Sempervivum, Hauswurz: pflanzen und pflegen

Sempervivum, Hauswurz: pflanzen und pflegen

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 10. August 2025  durch Alexandra 19 min.

Hauswurz kurz erklärt

  • Hauswurz sind originelle Pflanzen mit schönen Rosetten aus fleischigen Blättern
  • Sie bestechen durch ihre außergewöhnliche dekorative Wirkung und große Farbvielfalt
  • Ihre sternförmige Blüte ist meist rosa, rot, gelb oder weiß
  • Sie sind sehr leicht zu kultivieren und benötigen keine Pflege
  • Diese genügsamen Pflanzen brauchen wenig und wachsen in sehr wenig Substrat
  • Sie gedeihen an sonnigen, drainierenden Standorten, sind sehr winterhart und trockenheitsresistent
Schwierigkeit

Das Wort unserer Expertin

Dachwurz (Sempervivum) bilden fleischige Rosetten. Sie lieben Sonne, trockene, drainierende Böden und sind winterhart, pflegeleicht und leicht zu vermehren.

Beschreibung und Botanik

[fiche_pflanze name_latin=”Lateinischer Name: Sempervivum sp.” familie=”Familie: Crassulaceae” common_names=”Deutscher Name: Hauswurz” bluete=”Blüte: zwischen Juni und August” hoehe=”Höhe: bis 10–15 cm (während der Blüte maximal 20 cm)” standort=”Standort: volle Sonne” boden=”Boden: sehr durchlässig, steinig, nährstoffarm” winterhaerte=”Winterhärte: zwischen –15 und –25 °C” bgcolor=”#ea9a72″ alignement=”left” /]

Sempervivum, auch Hauswurz genannt, sind sukkulente Stauden, die aus fleischigen Blättern bestehende Rosetten bilden. Sie bleiben sehr niedrig und wachsen polster- und bodendeckend, wobei die Rosetten auf Bodenhöhe bleiben. Ihre Heimat sind vor allem die Bergregionen Süd- und Mitteleuropas sowie Westasiens. Es gibt etwa 35 Arten, die eine recht vielfältige Gruppe bilden. Außerdem existieren zahlreiche gärtnerische Sorten, die wegen ihrer dekorativen Eigenschaften gezüchtet wurden. Insgesamt gibt es mehr als 3.000 Sorten, die eine enorme Vielfalt an Formen und Farben bieten. Hauswurz wird schon seit sehr langer Zeit kultiviert. Früher pflanzte man sie auf Dächer, wo sie als Schutz vor Blitzeinschlag galt. Sempervivum tectorum wird daher auch Dach-Hauswurz genannt.

In Frankreich kommen wild sieben verschiedene Arten vor, darunter Sempervivum arachnoideum, S. montanum, S. calcareum, S. tectorumMan findet sie hauptsächlich in Bergregionen (Alpen, Pyrenäen, Zentralmassiv …), bis in Höhen von 3.000 Metern, an offenen, steinigen Standorten: auf Felsen, Geröll, trockenen, steinigen Rasenflächen, an Felswänden und auf Trockenmauern. Sempervivum tectorum wächst auch auf alten Steinmauern. Als Gebirgspflanzen sind Hauswurze selbstverständlich sehr winterhart und können in ganz Deutschland kultiviert werden. Im Garten eignet sich eine Pflanzung im Steingarten besonders gut, da sie ihrem natürlichen Lebensraum am nächsten kommt.

Botanische Illustration der Berg-Hauswurz

Sempervivum montanum: botanische Illustration

Hauswurz ist eine Sukkulente („voller Saft“) oder Fettpflanze, genau wie Fetthennen. Sie speichert Wasser in ihrem Gewebe, um Trockenheit zu überstehen. Dadurch erhalten ihre dicken Blätter ihr fleischiges Aussehen. Die Pflanze ist bestens an ein trockenes, karges Umfeld angepasst!

Hauswurze gehören zur großen Familie der Crassulaceae, die fast 1.500 Arten umfasst. Zu dieser Familie zählen auch Fetthenne, Echeverie und Kalanchoe. Es handelt sich überwiegend um Sukkulenten mit fleischigem, verdicktem Gewebe. Blätter, Zweige oder Stamm dienen als Speicherorgane für Wasser und Mineralstoffe. Der Name der Crassulaceae stammt übrigens vom lateinischen „crassus“, was „dick“ bedeutet. Diese Pflanzen sind besonders gut an ein trockenes, arides Umfeld angepasst.

