Frostempfindliche Obstbäume
Unsere Auswahl an Obstgehölzen mit früher Blüte
Inhaltsverzeichnis
Diese 6 frostempfindlichen Obstbäume blühen früh und leiden unter Spätfrost. Pflanzen Sie sie nur in milden Regionen, etwa im Süden Frankreichs.
Warum manche Obstbäume nicht überall gepflanzt werden können?
Frühe Blüten leiden unter Spätfrost: Welche Obstbäume eignen sich im Norden, welche nur im Süden oder an geschützten Standorten?
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Mandelbaum: Pflanzen, Rückschnitt, ErnteMandelbaum: frühester aller Obstbäume
Im Süden kündigt der Mandelbaum (Prunus dulcis) den Frühling an, da er als erster Baum blüht. Ab Februar, manchmal sogar schon Ende Januar, bezaubert der Mandelbaum mit seiner zarten, duftenden und nektarreichen weißrosa Blüte. Bestäubende Insekten lassen sich davon nicht täuschen und besuchen die Mandelbäume, sobald sie aus ihrer Winterruhe erwachen. Sie sind besonders wichtig, da die meisten Mandelbäume selbststeril sind und die Begleitung anderer Mandelbäume verschiedener Arten benötigen.

Die Blüten des Mandelbaums sind wegen ihrer frühen Blüte sehr empfindlich
Der zur Familie der Rosengewächse gehörende Mandelbaum stammt aus Asien und wurde im Mittelmeerraum, dessen sonniges Klima er schätzt, früh eingebürgert. Obwohl er winterhart ist (immerhin bis -25 °C), ist seine sehr frühe Blüte durch Spätfröste gefährdet. Ihn außerhalb des Mittelmeerraums zu pflanzen, ist daher riskant …
Die Pflanzung erfolgt im Herbst in gewöhnlichen, gut drainierten, leichten und tiefgründigen Boden. Der Standort sollte sonnig und vor kalten Winden geschützt sein. Unter diesen Bedingungen können Sie ab Juni oder Juli frische Mandeln und von Ende August bis Anfang September trockene Mandeln ernten.
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Aprikose: Blüte ab März
Dieser Obstbaum blüht ebenfalls früh im Frühjahr. Ab März erscheinen die Blüten der Aprikose (Prunus armeniaca) meist vor oder bei manchen Sorten gleichzeitig mit den Blättern. Die kleinen weißen oder rosafarbenen Blüten halten nur kurz und locken mit ihrem Nektar zahlreiche Bestäuber an. Die meist selbststerile Aprikose ist selbstfruchtbar, trägt aber erst 3 bis 4 Jahre nach der Pflanzung und erreicht ihre volle Reife mit etwa 7 Jahren.

Frost kann bei Kontakt mit den Blüten die Aprikosenernte gefährden
Auch außerhalb südlicher Regionen können Sie eine Aprikose pflanzen. Sie ist bis -20 °C winterhart, sollte jedoch geschützt an einer Mauer, an einem sehr sonnigen und unbedingt vor kalten Zugluft geschützten Standort stehen. Geeignet sind Sorten wie ‘Tardif de Tain’, ‘Tardif de Bornareil’, ‘Rouge Tardif Delbard’, ‘Luizet’, ‘Bergeron’ … Doch Vorsicht: Spätfröste zerstören die Blüten bereits ab -2 °C! Außer in einem günstigen Mikroklima ist der Anbau daher ausgeschlossen. Im Süden ist die Aprikose problemlos: Sie liebt leichte, gut durchlässige Böden. Gepflanzt wird sie im Herbst. Da Ihr Klima mild ist, wählen Sie früh blühende Sorten wie die sehr ertragreiche ‘Canino’, ‘Rouge de Roussillon’ oder ‘Muscat de Nancy’
Die Aprikosenernte erstreckt sich je nach Sorte von Ende Mai bis Anfang September.
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Aprikosenbaum: Pflanzung, Rückschnitt und PflegePfirsichbaum: Obstbaum für mildes Klima
Der Pfirsichbaum (Prunus persica), ein weiteres Mitglied der Familie der Rosengewächse, blüht rosa oder weiß – und zwar zwischen März und April. Daher hängt der Fruchtansatz auch hier stark von den Temperaturen in diesen beiden Monaten ab. An der südfranzösischen Küste gibt es in dieser Zeit, von sehr seltenen Ausnahmen abgesehen, keinen Frost. Sie können verschiedene Sorten anbauen, darunter frühere oder spätere Pfirsiche und Nektarinen. Das ist problemlos möglich, da Pfirsichbäume selbstfruchtbar sind.

