Mehrjährige Kräuter: Duft und Geschmack für Jahre
Kräuter auswählen und anbauen: Tipps
Inhaltsverzeichnis
Aromatische Pflanzen duften, würzen, fördern die Gesundheit und halten Schädlinge fern. Pflegeleicht im Beet oder Topf: Tipps zu mehrjährigen Kräutern.
Was genau ist eine mehrjährige Gewürzpflanze?
Aromapflanzen enthalten ätherische Öle, würzen Speisen und dienen Apotheke und Parfümerie. Mehrjährige Arten sind winterhart, trockenheitsfest und fördern Bestäuber.
Mehrjährige Kräuter für zuhause?
Eine Liste winterharter Kräuter zu erstellen, ist angesichts der großen Auswahl schwierig! Zumal die Wahl der Pflanzen auch von den persönlichen Vorlieben und Bedürfnissen abhängt. Neben den unverzichtbaren Klassikern Minze, Rosmarin und Thymian stelle ich hier zehn vielleicht weniger bekannte, aber sehr interessante Kräuter vor.
Melisse (Melissa officinalis)
Die Melisse ist ein buschig wachsender Strauch, der 60 bis 90 cm hoch wird und gekerbte, runzelige Blätter mit intensivem Zitronenduft trägt. Im Sommer erscheinen cremeweiße Blütenähren, die vor allem Bestäuber wie Bienen anlocken. Das Laub verschwindet im Winter, treibt im Frühjahr aber wieder aus. Unter idealen Bedingungen kann sich die Melisse stark ausbreiten. Sie ist bis -15 °C winterhart.

Die Melisse
Pflanzung: Nährstoffreicher, humoser, frischer Boden mit einer guten Mulchschicht. Sonne oder Halbschatten.
Wichtige Pflegemaßnahmen: Bei großer Hitze oder Trockenheit gießen. Ein Rückschnitt im Frühjahr fördert den neuen Sommertrieb. Entfernen Sie die Blüten vor der Samenbildung, wenn sich die Pflanze stark ausbreitet. Im Herbst wird das Laub bodennah zurückgeschnitten.
Ernte und Verwendung: Die Blätter werden nach Bedarf gepflückt, sind aber im Frühjahr besonders zart und aromatisch. Sie können frisch oder getrocknet verwendet werden, etwa zum Verfeinern von Salaten, Füllungen und Saucen sowie zum Aromatisieren von Sommergetränken. Auch als Tee wird Melisse verwendet.
Schnittlauch (Allium schoenoprasum)
Der Schnittlauch unterscheidet sich leicht vom Schnittknoblauch (Allium tuberosum). Er ist ein mehrjähriges Kraut, das aus kleinen Zwiebeln dichte Horste bildet. Seine langen, hohlen Röhrenblätter laufen spitz zu und schmecken leicht nach Zwiebeln. Im Sommer wachsen Blütenstängel aus dem Laub und tragen kugelige Blütenköpfe aus kleinen rosafarbenen oder hellvioletten Blüten. Schnittlauch ist bis -15 °C winterhart.

Der Schnittlauch
Pflanzung: Schnittlauch bevorzugt nährstoffreiche, feuchte und gut drainierte Böden, kommt aber mit fast jedem Boden zurecht. Er bevorzugt sonnige Standorte.
Wichtige Pflegemaßnahmen: Im Sommer gut gießen.
Ernte und Verwendung: Die Blätter werden nach Bedarf 5 cm über dem Boden geschnitten, damit sie nicht faserig und hart werden. Sie verfeinern Suppen und warme Gerichte, Salate, Kräuterbutter und Gemüsebeilagen. Auch die Blüten sind essbar.
Estragon (Artemisia dracunculus)
Der Estragon ist eine rhizomatöse, halb winterharte Staude (winterhart bis -5 bis -10 °C), die aufrechte, 60 bis 90 cm hohe Stängel bildet. Die olivgrünen Blätter schmecken anisartig. Der Horst verschwindet im Winter, treibt im Frühjahr aber wieder aus. Im Spätsommer erscheinen weißlich-grüne Blüten. Da Estragon schnell erschöpft, sollte er alle 2 bis 3 Jahre neu gepflanzt werden.