Sempervivum sind eng mit der Gattung Jovibarba verwandt, doch ihre Blüten haben eine andere Form: Bei Jovibarba sind sie glockenförmig, bei Sempervivum sternförmig. Beide Gattungen werden im Deutschen Hauswurz genannt. Auch die Wuchsform ähnelt der von Aeonium.

Der Name Hauswurz geht auf das Lateinische Jovis barba zurück, also „Jupiterbart“. Die Pflanze galt als Schutz der Häuser vor Blitzeinschlag, dem Attribut Jupiters. Sempervivum stammt von den lateinischen Wörtern semper: immer, und vivum: lebendig – wegen der großen Widerstandsfähigkeit dieser Pflanzen gegenüber extremen Bedingungen. Außerdem bleiben die Rosetten im Winter erhalten und sind immergrün. Hauswurz bleibt zu jeder Jahreszeit und unter allen Bedingungen lebendig!

Der Artname S. tectorum bedeutet „Dach-Hauswurz“. Andere Namen geben Hinweise auf die Gestalt oder den Lebensraum der Hauswurze: S. montanum: „Berg-Hauswurz“; S. arachnoideum: spinnenwebenartig; S. calcareum: Kalk-Hauswurz; S. grandiflorum: großblütig usw.

Hauswurze sind sehr niedrige Pflanzen, deren Rosetten auf Bodenhöhe bleiben. Man kann sie als „stängellos“ bezeichnen, obwohl sie in Wirklichkeit einen extrem kurzen Stängel besitzen, an dem die Blätter sitzen. Mit ihrem bodendeckenden Wuchs schmiegen sich Hauswurze an das Relief und die Form der Felsen oder Steingärten an, in denen sie wachsen. Meist werden sie weniger als 10 cm hoch, während der Blüte erreichen sie jedoch etwas mehr Höhe.

Die Rosetten der Hauswurze erinnern an kleine, flache und ausgebreitete Artischocken. Ihr Durchmesser liegt meist zwischen 2 und 10 cm. Bei Sempervivum arachnoideum bleiben sie klein und erreichen höchstens 3 cm, während sie bei Sempervivum ‘Commander Hay’ deutlich größer werden. Die Rosetten sind monokarpisch: Sie blühen nur einmal und sterben danach ab. Jede bildet jedoch Wurzelschösslinge, die ihre Stelle einnehmen.

Hauswurze bilden Wurzelschösslinge, also neue Rosetten, die an Ausläufern sitzen (oberirdischen Stängeln). Sie wachsen allmählich und bewurzeln sich bei Bodenkontakt. Die Ausläufer können in einiger Entfernung von der Mutterrosette wachsen oder direkt an ihr anliegen. So kann sich die Pflanze ausbreiten und schöne Teppiche bilden. Zugleich erneuert sie sich, da jede Rosette nach der Blüte abstirbt und durch ihre Wurzelschösslinge ersetzt wird. Hauswurze können daher sehr lange am selben Standort bleiben. Die Lebensdauer einer einzelnen Rosette ist kurz, die eines ganzen Polsters jedoch sehr lang. Durch Teilung der Rosetten lassen sich Hauswurze besonders leicht vermehren.

Die Wurzeln der Hauswurze dringen tief in den Boden ein und holen dort Wasser und Mineralstoffe aus tieferen Schichten. Sie verankern die Pflanze fest und machen sie auch für instabile Standorte wie Geröll oder Steingärten sowie für Böden mit nur wenig Substrat geeignet. Dank ihrer tiefen Wurzeln „klammert“ sich die Hauswurz an ihre Unterlage und dringt in Risse und Spalten zwischen den Steinen ein.

Hauswurze besitzen kleine, dicke, fleischige Blätter, die rings um einen kurzen Mittelstängel angeordnet sind. Das fleischige Gewebe ermöglicht es den Blättern, Wasser und Mineralstoffe zu speichern und so Trockenheit zu überstehen – genau wie bei Kakteen und anderen Sukkulenten.

Die Blätter sind schraubig angeordnet und bilden beim Blick von oben eine Spirale. Hauswurze haben eine außergewöhnlich dekorative Wuchsform und erinnern an eine prächtige Rosette. Meist sitzen die Blätter dicht beieinander, wodurch vermutlich der Wasserverlust durch Verdunstung verringert und die Pflanze besser gegen extreme Temperaturen isoliert wird. Besonders ausgeprägt ist dieses Merkmal bei Sempervivum ciliosum, das kleine, kugelige Rosetten mit eng ineinandergreifenden Blättern bildet. Auch die Rosetten von Sempervivum globiferum haben die Form kleiner, sehr runder Kugeln. Sie wirken ungewöhnlich und liebenswert.

