Wenn der Sommer sich dem Ende zuneigt und die Tage kürzer werden, kann den Gärtner ein Anflug von Melancholie erfassen. Das ist der Spätsommerblues, eine nostalgische Erinnerung an die vergangene Pracht des Gartens in voller Blüte. Fürchten Sie das Ende des Sommers nicht, sondern freuen Sie sich darauf! Während viele Pflanzen nach der sommerlichen Hitze in die Ruhephase gehen, blühen andere unermüdlich weiter oder beginnen gerade erst zu blühen. Von kurzlebigen einjährigen Pflanzen über spät oder lang blühende Stauden bis hin zu Blütensträuchern und Sommerzwiebeln befindet sich Ihr Garten noch lange nicht im Winterschlaf. Salbei, Sonnenhut, Fetthenne, Buschmalve und Hortensie verlängern, kombiniert mit den letzten Blüten der einjährigen Pflanzen, das Blütenspektakel! Diese spät blühenden Blumen schenken dem Garten neues Leben, wenn die meisten Pflanzen ihren großen Auftritt bereits beendet haben. Im Spätsommer kommen sie dem niedergeschlagenen Gärtner zu Hilfe und blühen mit neuer Kraft. Entdecken Sie diese lang blühenden Blumen, die vom Ende des Sommers bis in den Herbst blühen und so die schöne Jahreszeit verlängern!
Einjährige Blumen: ein kurzlebiges, aber spektakuläres Schauspiel
Trotz ihrer kurzen Lebensdauer sind einjährige Pflanzen und Einjährige und zweijährige Pflanzen unverzichtbare Begleiter, um den Garten über viele Monate hinweg üppig zum Blühen zu bringen. Sie erfüllen die unterschiedlichsten Wünsche. Im Freiland oder in Töpfen sorgen sie für farbenfrohe und fröhliche Arrangements. Es gibt sie in unzähligen Farben, die endlose Kombinationen ermöglichen – Ton in Ton oder einfarbig, elegant oder spritzig! Außerdem sind sie einfach zu kultivieren und zu pflegen. Sie schließen Lücken zwischen Sträuchern und Stauden. Diese schönen einjährigen Pflanzen blühen ab Juni meist fünf Monate lang, manchmal sogar länger, ohne Unterbrechung und sorgen so für eine ganze Blütesaison. Trotz ihrer begrenzten Lebensdauer sind diese Einjährigen eine hervorragende Möglichkeit, Ihren Garten bis zum Herbstanfang strahlend und farbenfroh zu halten. Pflanzen Sie die Wurzelballen im Frühjahr. Sie können die Samen auch direkt an Ort und Stelle säen, sobald sich der Boden ausreichend erwärmt hat. In Mixed-Borders, an Beetvorderseiten sowie in Pflanzgefäßen und Balkonkästen kommen sie besonders schön zur Geltung. Sie lassen sich sehr leicht mit anderen Sommerblühern, Stauden oder Sommerzwiebeln kombinieren. Zu den besonders blütenreichen Arten zählen:
- Der Ziertabak oder Nicotiana bringt mit seinen farbigen Trompetenblüten einen Hauch Exotik in den Garten. Die Blüten reichen von Weiß über leuchtendes Rosa bis Rot und duften am späten Nachmittag.
- Auch Petunie, Petchoa und Zauberglöckchen sind wegen ihrer üppigen und ununterbrochenen Blüte bemerkenswert. Sie dauert von Mai bis zum ersten Frost. Mit ihren zwei- oder dreifarbigen sowie gestreiften Trompetenblüten bieten sie eine unendliche Vielfalt an kräftigen, tiefen oder pastelligen Farben – manchmal sogar an der Grenze zum Kitsch.
- Die einjährige Lobelie blüht ohne Unterbrechung bis zum ersten Frost und ist ebenfalls in vielen leuchtenden Farben erhältlich.
- Die eleganten Schmuckkörbchen bezaubern mit großen, einfachen und luftigen Blüten in vielen verschiedenen Farben. Von Juni bis September bilden sie unermüdlich neue Blüten.
- Die Godetien oder Clarkien sind weitere charmante Einjährige. Sie blühen von Juni bis September besonders reich. Ihre großen seidenartigen Blüten erscheinen in verschiedenen, meist zarten Farben, einfarbig oder panaschiert.
- Pelargonien sind unverzichtbar, um Beeten, Rabatten und sonnigen Beeträndern, Ampeln sowie Balkonkästen von Mai bis Oktober Struktur und Farbe zu verleihen. Dazu gehören Zonal-Pelargonie, Efeu-Pelargonie und die „Königin der Balkonblumen“. Für jeden Geschmack und jeden Standort gibt es die passende Sorte.
