Gemüsegarten im Bergland anlegen?

Gemüsegarten im Bergland anlegen?

Passende Kulturbedingungen, Gestaltung und Pflanzen

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 15. März 2026  durch Solenne 6 min.

Gemüsegarten im Gebirge: Erfahren Sie, wie Sie mit schwierigem Gelände und extremem Wetter umgehen und passende Pflanzen wählen.

Schwierigkeit

Gemüsegarten in den Bergen: besondere Bedingungen

Im Gebirge unterliegen die Anbaubedingungen zahlreichen Einschränkungen. Sie werden zunächst durch das montane Klima bestimmt, das je nach Höhenlage und Gebirgsmassiv stark variiert.

Gut zu wissen: Im Durchschnitt kühlt sich die Luft pro 100 Höhenmeter um 0,6 °C ab.

Gemüsegarten im Gebirge: besondere Anbaubedingungen

Die klimatischen Bedingungen

Das Gebirgsklima ist zunächst durch einen langen und oft sehr kalten Winter geprägt. Der späte Frühling geht in eine kurze Sommersaison mit frühen ersten Frösten im Herbst über. Auch wenn der Sommer oft warm ist, können die Winter extrem niedrige Temperaturen mit sich bringen. Im Gebirge muss der Gemüsegarten daher Frost und Tauwetter, aber auch Wind, Schnee sowie plötzlichen und teils heftigen Regen aushalten. Dazu gehören insbesondere die heftigen Gewitter, die im Sommer am späten Nachmittag im Gebirge auftreten.

Allerdings schädigen Schneefälle die Kulturen nicht, sondern wirken vielmehr als wirksame Wärmedämmung. Lesen Sie auch Michaels Artikel: Schnee im Garten. Gartenfreunde im Gebirge fürchten vielmehr die Frostperioden.

Das Hanggelände

Eine weitere, nicht unerhebliche Einschränkung besteht darin, dass sich der Gemüsegarten hier an die natürliche Hanglage anpassen muss. Der Gärtner muss seine Kulturen so anlegen, dass die Erde nicht den Hang hinunterrutscht. Außerdem muss er das Wasser zurückhalten und seinen Abfluss begrenzen.

Die Böden

Obwohl die Böden im Gebirge sehr unterschiedlich sind, sind sie meist flachgründig. Die mitunter sehr niedrigen Temperaturen hemmen die biologische Aktivität der Böden sowie ihre Entstehung und Entwicklung. Unter diesen besonderen Bedingungen wird der Gärtner daher häufig durch arme, empfindliche und tendenziell saure Böden eingeschränkt. Je höher man steigt, desto stärker nimmt die Bodenfruchtbarkeit ab.

Gemüsegarten im Bergland: Lösungen

Auch wenn die Anbaubedingungen im Gebirge rau und schwierig sein können, gibt es Lösungen für einen ertragreichen Gemüsegarten. Beobachtung, Ausrichtung, Mulch, Hochbeete … viele dieser Lösungen gehören zu den gängigen Methoden von Permakultur-Gärtnern. Tatsächlich bietet Permakultur im Gebirge eine praktikable und effiziente Möglichkeit, in diesen besonderen Lagen Obst und Gemüse anzubauen.

Gemüsegarten richtig ausrichten

Grundsätzlich sollte ein Gemüsegarten im Gebirge möglichst von Norden nach Süden ausgerichtet sein. So profitieren Ihre Pflanzen länger von einem sonnigen und warmen Standort. Beobachten Sie daher Ihre Umgebung aufmerksam, um den besten Platz für Ihre Kulturen zu bestimmen.

Gemüsegarten terrassieren

Wenn Sie einen Gemüsegarten am Hang anlegen, sollten Sie ihn am besten quer zum Hang ausrichten. Ob Sie den Boden bearbeiten, Gemüsereihen aussäen oder Pflanzhügel anlegen: Orientieren Sie sich stets an den Höhenlinien.

Ist Ihr Grundstück besonders steil, können Sie es terrassieren. So lässt sich die Bodenerosion begrenzen. Je nach Hangneigung fällt die Stützkonstruktion mehr oder weniger aufwendig aus und wird etwa aus Holzstämmen, Flechtzäunen oder Trockenmauern errichtet.

Mehr dazu: Wie legt man einen Garten am Hang an?

Gemüsegarten terrassieren

© La Ferme de Sourrou – Flickr

Hochbeete im Quadrat anlegen

Ein Gemüsegarten im Quadrat mit Hochbeeten ist beim Anbau im Gebirge eine interessante Lösung. Die Beete können mit etwas Aushub in den Hang integriert werden. Die Höhe der Beetwände richtet sich dann nach der Hangneigung. Sie müssen daher hoch genug sein, um den Hang sicher abzustützen, damit die Kulturen in den Quadraten nicht von abrutschender Erde zerstört werden.

Gemüsegarten im Quadrat: Wie geht das? Vorteile und Nachteile.