Die Blüten des Pfirsichbaums sind sehr frostempfindlich
Außerhalb Südfrankreichs ist während der Blüte jedoch weiterhin mit Frost zu rechnen. Wenn Sie trotzdem weiße oder gelbe Pfirsiche, Nektarinen oder Weinbergpfirsiche ernten möchten, müssen Sie Ihren Pfirsichbaum unbedingt an einem sonnigen, vor Zugluft und kalten Winden geschützten Standort pflanzen, zum Beispiel an eine nach Süden ausgerichtete Mauer. In unserem großen Sortiment an Pfirsichbäumen finden Sie unter anderem die Nektarine ‘Morton’ mit süßen Früchten, den Pfirsichbaum ‘Amsden’, eine sehr wüchsige alte Sorte, oder den Pfirsichbaum ‘Téton de Venus’ mit großen, spitzen und ovalen Früchten.
Mit späteren Sorten erhöhen Sie ebenfalls Ihre Chancen auf eine Ernte. Pfirsichbäume, die Weinbergpfirsiche hervorbringen, wie der Pfirsichbaum ‘Sanguine de Savoie’, der gelbe Weinbergpfirsich oder der Pfirsichbaum ‘Sanguine vineuse’, sind in der Regel später reif, bleiben aber empfindlich gegenüber Nachtfrösten.
Wie die meisten Obstbäume bevorzugt auch der Pfirsichbaum einen leichten, tiefgründigen und gut drainierten Boden. Die Pflanzung erfolgt am besten im Herbst.
Japanische Wollmispel, Baum mit köstlichen Früchten
Die Japanische Wollmispel (Eriobotrya japonica), ein Obstbaum aus der Familie der Rosengewächse (noch einer!), hat nichts mit der Echten Mispel (Mespilus germanica) zu tun. Die eine stammt aus den warmen Bergregionen Chinas, die andere aus Nordeuropa. Ihre Winterhärte ist also sehr unterschiedlich. Die Chinesische Wollmispel ist besonders frostempfindlich. Ihre weißen bis cremefarbenen Blütenstände erscheinen nämlich bereits im Oktober oder November. Nicht Spätfröste im Frühjahr gefährden daher den Fruchtansatz, sondern vielmehr Kälte und Frost, die in manchen Regionen dann schon längst herrschen. Die Blüten vertragen keine Temperaturen von -3 bis -5 °C.

Die Blüten der Japanischen Wollmispel erscheinen im September oder Oktober und sind daher kälteempfindlich
Für eine gute Ernte der Bibassas (auch Bibaces genannt) pflanzt man die Japanische Wollmispel daher in südlichen oder ozeanisch geprägten Regionen mit sehr milden Wintern. Die Früchte reifen im Mai und Juni, manchmal schon ab April. Der Baum bevorzugt viel Sonne und einen windgeschützten Standort. Der Boden sollte gut drainiert, tiefgründig und locker sein.
Westlicher Erdbeerbaum, Strauch der Garrigue
Der Westliche Erdbeerbaum (Arbutus) wächst wild in felsigen, trockenen Gebieten, in Garrigues und Macchien sowie an sandigen Ufern der Atlantikküste. Als durch und durch mediterraner Baum liebt er Wärme und fürchtet vor allem starke Fröste. Dennoch ist er bis -15 °C winterhart und kann daher (fast) überall in Frankreich gepflanzt werden.
Die Ernte der Erdbeerbaumfrüchte kann dagegen deutlich schwieriger sein. Denn der Erdbeerbaum hat eine Besonderheit: Seine Früchte entwickeln sich sehr langsam. Es dauert fast ein ganzes Jahr, bis reife, kräftig gefärbte Früchte entstehen. Sie reifen im September und Oktober, zeitgleich mit den neuen Blüten. Daher können Blüten oder Früchte im Winter zerstört werden, wenn die Kälte zu intensiv ist oder die Fröste zu stark und lang anhalten.

Die Früchte des Westlichen Erdbeerbaums reifen im September und Oktober, zeitgleich mit den neuen Blüten
Im mediterranen oder ozeanischen Klima ist eine Ernte von Früchten, die kleinen Erdbeeren ähneln, daher sicher. Zudem ist dieser Strauch leicht zu kultivieren und gedeiht auf mageren, eher sauren, leichten und gut durchlässigen Böden. Er eignet sich außerdem ideal als frei wachsende Hecke oder an einer windgeschützten Mauer. Arbutus unedo ist am weitesten verbreitet und am einfachsten zu kultivieren.
Granatapfelbaum: langlebiger Obstbaum
Beim Granatapfelbaum (Punica granatum), einem für die Mittelmeerkulturen typischen Baum, fällt vor allem die Blüte auf. Sie leuchtet rot oder orange und dauert den ganzen Sommer. Die Blüten sind also nicht durch Frost gefährdet. Die Fruchtbildung erfolgt von Ende September bis Ende Oktober. Auch dann besteht kaum Frostgefahr. Zudem verträgt der Granatapfelbaum je nach Sorte Temperaturen von etwa -10 °C bis -15 °C. Somit scheinen alle Voraussetzungen für einen Anbau überall gegeben. Doch weit gefehlt: Für die Fruchtbildung braucht der Granatapfelbaum lange Wärmeperioden, die er nur an der südfranzösischen Küste findet. Anderswo kann er wachsen, trägt aber nur selten Granatäpfel.

Für die Fruchtbildung braucht der Granatapfelbaum eine lange Wärmeperiode
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