- Die Garten-Zinnie ist eine hübsche spät blühende Margerite. Sie ist robust, blühfreudig und gehört zu den Einjährigen, die zuverlässig gelingen. Ihre leuchtenden, manchmal sogar üppigen Farben sorgen bis zum ersten Frost für eine ununterbrochene Blüte.
- Die Fuchsie blüht mit hängenden, einfachen oder gefüllten, oft zweifarbigen Glöckchen von Mai oder Juni bis September oder Oktober.
Außerdem gibt es Mädchenauge, Ringelblume (Calendula), Studentenblume (Tagetes), Große Kapuzinerkresse, Fettblatt, Falschen Jasmin, einjährigen Sonnenhut, Doppelhörnchen und Kapmargerite. Sie alle blühen vom Frühjahr bis zum ersten Frost.
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Stauden: das Versprechen dauerhafter Schönheit
Einige üppige oder spät blühende Stauden verlängern die schöne Jahreszeit bis in den Winter. Viele von ihnen blühen weiter, wenn die sommerliche Blütenpracht bereits nachlässt. Ihre Blütezeit reicht vom Beginn des Sommers bis zum ersten Frost. Sie kommen jedes Jahr wieder, benötigen nur wenig Pflege und bieten dafür eine Fülle an Farben. Je nach Wuchshöhe beleben sie den Vordergrund von Beeten, schließen Lücken oder bringen Struktur und Leichtigkeit. Hier finden Sie eine Auswahl unverzichtbarer Stauden, die bis September oder Oktober blühen:
- Die Aster ist ein Muss für den Spätsommer. Diese sehr winterharten Stauden, etwa Herbstastern wie Aster novi-belgii, erhellen den Spätsommer mit ihrer sternförmigen, farbenfrohen Blüte! Von August bis November bedecken sie sich mit zahlreichen kleinen weißen, blauen, violetten oder rosafarbenen Blüten. Als bienenfreundliche Pflanzen ziehen sie zahlreiche bestäubende Insekten an.
- Die Japan-Herbst-Anemone besitzt zarte, sternförmige Blüten und ist aus Spätsommer- und Herbstbeeten nicht wegzudenken. Diese Staude gehört zum typischen „Bauerngarten“ und zählt zu den schönsten Blumen für den Spätsommer im Halbschatten. Von September bis November öffnet sie ihre leuchtenden Blütenkronen. Ihre zarte Schönheit steht im Kontrast zu ihrer Robustheit. Sie verträgt unterschiedliche Boden- und Lichtverhältnisse und akzeptiert auch Sonne, wenn der Boden humusreich ist.
- Sonnenhut bezaubert mit margeritenähnlichen Blüten in leuchtenden Farben. Diese robusten und zuverlässigen Stauden bieten vom Spätsommer bis September oder Oktober eine ununterbrochene, spektakuläre Blüte. Sie sind fruchtbar, pflegeleicht und anspruchslos. In naturnahen Beeten, an Beeträndern und in englischen Mixed-Borders sorgen sie für Farbe. Nach der Blüte verlängern die braunen, an ihren festen Stängeln hängenden Blütenkegel auch in der trüben Jahreszeit die dekorative Wirkung.
- Silber-Perowskie besitzt silbriges, aromatisches Laub und lavendelblaue Blüten. Wie Perovskia atriplicifolia ‘Blue Spire‘ bildet sie von Juni bis September einen anmutigen, blühenden Strauch, in mediterranem Klima sogar bis Oktober. Die besonders lange Blüte zieht den ganzen Sommer über Schmetterlinge, Bienen und Hummeln an.
- Argentinisches Eisenkraut ist ebenfalls eine schöne Staude, die vom Sommer bis in den Herbst blüht. Die luftigen mauveblauen Blütendolden werden von einem unablässigen Flug bestäubender Insekten begleitet.
- Fetthenne wie ‘Autumn Joy’ bringt Farbe in den Frühherbst, wenn der Garten allmählich weniger Blüten zu bieten hat. Sie blüht von August bis November. Mit ihren abwechselnd tiefen, zarten oder leuchtenden Farben verleiht sie dem Spätsommer besonderen Charme.
- Chrysanthemen sind eine gute Möglichkeit, bis spät in die Saison hinein für Farbe zu sorgen. Von September bis November beschenken sie uns mit ihren farbenfrohen, margeritenähnlichen Blüten. Diese harmonieren wunderbar mit dem flammenden Laub und den letzten Blüten des Herbstes.
