Schönen Herbstgarten gestalten

Schönen Herbstgarten gestalten

Welche Pflanzen? So einsetzen

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 13. August 2025  durch Jean-Christophe 8 min.

„Der Herbst ist ein zweiter Frühling, in dem jedes Blatt eine Blume ist.“ So beschrieb Albert Camus diese unglaublich schöne und großzügige Jahreszeit. Ob Gartenliebhaber oder nicht: Es ist unmöglich, die großen Flächen warmer Farbtöne zu übersehen, die zu dieser Zeit die Landschaften überziehen – und sich nicht von ihnen verzaubern zu lassen. Bestimmte Pflanzen werden dann zu wahren Stars und zeigen sich als Juwelen, die sich dem Betrachter darbieten. Ob durch ihre Farben, ihren Fruchtschmuck oder ihre Blüten: Bäume, Sträucher, Stauden und Kletterpflanzen ermöglichen wunderschöne Gestaltungen für das Saisonende. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Pflanzen Sie auswählen und wie Sie sie einsetzen können, um einen schönen Herbstgarten zu gestalten und ihn mit etwas Poesie zu bereichern.

Einen schönen Herbstgarten gestalten

Eine herrliche Herbstkulisse – wahrlich eine wunderschöne Jahreszeit im Garten! (Foto: D. Ohmer)

→ Lesen Sie auch unseren Ratgeber: 7 wunderschöne Herbstbeete

Schwierigkeit

Setzen Sie auf prächtiges Herbstlaub

Kein schöner Herbstgarten ohne buntes Laub! Ein Prozess, der mit der Tageslänge und den kühleren Temperaturen zusammenhängt, führt bei zahlreichen, überwiegend sommergrünen Bäumen und Sträuchern zu einer Verfärbung der Blätter. Sie leuchten nun in Rot, Purpur, Gelb, Orange, Violett, Braun oder Rosa auf, wobei jede Farbe in zahlreichen Nuancen erscheint. Bei manchen Pflanzen kommen diese Farbtöne am selben Exemplar gleichzeitig vor. In jedem Fall ermöglicht diese reiche Farbpalette Kombinationen, die bei der richtigen Auswahl einfach atemberaubend sein können!

Für den Anfang Ihrer Gestaltung wählen Sie verschiedene Bäume oder Sträucher, deren Farben schöne Kontraste bilden. Zwei Pflanzen mit derselben roten Laubfärbung wirken weniger eindrucksvoll als die Kombination eines scharlachroten Blattschmucks mit einem goldgelben, zum Beispiel.

Zahlreiche Gehölze stehen Ihnen zur Auswahl. Wählen Sie sie passend zu Ihrem Boden, Klima und Standort. Auch die ausgewachsene Größe ist wichtig. Kleine Stadtgärten können beispielsweise keinen großen Ginkgo biloba aufnehmen, der zu den Gehölzen mit besonders gelber Herbstfärbung zählt, aber über 15 m hoch werden kann. Glücklicherweise gibt es deutlich kompaktere Sorten wie Ginkgo ‘Blagon’ mit schmalerer Wuchsform und etwa 10 m Höhe oder Ginkgo ‘Mariken’, der in alle Richtungen nur 2,5 m erreicht. Selbst auf Terrasse oder Balkon findet dieses unverzichtbare Gehölz Platz: Die Zwergsorte Ginkgo ‘Troll’ bleibt mit 1 m in alle Richtungen sogar für einen Topf geeignet.

Wenn Ihnen also ein Baum gefällt, prüfen Sie, ob es ihn auch in Sorten für kleine Gärten und in einer Größe gibt, die zu Ihrem verfügbaren Platz passt.