Der Estragon
Pflanzung: Er benötigt einen warmen, sonnigen Standort. Estragon braucht einen sandigen, gut drainierten Boden, der kein Wasser zurückhält, damit die Rhizome im Winter nicht faulen. Bei der Pflanzung empfiehlt sich Kompost.
Wichtige Pflegemaßnahmen: In der warmen Jahreszeit regelmäßig gießen, damit der Boden frisch bleibt. Blütenstängel abschneiden. Den Horst im Herbst zurückschneiden und den Wurzelstock im Winter mulchen.
Ernte und Verwendung: Die Blätter werden von Mai bis September im Sommer geerntet. Getrocknet verlieren sie an Aroma. Estragon gehört zu den feinen Küchenkräutern und verfeinert Fisch, Fleisch und Milchprodukte. Er aromatisiert Salate, Gemüse, Suppen und cremige Saucen.
Majoran (Origanum majorana)
Der Majoran ist ein buschig wachsendes Küchenkraut, das nur bis -5 °C winterhart ist. In kalten Regionen muss er daher frostfrei überwintert werden. Die 25 bis 30 cm hohe Pflanze trägt kleine ovale Blätter mit feinen Haaren, oben hellgrün und unten graugrün. Im Sommer erscheinen kleine weiße oder mauvefarbene Blüten in Dolden. Die Blütenknospen ähneln kleinen Muscheln. Der Geschmack von Majoran ähnelt dem von Dost.

Der Majoran
Pflanzung: Majoran liebt nährstoffreiche, gut drainierte, vorzugsweise kalkhaltige Böden. Bei der Pflanzung Kompost einarbeiten. Er bevorzugt geschützte, sonnige Standorte.
Wichtige Pflegemaßnahmen: Mäßig gießen. Die Blüten im Knospenstadium zurückschneiden, um einen buschigen Horst zu erhalten. Majoran nach der Blüte zurückschneiden.
Ernte und Verwendung: Die frischen Blätter werden von Mai bis September jederzeit geerntet. Auch die Blütenknospen können getrocknet werden. Majoran eignet sich für Kräutersträuße; Blätter und Blüten aromatisieren Salate, Füllungen und Marinaden. Getrocknete Blätter lassen sich als Tee zubereiten.
Sauerampfer (Rumex)
Der Sauerampfer ist eine kriechende Staude, die sich etwas stark ausbreiten kann. Seine runden bis herzförmigen Blätter schmecken zitronig. Wie Spinat gehört er zur selben Familie und enthält viel Oxalsäure. Im Sommer erscheinen an langen Stängeln kleine grüne Blüten. Er ist bis -15 °C winterhart.

Der Purpur-Sauerampfer
Pflanzung: In Sonne oder Halbschatten in einen leichten, eventuell leicht sauren Boden pflanzen.
Wichtige Pflanzmaßnahmen: Regelmäßig gießen, damit das Laub nicht welkt. Blütenstängel bei ihrem Erscheinen ausbrechen.
Ernte und Verwendung: Die Blätter werden von April bis Oktober am äußeren Rand des Horstes geerntet. Sie werden ausschließlich in Salaten oder Suppen verwendet.
Kleiner Wiesenknopf (Sanguisorba minor)
Der Kleine Wiesenknopf ist eine 20 bis 60 cm hohe, buschige Staude mit gezähnten, runden Blättern in Graugrün bis Purpur. Die Blätter duften und schmecken nach Gurke. Die Stängel biegen sich zum Boden. Im Sommer ragen Blütenstängel empor, die kleine runde, grüne, später rote Blütenköpfe tragen.

Der Kleine Wiesenknopf
Pflanzung: Der Kleine Wiesenknopf liebt freie, sonnige Standorte und drainierte Böden. Die meisten Böden sind geeignet.
Wichtige Pflegemaßnahmen: Bei warmem Wetter großzügig gießen und die Blüten entfernen, um das Wachstum des Laubs zu fördern.
Ernte und Verwendung: Die Blätter werden frisch mit Salaten und Gemüse oder als Garnitur für Suppen und Saucen verwendet. Auch als Aufguss können sie getrunken werden.
Liebstöckel (Levisticum officinale)
Der Liebstöckel ist eine große Pflanze, die bis zu 2 m hoch werden kann. Auch Bergkresse oder mehrjähriger Schnittsellerie genannt, trägt er dunkelgrüne bis gelbe Blätter, die in stark gegliederte Fiederblättchen geteilt sind. Im Sommer erscheinen grünliche Blüten, auf die kleine hellbraune, aromatische Samen folgen. Die hohlen Stängel erinnern an Sellerie. Liebstöckel stirbt im Winter ab, treibt im Frühjahr aber wieder aus.

