Blumenküche

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Essbare Blumen: Welche wählen, wie verwenden?

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 1. Juni 2026  durch Gwenaëlle 8 min.

Blumen bereichern die Küche: roh, gekocht oder kandiert. Entdecken Sie Rezepte von der Großen Kapuzinerkresse bis zum Mädesüß.

Schwierigkeit

Frische Blumen in der Küche

Viele Blüten werden beim Kochen dunkel, wodurch kein ansprechendes Ergebnis entsteht. Deshalb verwendet man sie meist frisch, etwa Flieder, Kapuzinerkresse und viele andere.

Frisch gepflückte Blüten zum Verzieren von Frühlings- oder Sommergerichten zu verwenden, gehört zweifellos zu den kleinen Freuden des Kochens, die man sich nicht entgehen lassen sollte – besonders wenn Sie etwas Kreativität suchen! Sie bringen nicht nur leuchtende Farben und einen beim Anrichten oft erwünschten Kontrast auf den Teller, sondern auch ihr teils kräftiges, pfeffriges Aroma und ein anderes Mundgefühl. Sie dienen keineswegs nur zur Dekoration: Auch Salate gewinnen durch oft ungewöhnliche Geschmacksnoten.

Farbintensive Anrichteideen sind nicht nur den Tafeln großer Köche vorbehalten. Auch zu Hause können Sie sich davon inspirieren lassen:

  • Mit einer langen Anrichtzange vorsichtig auf Salate mit Fisch oder Meeresfrüchten legen.
  • Über einen Obstsalat streuen.
  • Als letzten Akzent unter Basmatireis mit Ringelblume mischen – für Reis wie in Indien und vieles mehr.

Frische Blüten können auch roh verarbeitet werden:

  • Im Mörser für ein Pesto aus Bärlauch oder Schnittlauch, dessen Blüten Sie ebenfalls verwenden können, zusammen mit Kapuzinerkresse.
  • Eingelegt, etwa als Blütenkapern: Wie macht man Kapern aus Kapuzinerkresse? ; Wie macht man Kuhblumenkapern?
  • In ein Risotto eingearbeitet, wie in diesem originellen Rezept.
  • Zum Aromatisieren von Butter: mit Schnittlauchblüten oder Rosen-Pelargonie …
  • Für ein besonderes Omelett mit Knoblauchblüten.
  • In einem Milchdessert aufgegossen: Eis, Sorbets, Cremes oder Panna cotta sind weitere kleine Köstlichkeiten für alle Naschkatzen! Dazu werden frische (idealerweise) oder getrocknete Blütenblätter einfach in Milch oder Sahne aufgegossen, bevor das Rezept zubereitet wird.
    Auch hier gibt es zahlreiche geeignete Blüten, allen voran Lavendel und die Rose, die in libanesischen und nahöstlichen Milchdesserts wunderbar zur Geltung kommt, sowie Waldmeister mit seinem köstlichen Mandel- und Vanillegeschmack, ebenso wie Mädesüß (Filipendula) und andere.
  • Mit Frischkäse: Sie können auch einen Frischkäse aus Ziegen- oder Kuhmilch mit einer kleinen Mischung aus getrockneten Blüten und Kräutern bedecken. Diese verströmen krautige, holzige und blumige Noten. Lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf: Streuen Sie einfach eine grob zerkleinerte Blütenmischung über den Käse, drücken Sie sie leicht an und lassen Sie ihn ein bis zwei Tage bei Raumtemperatur in einer Vorratskammer reifen.

Die besten essbaren Blüten für den Rohverzehr: Kapuzinerkresse, Ringelblume, Stiefmütterchen, Borretschblüten mit ihren jodartigen Noten, Goldmohn für seine leuchtend orange Farbe sowie die Blüten von Salbei (alle Arten!). Übersehen Sie auch nicht die Blüten vieler Pflanzen aus dem Kräuterbeet: Sie sind ebenso interessant wie die Blätter, etwa bei Basilikum, Minze, Thymian, Dost sowie bei Dahlien- und Tulbaghieblüten …

Kochtipp: Frische Blüten sollten erst im letzten Moment verwendet werden, da sie nicht lange warten können – besonders auf einem warmen Gericht, das gerade dekoriert wurde. Verwenden Sie eine spezielle Anrichtzange.

Ideen für Blüten in der Küche

Zarte frische Blüten müssen vorsichtig behandelt werden

→ Auch lesen: Essbare Blüten: Stiefmütterchen in der Küche! ; Wie verwendet man Kapuzinerkresse in der Küche? ; Wie verwendet man Tulbaghie in der Küche? und Wie verwendet man Portulak in der Küche?