Einen schönen Herbstgarten gestalten

Leuchtend rotes Laub von Liquidambar, Ginkgo biloba, Nyssa sylvatica, Cotinus coggygria und Jungfernrebe (Parthenocissus)

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Verbinden Sie leuchtende Farben mit neutralen Tönen

Zu viele nebeneinander gesetzte leuchtende Farben können das Auge ermüden und die Gestaltung schließlich „abflachen“. Um dem Ganzen mehr Tiefe zu verleihen und Pflanzen mit kräftigen Farben hervorzuheben, setzen Sie Pflanzen mit neutraleren oder kühleren Farbtönen dazwischen. Grün gibt es in sehr vielen Nuancen, von dunkel bis hell. Es verbindet die Farben sanft und natürlich und muss dafür gut platziert werden. Um buntes Laub abzuheben, setzen Sie die betreffende Pflanze vor eine andere mit grünem Laub im Hintergrund. Damit der Effekt funktioniert, muss die Hintergrundpflanze größer sein, damit sie nicht vollständig hinter ihrer Nachbarin verschwindet. Auch kleine Bäume oder Sträucher mit grünem Laub können im Vordergrund oder versetzt dazwischen gepflanzt werden, sodass die kräftigeren Farben an ihnen widerhallen.

Bei den weiteren zu berücksichtigenden Farben sollten Sie graues (oder silbriges) und panaschiertes Laub nicht vergessen. Auch sie tragen zum „Wow“-Effekt Ihrer Gestaltung bei und spielen eine wichtige Rolle, indem sie die Szene ausgleichen. Panaschiertes Laub wirkt weniger neutral als grünes; in zu großer Zahl verwirrt es das Gesamtbild und kann auf Dauer ermüden. Ein oder zwei Exemplare genügen, um einem Beet einen ästhetischen Mehrwert zu verleihen. Grau lässt sich leichter einsetzen, da dieser Farbton mit allen anderen harmoniert. Einige Pflanzen mit blauem Laub verleihen der Gestaltung mehr Tiefe, wobei jeder Farbton durch die anderen betont wird.

Einen schönen Herbstgarten gestalten

Eine schöne Kombination warmer Farbtöne mit grünen und bläulichen Tönen zwischen Laubgehölzen und Koniferen (Foto: T. Snewton-Syms)

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Leichtigkeit mit Ziergräsern

Ziergräser gehören zu den Stars des Herbstes. Sie wachsen im Frühjahr und Sommer und erreichen oft zum Saisonende ihren Höhepunkt – dank ihrer luftigen Ähren und warmen Farbtöne. Ihr feines, lineares Laub bildet einen reizvollen Kontrast zu den Blättern anderer Pflanzen, und ihre lockere Wuchsform wirkt wunderbar leicht, besonders wenn der Wind sie bewegt. Sehr pflegeleicht und oft schnell wachsend, eignen sie sich ideal, um ein noch leeres Beet rasch zu gestalten. Ihr Zierwert im Herbstbeet ist unbestreitbar, zumal es sie in sehr unterschiedlichen Größen gibt. So lassen sie sich auf verschiedenen Ebenen einsetzen: Niedrige Sorten sind hervorragende Bodendecker im Vordergrund, für niedrige Hecken oder zum Markieren von Ecken; hohe Gräser bilden schöne Sichtschutzpflanzungen oder setzen eindrucksvolle Akzente im Beet. Sie lassen sich im Garten sehr leicht kombinieren, und ihr Laub bleibt oft fast den ganzen Winter über dekorativ. Zuvor nimmt es bei manchen Arten Farben an, die den schönsten Bäumen in nichts nachstehen.

Der Kontrast zwischen Ziergräsern und Herbstlaub ist wunderschön. Hier Chinaschilf (Foto: C. Bartnik)

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Beeren und dekorative Früchte kunstvoll gestalten

Nach der Blüte tragen zahlreiche Pflanzen Früchte, die ihre Zweige schmücken und so für einen zusätzlichen dekorativen Akzent sorgen. In unterschiedlichen Farben und Formen dienen diese Beeren außerdem vielen Tieren als Nahrung, insbesondere Vögeln. Dann können Sie ihren anmutigen Flug beobachten, wenn sie von Zweig zu Zweig flattern, um von diesem farbenfrohen, schmackhaften Buffet zu kosten. Die Farbpalette ist dabei erstaunlich vielfältig: Schwarz, Blau, Rot, Gelb, Orange, Weiß, Rosa … Kaum eine Farbe fehlt. Manche Früchte sind eher unscheinbar, andere sind ebenso dekorativ wie Blüten und bleiben oft viele Wochen, mitunter bis zum folgenden Frühjahr, ein attraktiver Gartenschmuck.