Hauswurze bieten eine große Vielfalt an Blattformen und -farben. Die Blätter können sehr schmal und lang oder im Gegenteil flach und breit sein. Sie werden meist 0,5 bis 5 cm lang und können spatelförmig, länglich oder verkehrt eiförmig sein. Oft laufen sie an der Spitze zu. Besonders ungewöhnlich ist die Blattform der Sorte ‘Grigg Surprise’: Die Blätter sind länglich, im Querschnitt rund und an der Spitze krallenförmig zurückgebogen.

Oft zeigen sie rötliche, purpurfarbene oder bronzefarbene Töne. Durch die Hybridisierung der Hauswurze sind Tausende Sorten in den unterschiedlichsten Farben entstanden. Die Rosetten der Sorte ‘Alpha’ sind purpurrot bis dunkelrot. Einen schönen Kontrast bilden die weißen Wimpern am Rand der Blattspreite. Die Rosetten der Hauswurz ‘Chick Charms Gold Nugget’ beeindrucken mit ihrer leuchtenden, gelborangen Farbe. Bei der Hauswurz ‘Cherry Berry’ leuchten sie in einem schönen Rot, bei ‘Dark Beauty’ sind sie dunkelpurpur, fast schwarz. Generell laufen die Blätter häufig in einer rötlichen Spitze aus, besonders auffällig bei Sempervivum calcareum. Die Blätter können auch bläulich sein, wie bei ‘Pacific Blue Ice’, oder sogar gelb wie bei ‘Cmiral’s Yellow’. Diese Sorte bringt Licht in den Garten und eignet sich hervorragend für Farbkontraste, etwa in Kombination mit Fetthennen in verschiedenen Farbtönen.

Manchmal zeigen Hauswurze mehrere Farben. Die Sorte Sempervivum tectorum ‘Sunset’ bildet beispielsweise einen wunderschönen Kontrast aus Rot und Hellgrün, das beinahe Gelb wirkt. Bei manchen Sorten sind nur Blattspitze und -rand rot oder schwarz gefärbt. Dadurch kommt die spiralförmige Anordnung besonders schön zur Geltung.

Hauswurze verändern ihre Farbe je nach Jahreszeit, Temperatur und Sonneneinstrahlung und variieren zwischen Grün, Rot, Bronze und Purpur.

Hauswurze zeigen unterschiedliche Formen und Farben

Die Rosetten der Hauswurze können unterschiedliche Farbtöne annehmen: Sempervivum ‘Othello’, Sempervivum ciliosum var. borisii (Foto Stephen Boisvert) und Sempervivum calcareum

Bei Sempervivum arachnoideum ist das Zentrum der Rosette von zahlreichen feinen weißen Fäden bedeckt, die an ein Spinnennetz erinnern – daher der Name. Auch bei Sempervivum ‘Boule de Neige’ bilden die Rosetten weiße Kugeln, die von feinen weißen Fäden überzogen sind. Diese Hauswurze wirken besonders zart. Manchmal sind die Blattränder bewimpert, was einen wunderschönen, frostähnlichen Effekt erzeugt. Die Härchen glitzern im Sonnenlicht. Die Blätter können wie bei Sempervivum ‘Othello’ auch bereift sein.

Die Rosetten der Hauswurze sind selbstverständlich immergrün. Sie bleiben das ganze Jahr über erhalten, im Sommer wie im Winter!

Hauswurze benötigen mehrere Jahre, meist zwei bis vier, bis sie blühen. Die Blüte beginnt meist im frühen oder mittleren Sommer, zwischen Juni und August, an zwei bis vier Jahre alten Rosetten. Dann wächst ein Blütenschaft empor, der bis zu 20 cm hoch werden kann. Er wirkt wie eine Verlängerung der Rosette, die sich plötzlich aufrichtet und in die Höhe wächst. Der Blütenstängel ist mit Blättern oder Schuppen besetzt, die denen der Rosette ähneln. An der Spitze verzweigt er sich leicht; dort sitzen die Blüten, die in einem rispenartigen Wickel angeordnet sind.

Hauswurze tragen hübsche, ungewöhnliche sternförmige Blüten. Sie wirken fein und elegant und zeigen dank ihrer zahlreichen Blütenteile viele Details. Die Blüten besitzen meist 8 bis 15 Blütenblätter und noch mehr Staubblätter. Die recht schmalen Blütenblätter strahlenförmig angeordnet und bilden einen Stern. Sie umgeben einen ringförmigen Kranz aus Staubblättern. Die Blüten sind zwittrig und tragen männliche sowie weibliche Organe. Die Staubblätter reifen jedoch vor dem Stempel, wodurch Selbstbestäubung verhindert wird.