„Gekochte“ Blumen

Für die Zubereitung in der Pfanne oder im Ofen eignen sich keine einzelnen Blütenblätter, sondern große Blüten oder Blütenstände in Form von Dolden, Schirmtrauben oder Trauben.

Blüten zum Füllen

Natürlich denkt man sofort an gefüllte Zucchiniblüten, ein typisches Gericht aus Südfrankreich, das die milde ganze Zucchiniblüte mit einer cremigen Füllung aus Ricotta oder einem anderen Frischkäse wie Brousse verbindet. Sie können durch alle Kürbisblüten ersetzt werden, etwa durch die Blüten des Kürbisses, die sich perfekt für einzelne gefüllte Blüten eignen und ähnlich schmecken. Pflücken Sie zu Beginn der Saison die männlichen Blüten, damit Ihre spätere Ernte von Zucchini oder Kürbissen nicht zu stark beeinträchtigt wird. Selbstverständlich brauchen Sie ausreichend große Blüten, um kleine gefüllte Portionen zuzubereiten. Auch Taglilien werden häufig zum Füllen verwendet, meist ungegart.
Mein Tipp: Ungefüllte Zucchiniblüten, kurz in Öl mit Knoblauch angebraten, geben einem einfachen Nudelgericht das gewisse Extra – probieren Sie es aus!

essbare Blüten in der Küche

Gefüllte Zucchiniblüten

Blüten in Tempura und im Teigmantel

Zucchiniblüten lassen sich auch als herzhafte Krapfen zubereiten. Für süße Krapfen sind bei uns Holunderblüten und Blüten der Mimose der Gärtner besonders bekannt. Achten Sie auf die kurze Garzeit des Tempurateigs, damit das Aroma der Blüten erhalten bleibt.
Praktischerweise hält man die Blüten am erhaltenen Stielende fest und taucht sie so in den Teig. Etwas Puderzucker darüber – und schon können Sie diese Köstlichkeit genießen … Probieren Sie auch Ringelblumenblüten im Tempurateig!

Pascale verrät Ihnen ihr Rezept: Wie bereitet man Holunderblütenküchlein zu?

frittierte Blüten als süßes Dessert

Holunder und Mimose der Gärtner

Blüten für Gelees

Dank ihres natürlichen Zuckergehalts eignen sich viele Blüten auch für die Zubereitung von Blütengelees und kandierten Blüten. Verwendet werden ausschließlich die zucker- und mineralstoffreichen Blütenblätter. Zunächst werden sie aufgekocht und über Nacht ziehen gelassen, bevor am nächsten Tag das Gelee zubereitet wird. Die Rose ist zwar die Königin unter den Blüten für Gelee, doch auch die Kuhblume sorgt für ein außergewöhnliches Ergebnis: eine leicht bittere, goldene Art Honig. Ähnlich schmeckt der Klatsch-Mohn. Ebenfalls geeignet sind Holunderblüten, Blüten von Jasmin, Roseneibisch, Pfeifenstrauch und sogar Mimose der Gärtner.

Blütenblätter enthalten kein Pektin – deshalb müssen Sie unbedingt Gelierzucker und Zitrone verwenden. Blütengelees harmonieren gut mit saisonalen Früchten: Holunder und Himbeere ergeben eine köstliche Mischung, ebenso Rose und Erdbeere oder Johannisbeere.

Küchentipp: Verwenden Sie idealerweise eine Mischung aus Blüten und Äpfeln, die von Natur aus reich an Pektin sind. So erhalten Sie ein köstliches Gelee ganz ohne industrielles Geliermittel – besonders für Puristen!

→ Ingrid hat für uns das Rezept für Kuhblumengelee und das Rosenblütenblättergelee ausprobiert.

Rosenkonfitüre, Kuhblumengelee

Rosengelee und Kuhblumenkonfitüre

Blüten für selbst gemachte Sirupe

Wie schön, den eigenen Blütensirup zu Hause zuzubereiten! Anders als die künstlichen Aromen handelsüblicher Sirupe bieten selbst gemachte Blütensirupe eine weitere Möglichkeit, die säuerlichen oder milden Noten bestimmter Blüten in der Küche einzusetzen.
Der Klatsch-Mohn ist dafür wohl die interessanteste Blume: Seine leuchtend rote Farbe bleibt auch nach dem einfachen Einkochen mit Wasser und Zucker gut erhalten. Außerdem ist er dank seiner reizlindernden Eigenschaften gesund.
→ Lesen Sie unsere Anleitungen: Wie bereitet man Klatsch-Mohn-Sirup zu? ; Wie macht man Lavendelsirup? ; Das Rezept für März-Veilchen-Sirup.

selbst gemachten Klatsch-Mohn-Sirup zubereiten

Klatsch-Mohn-Sirup

Getrocknete Blumen

Ernten Sie stets gut geöffnete Blüten am Morgen und trocknen Sie sie drinnen in einem Raum auf einem großen Baumwoll- oder Leinentuch. Wenn Sie über einen gut belüfteten Dachboden verfügen, trocknen Sie sie am besten gebündelt und kopfüber aufgehängt. Sie können sie auch im Dörrautomaten trocknen. In jedem Fall sollten Sie sie nicht in der prallen Sonne trocknen.