Pflanzen schützen

  • Frühbeet mit Mistbeet
    Im Gebirge können Sie bereits ab Januar im warmen Frühbeet aussäen und so früher mit dem Anbau beginnen, obwohl die warme Jahreszeit sehr kurz ist. Die Aussaaten profitieren dabei von einer konstanten Temperatur von 20 °C und einem nährstoffreichen Substrat. Das warme Frühbeet nutzt die natürliche Wärmeentwicklung bei der Vergärung organischer Stoffe. Bei ihrer Zersetzung erzeugen diese Wärme, selbst bei großer Kälte im Gebirge. Lesen Sie dazu auch unser Tutorial: Wie legt man ein warmes Frühbeet an?
  • Glocken und Tunnel
    Mit Glocken und Tunneln können Sie die Blätter Ihrer frostgefährdeten Gemüsepflanzen schützen. Diese einfache und wirksame Lösung verlängert die Lebensdauer Ihrer Kulturen, wenn die warme Jahreszeit bereits zu Ende geht. Glocken und Tunnel speichern tagsüber Wärme und wirken wie kleine Gewächshäuser. Sie eignen sich daher auch hervorragend für frühe Aussaaten. Unsere Tipps: Treib- und Schutzglocken.
  • Gartengewächshaus
    Ein Gartengewächshaus schützt Pflanzen vor niedrigen Temperaturen, aber auch vor starken, austrocknenden Winden und schlechtem Wetter. Wählen Sie hier jedoch besser ein verstärktes Gewächshaus, da dieses im Gebirge schneller beschädigt werden kann.

Gartengewächshaus

Windschutzhecke anlegen

Auch der Bergwind kann erhebliche Auswirkungen auf Ihre Kulturen haben. Er trocknet nicht nur den Boden aus, sondern senkt auch die Umgebungstemperatur um mehrere Grad. Eine Windschutzhecke ist eine gute Lösung, um ihn abzuhalten. Alternativ können Sie eine niedrige Mauer errichten.

Lesen Sie auch unsere Ratgeber:

Pflanzen mulchen

Eine dicke Mulchschicht rund um Ihre Kulturen ist für das Wohlbefinden Ihres Gebirgsgemüsegartens unerlässlich. Mulch begrenzt nicht nur die Verdunstung aus dem Boden, sondern wirkt auch als hervorragender Temperaturregler. Organisches Material versorgt den Boden zudem mit Nährstoffen, wenn es sich zersetzt – ein weiterer großer Vorteil in diesen Lagen, wo die Böden oft nährstoffarm sind.

Mehr dazu: Mulchen: Warum und wie?

Gebirgsgemüsegarten mulchen

Auf Fruchtfolge setzen

Die Fruchtfolge steigert die Produktivität des Gemüsegartens unabhängig von der Lage und ist im Gebirge besonders vorteilhaft. Sie verhindert die Ausbreitung von Krankheiten und begrenzt außerdem die Erschöpfung eines bereits durch das Gebirgsklima geschwächten Bodens.

Mehr erfahren: Fruchtfolge.

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Geeignete Gemüsesorten im Bergklima anbauen

Neben den bereits genannten Maßnahmen spielt die Wahl der Sorten in einem Berggarten eine entscheidende Rolle. Ihre Winterhärte (ihre Widerstandsfähigkeit gegen Kälte) und die Geschwindigkeit ihrer Entwicklung (frühe Sorten oder Sorten mit kurzer Kulturdauer) sind hier der Schlüssel zum Erfolg Ihrer Ernte. Ihre Auswahl sollte daher strategisch erfolgen und vollständig an eine kurze Anbausaison angepasst sein.

Geeignete Gemüsesorten im Berggarten anbauen

Gemüse, auf das Sie verzichten sollten

Sie müssen leider auf den Anbau von Auberginen, Wassermelonen und auch Melonen verzichten, da sie nicht nur viel Wärme benötigen, sondern sich auch langsam entwickeln.

Winterhartes Gemüse

Dagegen sind mehrjährige Gemüse besonders kälteverträglich. Dazu gehören Spinat, Porree, Rhabarber, Daubenton-Kohl und Bergkresse.

Das Bergklima wird von Beerenobst aufgrund seiner großen Winterhärte problemlos vertragen. Bauen Sie daher ruhig Himbeeren, Schwarze Johannisbeeren, Brombeeren und Johannisbeeren im Gemüsegarten an.

Schnell wachsendes Gemüse

Wurzel- und Blattgemüse profitieren von einer ausreichend schnellen Entwicklung und können daher im Berggarten angebaut werden. Außerdem können sie sich problemlos an die Höhenlage anpassen. Dazu zählen vor allem frühe Kartoffeln (Aliénor, Amandine, Rouge de Grenaille, Dolwen), Möhren von Colmar, Rüben, Pastinaken, Rettiche, Crapaudine-Rote Beten, Topinambur usw.

Gemüse mit langsamerer Entwicklung und geringerer Winterhärte muss jedoch nicht vollständig aus dem Berggarten ausgeschlossen werden. Denn Sie können Ihre Kulturen an einem warmen Ort vorziehen und sie ins Freiland pflanzen, sobald der Boden ausreichend erwärmt und die Frostgefahr vollständig gebannt ist. Fruchtgemüse (wie Tomaten) kann dank dieser Vorsichtsmaßnahmen also durchaus im Bergland angebaut werden.

Lesen Sie auch unsere Ratgeber:

  • 5 Wurzelgemüse für den Berggarten
  • 5 Blattgemüse für den Berggarten

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Permakultur im Gebirge