Die Blüten sind meist rosa, rot oder gelb und oft in gedämpften, nicht sehr kräftigen, eher zarten Farbtönen gehalten: etwa hellrosa mit einem Hauch Braun, blassgelb, roséweiß oder grünlich. Sempervivum arachnoideum blüht in einem schönen Rosa, Sempervivum ciliosum gelb. Die Blütenblätter besitzen häufig eine dunklere Mittelader, die für mehr Detail und Kontrast sorgt.

Meist harmoniert die Farbe der Staubblätter mit der der Blütenblätter. Oft sind sie dunkler und intensiver gefärbt und lenken den Blick auf das Blütenzentrum. Bei Sempervivum montanum sind sie rot.

Die sternförmigen Blüten der Hauswurze

Die Blüte der Hauswurze: Sempervivum tectorum ‘Metallicum Giganteum’ (Foto H. Zell), die Bestäubung einer Hauswurzblüte und Sempervivum grandiflorum (Foto Stan Shebs)

Nach der Blüte bilden Hauswurze Balgfrüchte. Diese trockenen Früchte öffnen sich bei Reife und geben die zahlreichen winzigen braunen Samen frei. Man kann die Samen ernten und aussäen, doch die Vermehrung durch Teilung ist deutlich einfacher. Da die Rosetten monokarpisch sind, sterben sie nach der Samenbildung ab.

Trotz ihres Aussehens als Fettpflanze sind Hauswurze ausgesprochen winterhart und können selbst in kalten Regionen, etwa im Gebirge, kultiviert werden.

Die wichtigsten Dachwurz-Sorten

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Hauswurz - Sempervivum arachnoideum

Hauswurz - Sempervivum arachnoideum

Diese Hauswurz bildet rundliche Rosetten, die mit sehr feinen weißen Fäden bedeckt sind und an Spinnweben erinnern. Sie zeigt hübsche rosafarbene Blüten. Ausgezeichnet mit dem Award of Garden Merit der Royal Horticultural Society (RHS).
  • Blütezeit Juli, August
  • Höhe bei Reife 8 cm
Hauswurz Othello - Sempervivum

Hauswurz Othello - Sempervivum

Eine wunderschöne Hauswurz-Sorte mit grünen Rosetten im Zentrum und rötlicher Färbung am Rand. Die äußeren Blätter sind weit ausgebreitet und länglich. Ausgezeichnet mit dem Award of Garden Merit der Royal Horticultural Society (RHS).
  • Blütezeit Juli für September
  • Höhe bei Reife 10 cm
Dachwurz - Sempervivum tectorum

Dachwurz - Sempervivum tectorum

Dach-Hauswurz, wie sie in Frankreich wild vorkommt. Sie bildet elegante Rosetten aus recht breiten, zugespitzten Blättern. Diese sind grün und laufen in eine rötliche Spitze aus, die ihre Form wirkungsvoll betont. Ausgezeichnet mit dem Award of Garden Merit der Royal Horticultural Society (RHS).
  • Blütezeit Juli, August
  • Höhe bei Reife 10 cm
Hauswurz Chick Charms Gold Nugget - Sempervivum

Hauswurz Chick Charms Gold Nugget - Sempervivum

Eine beeindruckende Sorte mit prächtigen, im Jahresverlauf wechselnden Farben. Im Sommer sind die Blätter grün, im Herbst werden sie orangegelb. Die Rosette erinnert dann an eine strahlende Sonne.
  • Blütezeit Juli für September
  • Höhe bei Reife 10 cm
Hauswurz Commander Hay - Sempervivum

Hauswurz Commander Hay - Sempervivum

Eine wunderschöne Sorte mit meist rötlichen Blättern und grünen Spitzen. Ihre Färbung verändert sich mit der Zeit und zeigt ein schönes Farbspiel zwischen Grün und Rot.
  • Blütezeit Juli, August
  • Höhe bei Reife 10 cm
Hauswurz - Sempervivum calcareum

Hauswurz - Sempervivum calcareum

Diese botanische Art bildet elegante Rosetten aus grünen Blättern mit roten Spitzen. Das schafft einen herrlichen Kontrast und betont die rosettenförmige Wuchsform.
  • Blütezeit Juli, August
  • Höhe bei Reife 10 cm
Hauswurz var. borisii - Sempervivum ciliosum

Hauswurz var. borisii - Sempervivum ciliosum

Eine reizende Sorte mit kugeligen Rosetten aus zahlreichen kleinen, dicht ineinandergreifenden Schuppen.
  • Blütezeit Juli, August
  • Höhe bei Reife 10 cm
Hauswurz Chick Charms Cherry Berry - Sempervivum