Blüten als Aufguss oder Haustee

Wie Blätter werden auch Blüten für verschiedenste Kräutertees verwendet. Dafür nutzt man ausschließlich zuvor getrocknete Blüten. Der Aufguss wird meist heiß getrunken, doch einige Blüten wie der Roseneibisch dienen zur Zubereitung von Hibiscus-Tee oder Karkade, der im Winter heiß und im Sommer auch eisgekühlt getrunken wird.
Sie können auch eigene Mischungen für einen Haustee kreieren und ausprobieren, indem Sie einige getrocknete Blüten mit verschiedenen aromatischen Kräutern kombinieren. Oder verwenden Sie die Blüten allein, wie etwa Kamillenblüten.
Zu den Blüten, die wegen ihres Geschmacks, ihrer farbigen Note oder ihrer gesundheitlichen Vorteile geschätzt werden, zählen Kornblume, die sich in unaromatisiertem Schwarztee gut macht, Garten-Nelke, Roseneibisch, Gemeine Schafgarbe, Duftnessel, Stockrose, Mädesüß (Filipendula ulmaria) und sogar Rosen-Pelargonie, mit der Sie die große Köchin Anne-Sophie Pic nachahmen können!
→ Ideen mit unseren Anleitungen: Wie trocknet man Kamillenblüten? ; Wie trocknet man Roseneibischblüten? ; Wann und wie trocknet man Holunderblüten? ; Wie trocknet man Rosen? ; Wie erntet und trocknet man Mädesüß? ; Wie trocknet man Chrysanthemenblüten? ; Nelken trocknen.

Blüten für Aufgüsse und Tees

Kornblume mit Tee gemischt – für Geschmack und Farbe

Kandierte Blüten in der Confiserie

Selbst gemachte Blütenbonbons fangen den Duft der Blüten in ihrer Zuckerschale ein – ebenso ihre schöne Farbe.

Die Toulouse-Veilchen dürften den Älteren unter uns noch bekannt sein: eine zarte Süßigkeit, die aus frischen Blütenblättern hergestellt wird, die in Zucker kandiert werden. Sind diese kleinen Bonbons aus vergangenen Zeiten für manche eine Proust’sche Madeleine, lässt sich die kandierte Blüte auch mit anderen Blumen zubereiten, etwa mit Rosen, Flieder, Klatsch-Mohn, Freesien, Kultur-Apfel- oder Heckenrosenblüten. Oder Sie sind wie ich und haben im März den Garten voller kleiner Veilchen (Achtung: Gemeint ist Viola odorata, das für seinen Duft geschätzt wird).
Diese zarten Süßigkeiten sehen auf aufwendig dekorierten Torten oder Cupcakes besonders schön aus.

Hausgemachte kandierte Blüten

Das Veilchen ist der Klassiker unter den kandierten Blüten für elegante Desserts

Essbare Blüten für den Tisch pflücken: Tipps

Nur bekannte, unbehandelte Wild- oder Gartenblumen verwenden. Frisch ernten, grüne Teile, Stempel und Staubblätter entfernen, rasch verarbeiten.

Mehr dazu ...

Wer Blüten in der Küche mag, findet in einigen Büchern viele Anregungen. Besuchen Sie unsere Rubrik: Bücher zum essbaren Garten.

Dort finden Sie: Toutes les plantes belles et comestibles von Didier Willery und Pascal Garbe (Ulmer), eine umfassende Sammlung essbarer Pflanzen mit überraschenden Rezepten; Tout cuisiner au jardin von Pascal Garbe (Ulmer, 2023) und weitere kleine Schätze.

Lassen Sie sich auch von vielen Rezepten inspirieren, die wir in unserer Rezeptesammlung getestet haben!

In manchen tropischen Ländern und in der japanischen Küche werden Blüten schon viel länger verwendet als bei uns. Die ganzjährig reiche Pflanzenwelt erlaubt dort gewagte Kreationen mit Lotus, Tiaré und Jasmin – für noch mehr Exotik auf dem Teller! Entdecken Sie zum Beispiel La cuisine des fleurs et des plantes tropicales von Wilfrid Kobylt (Éditions Au vent des îles, 2025).

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Essbare Blüten: Ideen für raffinierte Gerichte