Zu den weiteren Prachtkerzen mit später Blüte gehören ihre schmetterlingsähnlichen Blüten, die im Wind zu tanzen scheinen. Auch die Sonnenbraut zeigt margeritenähnliche Blüten in einer breiten Palette warmer Farben und bringt den Garten am Saisonende regelrecht zum Leuchten. Denken Sie auch an Garbe, Kugeldistel, Phlox paniculata, Anthemis und Ziersalbei wie Salvia nemorosa "Blue Bouquetta" Alklf. Diese Staude blüht besonders lange und üppig: von Mai bis Oktober in einer außergewöhnlichen Farbe. Auch Fackellilien gehören dazu. Einige Sorten zeigen ihre flammenden Blütenkerzen bis Oktober, etwa Kniphofia rooperi oder ‘Traffic Lights’.
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Blütensträucher: ein Farbenspiel bis in den Herbst
Sommerblühende Sträucher begeistern uns mit ihren farbenfrohen Blüten und verleihen der gesamten Gestaltung Struktur, Textur und Farbe. Sie sind in Sonne oder Halbschatten unverzichtbar: als Hecke, im Beet, als Solitär oder bei klein bleibenden Sorten auch im Topf auf der Terrasse. Einige blühen am Saisonende noch, andere beginnen erst von Mitte August bis Ende September zu blühen und kündigen damit allmählich den Herbst an:
- Der Sommerflieder oder Schmetterlingsstrauch bildet farbige und duftende Blütenähren, die Schmetterlinge unwiderstehlich anziehen. Sie erscheinen von Juli bis September oder Oktober immer wieder neu (‘Adonis Blue’, 'Nanho Purple', Pink Panther).
- Die Chinesische Kräuselmyrte (Lagerstroemia) oder Sommerflieder blüht in großen, dichten Büscheln gekräuselter Blüten. Häufig bietet sie eine zweite Blüte, manchmal sogar bis Oktober (‘Souvenir d’André Desmartis’, 'Périgord Pourpre’).
- Der Hibiscus syriacus oder Garten-Hibiskus erfreut uns den ganzen Sommer über mit einfachen oder gefüllten, zart gekräuselten Blüten. Je nach Sorte reicht die Farbpalette von Weiß bis Violett. Die ersten Blüten öffnen sich im Juli. Im August setzt die Nachblüte ein, die bis zum Ende des Sommers und bis zum Herbstanfang anhält, etwa bei ‘Eruption®’ oder ‘French Cabaret’).
- Die klassische Bauernhortensie oder Hydrangea macrophylla sorgt mit ihren großen, kugeligen Blütenständen am Ende des Sommers für ein spektakuläres Schauspiel. Besonders eindrucksvoll ist der Farbwechsel der Blüten während des Aufblühens. ‘Endless Summer’ gehört zu einer besonders remontierenden Serie und blüht vom Sommerbeginn bis Oktober.
- Die Buschmalve bildet sehr schöne, lange blühende Sträucher. Von Juni bis September oder Oktober bringt sie zahlreiche satinartige Blüten hervor, die an Hibiskusblüten erinnern. Sie sind rosa, blau oder weiß.
- Die Silber-Perowskie fügt sich leicht in naturnahe Pflanzungen ein. Sie bildet einen anmutigen Strauch mit aromatischem, silbrigem Laub und lavendelblauen Blüten. 'Silvery Blue‘ bietet eine endlos erscheinende Sommerblüte in leuchtendem Lavendelblau.
- Strauch-Salbei umfasst sehr blühfreudige Sträucher, deren Blüte je nach Klima von Mai bis Oktober dauert. Wie ‘Hot Lips’ können sie vom Ende des Sommers bis zum Frost üppig nachblühen.
Zu den weiteren spät blühenden Sträuchern gehören die Säckelblumen mit ihren leuchtend blauen Blütentrauben, Spiersträucher mit zarten Blüten, die zahlreiche bestäubende Insekten anziehen, sowie winterharte Fuchsien (Fuchsia magellanica 'Ricartonii'). Auch der Vitex agnus castus ‘Latifolia’ schmückt sich im August und September mit blauvioletten Blütenrispen.