Hauswurz Chick Charms Cherry Berry - Sempervivum

Diese Hauswurz zeigt im Sommer und Herbst ein tiefes Dunkelrot und wird im Herbst und Winter wieder eher grün. Ihre besonders eleganten Rosetten bestehen aus zahlreichen ineinandergreifenden Blättern. Zudem erscheinen rosafarbene, sternförmige Blüten.
  • Blütezeit Juli für September
  • Höhe bei Reife 8 cm
Hauswurz Dark Beauty - Sempervivum

Hauswurz Dark Beauty - Sempervivum

Eine Hauswurz in sehr dunklen, fast schwarzen Purpurtönen. Ideal für Kontraste mit helleren Pflanzen und eine dekorative, moderne und originelle Gestaltung des Steingartens.
  • Blütezeit Juli für September
  • Höhe bei Reife 10 cm
Hauswurz Pilatus - Sempervivum

Hauswurz Pilatus - Sempervivum

Diese Hauswurz zeigt eine originelle, recht dunkle Färbung zwischen Purpurrot und Dunkelgrün mit bläulichen Nuancen. Ihre Farbe ist einzigartig. Die Blätter sind weiß bewimpert, wodurch die außergewöhnliche dekorative Wirkung jeder Rosette betont wird.
  • Blütezeit Juli für September
  • Höhe bei Reife 10 cm

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Hauswurz pflanzen

Wo pflanzen?

Setzen Sie Hauswurz an einen vollsonnigen Standort, denn sie benötigt viel Licht. Obwohl sie recht robust und trockenheitsverträglich ist, mag Hauswurz keine große Hitze. Wenn Sie in einer mediterranen Region leben, pflanzen Sie sie am besten in den Halbschatten, um sie etwas zu schützen. In anderen Regionen sollte sie eher in der vollen Sonne stehen.

Hauswurz gedeiht auf felsigen oder steinigen, gut drainierenden Böden. Vermeiden Sie Substrate, die Wasser speichern, denn die Pflanzen reagieren empfindlich auf überschüssige Feuchtigkeit, besonders im Winter. Verbessern Sie die Drainage bei der Pflanzung am besten, indem Sie Kies oder groben Sand einarbeiten. Pflanzen Sie Hauswurz auch gern auf einen Hügel oder an einen Hang, damit das Wasser gut ablaufen kann.

Hauswurz kann auf sehr mageren Böden wachsen und benötigt nur wenig Substrat. So lässt sie sich auf einer alten Steinmauer, in Fugen oder sogar auf einem Gründach pflanzen! Im Steingarten ist sie ideal, da dieser ihrem natürlichen Lebensraum sehr nahekommt. Auch eine Pflanzung im Topf oder Kübel ist möglich, zum Beispiel zusammen mit Fetthenne und anderen kleinen Pflanzen. Hauswurz begrünt Bereiche, in denen andere Pflanzen kaum wachsen würden. Sie lässt sich problemlos auch ohne Garten kultivieren – ein einfaches Fensterbrett genügt! Da sie weder viel Erde noch Pflege benötigt, kann Hauswurz auf nahezu jedem Untergrund oder Gegenstand wachsen: in Schalen, Trögen, Töpfen oder als Hängepflanze in einem improvisierten Gefäß.

Da Hauswurz eine Gebirgspflanze ist, ist sie sehr winterhart und kann auch in recht kalten Regionen kultiviert werden, ohne Winterschutz zu benötigen. Die einzige Vorsichtsmaßnahme betrifft überschüssige Feuchtigkeit. In niederschlagsreichen Regionen muss sie im Winter eventuell vor Regen und Staunässe geschützt werden. Vor allem braucht sie ein gut drainierendes Substrat.

Wenn Sempervivum auf engem Raum wachsen – etwa in einem Topf, einer Fuge oder zwischen Steinen im Steingarten –, bilden sie Triebe, bis die gesamte Fläche ausgefüllt ist. So nutzen sie den verfügbaren Platz optimal.

Da Hauswurz kleine Pflanzen sind, sollten Sie sie am besten auf einem erhöhten Beet oder in einem Topf pflanzen, deutlich über Bodenniveau. Sie lassen sich besser bewundern, wenn sie in einem Topf oder einer Pflanzung stehen, die Sie beispielsweise auf einen Tisch auf Ihrer Terrasse stellen, oder wenn Sie sie in die Fugen einer Mauer pflanzen, statt ebenerdig in ein klassisches Beet.

Sempervivum wächst auf verschiedenen Untergründen mit wenig Substrat

Hauswurz passt sich den unterschiedlichsten Bedingungen an. Sie kann fast überall wachsen: im Topf (Foto Magnus Manske), auf einem Dach (Foto Arnoldius), in alten Schuhen oder Stiefeln, aber auch auf Mauern, in Steingärten, Trögen oder als Hängepflanze!