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Pyracantha, Callicarpa, Arbutus unedo

Späte Blüte genießen

Gartenfreunde lieben Blumen, und im Frühling und Sommer blühen in unseren Gärten unzählige davon. Doch manche Pflanzen wählen den Spätsommer und Herbst, um ihre Blütenkronen zu entfalten – wohl, um mehr Aufmerksamkeit zu erregen. Auch wenn die Auswahl geringer ist als in der „schönen Jahreszeit“, gibt es zahlreiche Bäume, Sträucher und Stauden, die im Herbst blühen und teilweise sogar einen zarten Duft verströmen. Die verfügbaren Farben sind vielfältig. Sie können warm sein und harmonieren dann mit den Farben des Laubs, wodurch sich subtile Farbakzente schaffen lassen. Bei kühleren Farben setzt man stärker auf Kontraste, um das Gesamtbild aufzulockern und überraschende Blickfänge zu schaffen. Diese Komplementärfarben bereichern die Gartengestaltung, aber Vorsicht vor zu viel des Guten. Setzen Sie sie lieber sparsam ein, um einen unruhigen Eindruck zu vermeiden. Wie beim Laub ist Weiß ein neutraler Farbton, der die anderen Farben abmildert und miteinander verbindet. Bei der Gartengestaltung kann jeder frei nach seinem Geschmack vorgehen. Finden Sie selbst das Gleichgewicht, das Ihnen gefällt.

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Aster, Fetthenne ‘Matrona’, Anemonen ‘Honorine Jobert’, Nerinen, Herrlicher Losstrauch

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Beete gestalten und Fehler vermeiden

  • Spielen Sie mit Blattformen und Texturen. Kombinieren Sie zum Beispiel das feine, schmale Laub eines Grases mit dem breiteren, kompakteren Laub eines Strauchs.
  • Kombinieren Sie niedrige, gedrungene oder ausgebreitete Wuchsformen mit aufrecht wachsenden Pflanzen, um Tiefe zu schaffen.
  • Setzen Sie die höchsten Pflanzen in den Hintergrund des Beets, mittelgroße davor und kleine Pflanzen in den Vordergrund. Überraschende Akzente sind dennoch möglich, aber sparsam und ohne das Gleichgewicht zu stören.
  • Spielen Sie mit Komplementärfarben (zum Beispiel Grün und Rot, Gelb und Blau), aber auch mit verschiedenen Nuancen derselben Farbe (Scharlachrot, Bordeaux, Weinrot, Pflaume, Granatrot, Purpur).
  • Das Laub nimmt im Herbst sogenannte ‚warme‘ Farbtöne an (Rot, Gelb, Orange). Für eine noch interessantere Gestaltung können Sie auch Akzente in ‚kalten‘ Farbtönen setzen (Grün, Blau, Violett), etwa durch Laub (Nadelgehölze, immergrüne Pflanzen) oder Blüten (zum Beispiel Astern oder Anemonen).
  • Vermeiden Sie es, ausschließlich Pflanzen zu setzen, die nur im Herbst attraktiv sind, sonst wirkt der Garten in den übrigen Jahreszeiten wenig interessant. Setzen Sie stattdessen einige Bäume, Sträucher, Stauden und Zwiebelpflanzen, die sich das ganze Jahr über abwechseln. Akzeptieren Sie außerdem, dass manche Pflanzen im Frühjahr und Sommer unauffällig sind, später aber zu echten Stars werden. Hartriegel mit dekorativen Zweigen fallen beispielsweise vom Frühjahr bis zum Sommer oft kaum auf (besonders jene mit einfarbig grünem Laub), leuchten jedoch im Herbst auf. Ihre farbenprächtigen Zweige sind zudem den ganzen Winter über ein echter Pluspunkt.
  • Lassen Sie manche Blütenstände oder vertrockneten Stängel stehen. Sie nehmen oft braune oder strohfarbene Töne an und harmonieren sehr gut und lange mit den Herbstfarben.
  • Beachten Sie schließlich, dass die Herbstfärbung von Jahr zu Jahr stark variieren kann. Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Wind sind Faktoren, auf die wir keinen Einfluss haben. Auch die Beschaffenheit Ihres Bodens (mehr oder weniger sauer oder alkalisch) beeinflusst den Farbwechsel ebenso wie der Standort. Ein sonniger Standort fördert bei vielen Pflanzen die Spätjahrsfärbung.

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