Sommerzwiebeln: eine Überraschung aus der Erde
Diese verborgenen Schätze bringen Ihre Beete, Beetränder und Pflanzgefäße bis in den Herbst hinein zum Leuchten. Ihre späte Blüte beginnt, wenn andere Pflanzen bereits zu verblühen beginnen. Zu den schönsten Zwiebelblumen, deren Blüte Sie bis in den Herbst genießen können, gehören:
- Dahlien sind die Meister einer langen Blütezeit: von Juni oder Juli bis September oder Oktober, in milden Regionen sogar bis November. Ob Pompon-Dahlie, Riesen-Dahlie oder Zwerg-Dahlie, Beet-Dahlie, Schmuck-Dahlie, Kaktus- oder Semikaktus-Dahlie oder Bauern-Dahlie: Diese üppig blühenden Sommerzwiebeln bieten eine unendliche Auswahl. Fantasievoll oder schlicht, üppig oder romantisch – sie erfüllen jeden Gestaltungswunsch. Außerdem eignen sie sich hervorragend als Schnittblumen. Das leuchtende Schauspiel im Spätsommer und Herbst ist die Belohnung für die Geduld des Gärtners. Da Dahlien frostempfindlich sind, müssen Sie die Knollen in kalten Regionen im Herbst aus der Erde nehmen.
- Inkalilien oder Alstroemerien sind kräftige Zwiebelpflanzen. Sie bringen von Juni bis Oktober zahlreiche stilisierten, leuchtend gefärbten und braun gefleckten Blüten hervor. Sie eignen sich gleichermaßen für Sträuße und zur Bepflanzung von Beeten und Pflanzgefäßen.
- Gladiolen sind weitere Zwiebelpflanzen, die von Juli bis September oder Oktober prachtvoll blühen und ihre langen, farbenfrohen Blütenstände präsentieren. Sie begleiten sogar das Gemüse im Nutzgarten!
- Blumenrohr bringt mit seinen großen tropischen Blättern und flammenfarbenen Blüten am Ende des Sommers eine exotische und üppige Note in den Garten. Die Pflanzen können 1,5 bis 2 m hoch werden. Besonders beliebt sind sowohl ihre warmen Blütenfarben in Gelb, Orange oder Rot als auch ihr äußerst dekoratives Laub. Einige Sorten wie Canna 'Durban' blühen von Juli bis zum Frost. Anschließend müssen Sie sie zum Überwintern ins Warme holen.
Vernachlässigen Sie schließlich auch nicht die Spinnenlilien, die auch Rote Spinnenlilien genannt werden. Diese Zwiebelpflanzen bieten ein faszinierendes Schauspiel: Ihre blattlosen Stängel erscheinen am Ende des Sommers aus dem Boden. Danach öffnen sich exotische, trompetenförmige Blüten. Auch Schopflilien und die Montbretien, die am Ende des Sommers zwei Monate lang in feurigen Farben blühen, harmonieren gut mit dem Herbstlaub.

Gräser: die Tänzerinnen des ausklingenden Sommers
Ziergräser sind für alle Gärtner unverzichtbar, die die Schönheit ihres Gartens über den Sommer hinaus verlängern möchten. Ihre Schönheit zeigt sich am Saisonende und bleibt sogar im Winter erhalten, wenn die Halme vertrocknen. Neben ihrem feinen, dekorativen Laub bezaubern Ziergräser auch mit zarten, feinen oder federartigen Blütenständen. Mit ihrem grazilen, bewegten Erscheinungsbild kaschieren sie verblühte Pflanzen und bleiben auch im Winter dekorativ, wenn ihre Ähren verblüht sind. Ihre luftige Silhouette und ihre zarten Farbtöne harmonieren perfekt mit der Farbpalette spät blühender Pflanzen. Dabei bringen sie Struktur und Bewegung in die Gartengestaltung. Sie sind ideale Begleitpflanzen für herbstblühende Stauden wie Astern, winterharte Chrysanthemen und Japan-Herbst-Anemonen. Zu den Ziergräsern, die freundlicherweise am Ende des Sommers blühen, gehören:
- Das Lampenputzergras oder „Federborstengras“ zeichnet sich durch bemerkenswert seidig schimmernde Ähren aus, die elegant im Wind tanzen. Zwar blühen alle Sorten bis Oktober, doch einige wie das Lampenputzergras ‘Hameln’ zeigen ihre cremeweißen, braun schimmernden, bürstenförmigen Ähren erst ganz am Ende des Sommers, im September und Oktober.
- Chinaschilf oder „Chinesisches Schilf“ beschenkt uns von August bis Oktober mit einer üppigen Blüte, die je nach Sorte rosa, rot oder silbrig erscheint. Die seidig schimmernden Rispen funkeln in der tief stehenden Sonne. Das Laub reicht von Grün bis Gold und bildet einen wunderbaren Kontrast zu den farbigen Blüten.
- Nicht zu vergessen ist das Diamant-Reitgras (Calamagrostis brachytricha). Es zählt mit seinen beige bis purpurviolett gefärbten Ähren, die selbst unter Raureif erhalten bleiben, zu den schönsten Herbstgräsern.

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