen. Einige Gemüsearten, insbesondere Wurzelgemüse, gedeihen in dieser Bodenart besonders gut.
Damit Ihre Pflanzen beste Wachstumsbedingungen haben, sollten Sie den nährstoffarmen Boden dennoch mit reichlich gut verrottetem Kompost oder Mist anreichern. Organisches Material hilft, die Nährstoffe zu binden, die Pflanzen zum Wachsen benötigen. Im Herbst können Sie den Boden ruhig tief umgraben, um den Kompost gründlich einzuarbeiten. Bei einer bloßen Ausbringung auf der Oberfläche würde er sonst womöglich ausgelaugt.
Vielleicht können Sie auch die Nähe zum Meer nutzen und seine Schätze sammeln, insbesondere Meeresalgen wie Tang, die einen hervorragenden Dünger für den Gemüsegarten darstellen. Verwenden Sie sie jedoch nicht frisch, da sie zu viel Salz enthalten. Sammeln Sie sie einfach im Frühjahr und häufen Sie sie auf. Der Regen wäscht das Salz aus dem Tang, sodass er ab Herbst in den Boden eingearbeitet werden kann.

Der bei Ebbe an den Stränden angespülte Tang ist ein hervorragender Bodenverbesserer
Mulchen gegen Verdunstung von Regenwasser
An der Atlantikküste sind die Böden meist sandig: Mulch mindert Auswaschung und Verdunstung. BRF eignet sich, Kiefernrinde ist zu sauer und nur für Moorbeet geeignet.
Früher aussäen
Atlantikküste: Warme Sommer, milde Winter. Aussaat ab Februar: Möhren, Radies, Zwiebeln; Kartoffeln März, Bohnen April, Tomaten und Zucchini Mai.
Welches Gemüse im Küstengarten anbauen?
Einige Gemüsearten gedeihen problemlos in einem Küstengarten. Das gilt besonders für die Kreuzblütler, zu denen Kohl gehört. Rotkohl (eine bretonische Spezialität), Grünkohl, Rosenkohl, die China-Kohl-Sorten Pé-Tsai und Pak Choi fühlen sich am Meer wohl.

Die China-Kohl-Sorten Pé-Tsai und Pak Choi gedeihen an der Küste
Wurzelgemüse wie Möhre, Rote Bete, Rettich, Rübe und Kartoffel gedeihen ebenfalls sehr gut in den sandigen Böden der Atlantikküste. Auch Hülsenfrüchte wie Erbsen, trockene Bohnen, Ackerbohnen oder Linsen lohnen den Anbau.
Porree passt sich den klimatischen Bedingungen an der Küste sehr gut an, ebenso Zwiebel, Knoblauch und Schalotte. Sie sollten nicht gemulcht werden, da sie feuchte Bedingungen nicht vertragen.
An einem sonnigen, windgeschützten Standort können sich auch Fruchtgemüse wie Tomate, Aubergine, Kürbis oder Melone bestens entwickeln.
Unter den Beeren fühlt sich die Erdbeere im Küstengarten ebenso wohl wie Himbeere und Johannisbeere.
Wiederentdecktes Gemüse
Einige Gemüse wachsen an Atlantikküsten (oder besser: wuchsen, da sie wild allmählich verschwinden):
- Der Echte Meerkohl (Crambe maritima), auch Küsten-Meerkohl genannt, wird wegen seiner jungen Triebe angebaut. Neben den essbaren, wie Spargel blanchierten Trieben können auch die Blätter und ungeöffneten Blütenknospen wie Kohl oder Brokkoli verzehrt werden. Im Gemüsegarten bevorzugt der Meerkohl leichten, drainierenden Boden und sonnige Standorte.

Echter Meerkohl
- Meerfenchel (Crithmum maritimum), auch Meerfenchel oder Garten-Moos-Steinbrech genannt, wächst an Klippen und Felsen. Meeresgischt macht ihm nichts aus. Die Blätter schmecken salzig und erinnern an Möhre. Sie werden roh im Salat verzehrt. Im Gemüsegarten liebt Meerfenchel volle Sonne und wird im März oder April ausgesät.

Meerfenchel
- Die Strauch-Melde (Atriplex halinus), auch Strand-Melde genannt, gehört wie andere Melden, die im Gemüsegarten ein Comeback feiern, zur Familie der Spinatgewächse. Sie lässt sich an der Küste leicht kultivieren, da ihr weder Wind noch Sand oder Salz etwas anhaben. Die Blätter werden roh im Salat oder gekocht verzehrt.
- Die Austernpflanze (Mertensia maritima) stammt von der Atlantikküste und schmeckt überraschend nach Austern. Daher wird sie oft Gemüse- oder Gartenauster genannt. Die Staude ist an ihrem blaugrünen Laub zu erkennen. Sie lässt sich leicht im Gemüsegarten oder sogar im Topf kultivieren. Die Blätter werden roh im Salat oder zu Fischgerichten verzehrt.
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