Der Liebstöckel
Pflanzung: Liebstöckel liebt Sonne oder Halbschatten sowie frische, fruchtbare, gut drainierte alkalische Böden. Gwenaëlle erklärt Ihnen alles über die Aussaat von Liebstöckel!
Wichtige Pflegemaßnahmen: Besonders bei heißem, trockenem Wetter gut gießen. Die Blüten im Sommer zurückschneiden, damit die Pflanze buschiger wächst.
Ernte und Verwendung: Die Blätter werden von Mai bis Oktober geerntet, schmecken nach der Blüte aber bitter. Die Blütenstände werden geerntet, sobald sie braun sind. Die Blätter würzen Salate, die Samen Suppen, Eintöpfe, Saucen und Marinaden sowie Gebäck und Brot.
Salbei (Salvia)
Der Salbei ist ein etwa 75 cm hoher, immergrüner Unterstrauch mit langen, ovalen, graugrünen, samtigen Blättern, die kampferartig und leicht bitter schmecken. Die Blüten stehen in Ähren und zeigen je nach Sorte unterschiedliche Farben. Salbei sollte alle 4 Jahre ersetzt werden, da er verholzt. Je nach Art ist er bis -5 bis -15 °C winterhart.

Der Salbei
Pflanzung: Salbei liebt sonnige, geschützte und gut drainierte Standorte. Der Boden sollte nährstoffreich und nicht lehmig sein.
Wichtige Pflegemaßnahmen: In Trockenperioden einmal pro Woche reichlich gießen. Im Frühjahr zurückschneiden, damit die Pflanze ihre kompakte Form behält. Verblühte Blüten abschneiden, damit sich keine Samen bilden.
Ernte und Verwendung: Die Blätter und Blüten werden von März bis Oktober geerntet. Die Blätter werden frisch oder getrocknet zum Würzen von Fleisch, Füllungen und Marinaden verwendet. Essbare Blüten dekorieren Salate. Salbei wird auch zu medizinischen Zwecken genutzt.
Mutterkraut (Tanacetum parthenium)
Das Mutterkraut oder die Große Kamille ist eine kurzlebige Staude, die sich jedoch reichlich selbst aussät. Sie trägt fein gegliederte, aromatische Blätter und kleine, lang haltbare, margeritenähnliche Blüten. Sie ist bis -15 °C winterhart.

Das Mutterkraut
Pflanzung: Es bevorzugt volle Sonne und einen gut drainierten Boden. Gewöhnliche Gartenerde genügt.
Wichtige Pflegemaßnahmen: Mäßig gießen und im Frühjahr mulchen. Nach der Blüte kann die Pflanze zurückgeschnitten werden.
Ernte und Verwendung: Die frischen Blätter werden vor der Blüte geerntet, die Blüten beim Aufblühen gepflückt. Sie werden als Tee oder in der Kosmetik verwendet.
Anis-Duftnessel (Agastache foeniculum)
Die Anis-Duftnessel oder Agastache ähnelt der Minze, bildet aber einen kompakteren, 60 bis 90 cm hohen Horst. Die mittelgrünen Blätter verströmen einen anisartigen Duft. Ab dem Hochsommer öffnen sich lange, sehr bienenfreundliche violette Blütenähren. Sie ist bis -5 bis -10 °C winterhart. Alle 3 Jahre sollte sie vermehrt werden.

Die Anis-Duftnessel
Pflanzung: Sie liebt Sonne und verträgt keine kalten Winde. Der Boden sollte nährstoffreich und wasserspeichernd sein.
Wichtige Pflegemaßnahmen: Im Sommer gut gießen und mulchen. Alte Triebe und verblühte Blütenstände im Herbst abschneiden.
Ernte und Verwendung: Junge Triebe werden vor der Blüte gepflückt, die Blüten kurz vor dem Aufblühen. Die Blätter eignen sich für Tee, Obstsalate und Rohkost, die Blüten für Salate.
Mehrjährige Kräuter in den Garten integrieren?
Traditionell kultivierte man Kräuter in einem eigenen Beet. Wenn Sie etwas Platz haben, können Sie einen solchen kleinen, klar strukturierten Duftgarten mit Beeten und Wegen rund um eine Statue oder ein Becken anlegen. Auch als Mosaik oder Spirale lassen sie sich kultivieren. Spielen Sie ruhig mit Farben und Strukturen oder mit Kontrasten zwischen dem grauen Laub des Salbeis und dem kräftig grünen der Melisse.
Sie können sie aber auch:
- Einige Kräuter im Vordergrund von Staudenbeeten pflanzen, um mit ihrem Laub die Blütenfarben hervorzuheben.
- Diese Kräuter am Wegesrand setzen, wo sie beim Vorbeigehen ihren Duft verströmen.
- Diese Pflanzen zu Füßen von Rosen platzieren, um die dornigen Zweige zu verbergen.
- Diese mehrjährigen Kräuter in freien Lücken im Gemüsegarten pflanzen, um Bestäuber anzulocken und Schädlinge fernzuhalten.
- In Töpfe und Pflanzgefäße setzen, sodass sie zur Ernte beim Essen griffbereit sind.
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