Wann pflanzen?

Sie können Sempervivum im Frühjahr oder Herbst pflanzen, sobald die Temperaturen mild genug sind. Vermeiden Sie Frostperioden.

Wie pflanzen?

Für die Pflanzung im Freiland:

  1. Bereiten Sie zunächst den Boden vor. Sie können einen Steingarten anlegen und dafür Steine und Kies einbringen. Am besten pflanzen Sie auf einen Hügel oder an einen Hang, damit das Wasser ablaufen kann und sich nicht staut. In jedem Fall empfiehlt es sich, Kies oder groben Sand unter die Pflanzerde zu mischen, um die Drainage zu verbessern.
  2. Heben Sie ein Pflanzloch aus, das nicht besonders tief sein muss.
  3. Nehmen Sie die Hauswurz aus dem Topf und pflanzen Sie sie ein.
  4. Füllen Sie die Erde rundherum auf.
  5. Optional können Sie eine Schicht feinen Kies auf der Oberfläche rund um die Rosette verteilen. So verhindern Sie Staunässe am Hals und begrenzen zugleich das Wachstum von Unkraut.
  6. Gießen Sie leicht an.

Danach ist es in der Regel nicht nötig, weiter zu gießen. Regenwasser sollte ausreichen, um den geringen Wasserbedarf der Pflanze zu decken.

→ Lesen Sie auch: Wie pflanzt man Sukkulenten im Garten ins Freiland?

Für die Pflanzung im Topf:

  1. Wählen Sie ein Gefäß, das idealerweise ein Abzugsloch im Boden hat, und füllen Sie eine Schicht Kies ein, damit das Wasser gut ablaufen kann.
  2. Geben Sie anschließend ein drainierendes Substrat hinein, zum Beispiel eine Mischung aus Blumenerde und grobem Sand. Auch Kakteenerde ist geeignet.
  3. Pflanzen Sie die Hauswurz ein.
  4. Sie können eine Schicht kleiner Steine auf der Oberfläche verteilen, um Staunässe am Hals zu verhindern.
  5. Stellen Sie den Topf in die volle Sonne, bei einem Standort im Süden Frankreichs eventuell in den Halbschatten.

Im Winter können Sie den Topf an einen vor Regen geschützten Ort stellen.

Wenn Sie Hauswurz auf eine Mauer, ein Dach, zwischen Steine oder in ein anderes Gefäß pflanzen, empfehlen wir, jeweils eine kleine Tasche mit Blumenerde anzulegen, damit die Hauswurz ausreichend Substrat zum Einwurzeln hat.

Entdecken Sie unsere Video-Tipps – Alpine Stauden im Steingarten erfolgreich pflanzen:

Pflege

Einmal etabliert, benötigen Hauswurzen kaum Pflege. Sie sind sowohl frost- als auch trockenheitsresistent. Meist reicht Regenwasser aus, um ihren Wasserbedarf zu decken. Bei Trockenheit können Sie gelegentlich gießen, sollten Staunässe jedoch vermeiden. Hauswurzen gedeihen auch in nährstoffarmen Böden und benötigen keine Düngergaben.

Von Zeit zu Zeit können Sie die Polster etwas säubern, verblühte Blütenstände entfernen, beschädigte Pflanzenteile abschneiden, Rosetten teilen und alles entfernen, was sie bedecken könnte: Herbstlaub, Pflanzenreste oder andere Pflanzen, die in ihrer Nähe wachsen … Sempervivum müssen sonnig stehen. Zögern Sie nicht, die sie umgebenden Pflanzen zurückzuschneiden, damit sie keinen Schatten auf die Hauswurzen werfen. Da die Rosetten nach der Blüte absterben, können Sie vertrocknete Rosetten entfernen. Außerdem empfiehlt es sich, die Pflanzen gelegentlich zu teilen, um sie zu verjüngen und ihnen mehr Platz zur Entwicklung zu geben.

Was Krankheiten betrifft, können Hauswurzen von Rost befallen werden (Endophyllum sempervivi). Er tritt bei stehender Feuchtigkeit auf. Dabei handelt es sich um einen Pilz, der die Hauswurz parasitiert und eine Verformung der Blätter verursacht: Sie werden übermäßig lang, deutlich blasser und bilden orangefarbene Pusteln. Ihr Aussehen verändert sich dadurch völlig! Die Pusteln enthalten die Sporen, mit denen sich der Pilz vermehrt. Wenn Sie diese Krankheit feststellen, sollten Sie die befallenen Rosetten entfernen, um ihre Ausbreitung zu verhindern. Zusätzlich können Sie mit einem Fungizid behandeln. Gießen Sie außerdem weniger und verbessern Sie bei Bedarf die Drainage.

In jedem Fall gilt: Das größte Anbauproblem bei Hauswurzen ist überschüssige Feuchtigkeit. Deshalb ist es wichtig, sie in ein gut drainierendes Substrat zu pflanzen. Eine Kiesschicht um die Rosetten verhindert zudem, dass sich dort Wasser sammelt und sie faulen lässt. Wenn Sie in einer niederschlagsreichen Region leben, schützen Sie Sempervivum am besten: Bei Kultur im Topf können Sie ihn einfach unter einen Unterstand stellen; andernfalls lässt sich eventuell ein kleiner Regenschutz anbringen. Flaumig behaarte, seidige Sorten reagieren empfindlicher auf winterliche Feuchtigkeit als andere.

Vermehrung

Die häufigste Vermehrungsmethode ist die Teilung: Sie ist einfach und schnell und erhält die Sorte sortenecht. Hauswurz lässt sich aber auch über Samen vermehren.

Teilung

Hauswurz lässt sich sehr einfach teilen! Jede Rosette bildet neue Rosetten, die direkt neben der Mutterrosette wachsen oder an einem Ausläufer hängen. Trennen Sie sie einfach ab. Am besten gelingt dies im Frühjahr, etwa im April. Idealerweise warten Sie, bis der Wurzelschössling einige Wurzeln gebildet hat und der Ausläufer zu welken und abzusterben beginnt. Die Vermehrung gelingt jedoch auch ohne diese Voraussetzungen.

  1. Suchen Sie eine Rosette mit Wurzelschösslingen.
  2. Trennen Sie sie durch Durchtrennen des Ausläufers nahe der Mutterpflanze mit einem scharfen Messer ab.
  3. Kürzen Sie den Ausläufer, sodass jeweils nur etwa 4 cm unter der abgetrennten Rosette verbleiben. Lassen Sie die Rosetten mehrere Tage trocknen, damit die Schnittstelle verheilen kann.
  4. Pflanzen Sie sie wieder ein, in einen Topf oder ins Freiland, in ein gut drainierendes Substrat aus Blumenerde und Sand.
  5. Gießen Sie sparsam.

Mit der Zeit wachsen die Rosetten und bilden ihrerseits neue Wurzelschösslinge.

Verwendung und Kombination im Garten

Natürlich können Sie Hauswurz problemlos in einer Steinanlage oder auf einer Mauer pflanzen (auch auf einem Gründach), zusammen mit anderen kleinen Pflanzen, die mit wenig Substrat auskommen, trockenheitsverträglich sind und volle Sonne mögen. Pflanzen Sie sie zum Beispiel mit Fetthennen, Steinbrech, Sonnenröschen und Wolfsmilch (insbesondere Euphorbia myrsinites) … sowie mit Delosperma, das wunderschöne rosafarbene bis mauve Blüten und fleischiges Laub trägt. Auch die kleinen Phlox subulata sind eine gute Wahl. Sie bedecken sich im Frühjahr mit zahlreichen leuchtenden, oft kräftigen Blüten. Allgemein empfehlen wir Pflanzen mit polsterförmiger oder teppichbildender Wuchsform.

Setzen Sie Hauswurz an den vorderen Rand einer Steinanlage und dahinter etwas höhere Pflanzen, die für mehr Volumen sorgen: Garbe, Lavendel, Agave, Zistrose, Neuseelandflachs, Brandkraut … Pflanzen Sie sie nicht zu dicht, damit sie die Hauswurz nicht überwuchern oder beschatten. Integrieren Sie auch einige Gräser (Carex comans, Schaf-Schwingel, Lagurus ovatus …), die für dekorative Strukturen und Leichtigkeit sorgen! Auch kleine Farne für Steinanlagen wie Cheilanthes lanosa oder Asplenium ceterach passen gut dazu.

Inspiration für die Kombination von Hauswurz in einer Steinanlage

Hauswurz lässt sich problemlos mit anderen Pflanzen für drainierende Substrate in einer Steinanlage kombinieren. Hier: Lewisia (Foto JKehoe), Sempervivum soboliferum (Foto Stephen Boisvert), Euphorbia myrsinites und Phlox subulata ‘Emerald Cushion Blue’ (Foto David J. Stang)

Zusammen mit anderen kleinen Bodendeckern können Hauswurzarten ein originelles, miniaturhaftes Beet bilden. Nutzen Sie zum Beispiel Stachelnüsschen und Azorella trifurcata! Diese hübschen Pflanzen mit kleinen Blättern bedecken den Boden rund um die Hauswurz auf attraktive Weise.

Für Farbe wählen Sie Pflanzen mit kleinen, zarten Blüten: Nelke, Blaukissen, Stiefmütterchen, Campanula muralis … Entdecken Sie auch Antennaria dioica mit ihren niedlichen kleinen Blüten in sanften Farbtönen. Hauswurz harmoniert auch sehr gut mit Lewisia cotyledon, die wie Hauswurz immergrüne grundständige Rosetten bildet und prächtige, oft rosafarbene oder orange sternförmige Blüten hervorbringt.

Hauswurz harmoniert auch gut mit Kaukasus-Gedenkemein, das häufig spontan auf Felsen und Mauern wächst.

Fetthenne und Hauswurz ergänzen sich wunderbar, denn beide sind kleine, winterharte und fleischige Pflanzen mit ähnlichen Ansprüchen. Außerdem bieten sie eine große Vielfalt an Formen und Farbtönen, die sich im Laufe der Jahreszeiten verändern. Fetthennen können gelb, bläulich, grün oder rötlich sein … Sie lassen sich im Topf oder in der Steinanlage leicht mit Hauswurz kombinieren, um eine originelle kleine Szene zu gestalten! Wir empfehlen zum Beispiel die Fetthenne ‘Angelina’ mit ihrer leuchtend gelben Farbe, die neben dunklerer Hauswurz für einen schönen Kontrast sorgt.

Nutzen Sie Hauswurz für eine Steinanlage mit Alpenpflanzen und kombinieren Sie Pflanzen, die man auch in den Bergen finden könnte. Integrieren Sie zum Beispiel Enzian, Steinbrech, Arenaria montana, Alpen-Edelweiß, Lewisia und Mannsschild …

Wenn Sie in einer Region mit mildem Klima und seltenem Frost wohnen, können Sie Hauswurz mit Kalanchoe, Kaktus, Wolfsmilch und Feigenkaktus kombinieren. Setzen Sie auf Sukkulenten mit fleischigen Blättern, die Ihrem Beet ein attraktives exotisches Aussehen verleihen. Entdecken Sie auch das prächtige Aeonium arboreum und Crassula sarcocaulis, zwei sukkulente, verzweigte Pflanzen mit Strauchform. Nutzen Sie die dekorative Silhouette der Agaven, insbesondere der kleinen Agave victoria-reginae mit ihrer weiß berandeten Belaubung. Auch einige Palmlilien können Sie pflanzen. Wählen Sie für ein solches exotisches Beet einen warmen, sonnigen Standort in gut drainierendem Boden, möglichst windgeschützt.

Auch im Topf lässt sich eine wunderschöne Komposition gestalten, indem Sie verschiedene Hauswurzsorten kombinieren und beispielsweise Fetthennen hinzufügen. Im Topf können Sie außen eine herabhängende Pflanze platzieren, etwa Dichondra.

Kombinieren Sie ruhig verschiedene Sempervivum-Arten und -Sorten, um schöne Effekte mit Formen und Farben zu schaffen! Lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf. Hauswurz bietet eine so große Vielfalt, dass die Kombinationsmöglichkeiten nahezu unbegrenzt sind.

Eine Kombination verschiedener Hauswurzsorten, Steinbrech und Fetthennen

Kombinieren Sie verschiedene Hauswurzsorten und spielen Sie mit Formen und Farben. Sie können auch Steinbrech und Fetthennen hinzufügen. Von rechts: Saxifraga paniculata, Sedum reflexum ‘Angelina’ und Sedum reflexum ‘Blue Spruce’ (Foto Алина Кучерява)

 

 

 

Wussten Sie schon?

  • Heilwirkung der Hauswurz

Sempervivum tectorum: Saft wirkt adstringierend, fördert die Heilung; frische Blätter helfen bei Wunden, Stichen und Verbrennungen.

Nützliche Ressourcen

Häufig gestellte Fragen

  • Meine Hauswurz hat längliche, sehr helle Blätter mit orangefarbenen Pusteln. Warum?

    Hauswurzrost (Endophyllum sempervivi) verformt Blätter: lang, blassgrün-gelb, orangegelbe Wucherungen. Befallene Pflanzen entfernen, keine Hauswurz pflanzen.

  • Die Rosetten werden braun und scheinen zu faulen

    Hauswurz leidet unter Nässe: Weniger gießen, vor Regen schützen, drainierend pflanzen. Absterbende Rosetten sind normal: monokarpisch, durch Wurzelschösslinge ersetzt.

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Sempervivum, Hauswurz - Pflegetipps