Haselnüsse ernten und lagern

Haselnüsse ernten und lagern

Alles über Erntezeit und Lagerung von Haselnüssen: unsere Tipps

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 13. November 2025  durch Pascale 6 min.

Ob im Garten oder in freier Natur: Die Hasel (Corylus avellana) fällt durch ihre hängenden, oft hübsch gefärbten Kätzchen, purpurfarbenes Laub oder ihre gedrehte Wuchsform auf. Ihre eigentliche Attraktivität verdankt die Hasel jedoch ihren Haselnüssen. Auch Eichhörnchen wissen das und lieben die nährstoffreichen Schalenfrüchte, von denen sie Vorräte für den Winter anlegen. Wie wäre es, dem kleinen Nager mit dem schönen rotbraunen Fell zu folgen? Wir erklären, wann und wie Sie Haselnüsse ernten und sie optimal lagern, damit Sie sie das ganze Jahr über genießen können.

Lesen Sie auch unser Merkblatt Hasel, Corylus: pflanzen, zurückschneiden und pflegen oder entdecken Sie unser komplettes Hasel-Sortiment.

Möchten Sie wissen, ob die Hasel für Ihre Klimaregion, Ihren Boden und Ihren Standort geeignet ist? Nutzen Sie unsere persönlichen Empfehlungen mit unserer Web-App Planfit.

Sommer, Herbst Schwierigkeit

Wie entsteht eine Haselnuss?

Vorweg: Beim Hasel ist Geduld gefragt. Er trägt erst nach 5 bis 6 Jahren, eine gute Ernte von etwa 7 bis 12 kg pro Baum ist eher nach 8 Jahren zu erwarten. Dafür belohnt der Hasel Ihre Ausdauer mit einem langen Leben: Er kann bis zu 60 Jahre alt werden und fruchten.

Der monözische Hasel zeigt seine männlichen Blüten (die bekannten Kätzchen) auffällig, seine weiblichen Blüten dagegen eher unscheinbar: kleine rote Büschel, die aus einem knospenähnlichen Knäuel hervorgehen. So, könnte man meinen, stellt er sicher, dass seine Art erhalten bleibt! Doch weit gefehlt, denn die Blütezeiten liegen auseinander. Kaum sind die Haselnüsse geerntet, beginnen sich die Kätzchen zu bilden. Von Dezember bis März schmücken sie die Zweige des Hasels und locken zahlreiche Bestäuber an, die nach der Winterruhe hungrig sind. Der Wind trägt den Pollen zu den weiblichen Blüten, die erst im März und April aufblühen. Der Pollen eines Hasels ist also längst verweht, bevor seine eigenen weiblichen Blüten empfängnisbereit sind!

corylus avellana - noisetier

Männliche und weibliche Blüten des Hasels

Um möglichst viele Haselnüsse ernten zu können, pflanzen Sie am besten eine Sorte mit versetzter Blütezeit, um die Fremdbestäubung zu fördern. So passt der Hasel Longue d’Espagne beispielsweise gut zu ‘Merveille de Bollwiller’ oder ‘Fertile de Coutard’.

Haselnüsse ernten: wann und wie?

Der richtige Zeitpunkt zur Haselnussernte

Um herauszufinden, wann Sie Haselnüsse ernten können, warten Sie einfach auf ein Eichhörnchen. Es irrt sich nicht! Ansonsten gilt: Je nach Sorte reifen Haselnüsse ab Spätsommer, ab Ende August wie beim Haselstrauch ‘Géant de Halle’, bis September, Oktober oder sogar November wie bei ‘Merveille de Bollwiller’.

Corylus avellana

Haselnüsse sind reif, wenn Schale und Hülle sich von Grün zu Braun verfärbt haben

Im Allgemeinen kündigt sich die Ernte durch das selbstständige Herabfallen der ersten Haselnüsse an. Ein weiteres gutes Anzeichen: Die Hülle, also die aus Hochblättern bestehende pflanzliche Hülle um die Schale der Haselnuss, trocknet und zieht sich leicht zusammen. Gleichzeitig verfärbt sich die Schale der Haselnuss braun.

Haselnüsse richtig ernten

Natürlich können Sie einfach warten, bis die Haselnüsse auf den Boden fallen, und sie auflesen. Eine unter dem Baum ausgebreitete Plane erleichtert die Ernte. Sie können auch einfach die Fläche unter der Verzweigung des Baumes mähen. Schütteln Sie den Haselstrauch vorsichtig mit einer Stange, um die Ernte zu erleichtern.

Ansonsten lassen sich reife Haselnüsse durch einfachen Druck mit den Fingern leicht lösen.

Die Haselnussernte kann sich über 4 bis 6 Wochen erstrecken.

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Haselnüsse zum sofortigen Naschen

Die Ernte ist abgeschlossen und fällt recht erfreulich aus. Dennoch sind manche Haselnüsse nicht zur Lagerung und zum Verzehr geeignet.

Direkt nach der Ernte …

Nicht selten befällt der Haselnussbohrer (Curculio nucum) reife Früchte. Das weibliche Tier bohrt im Mai oder Juni ein Loch in die Haselnuss und legt dort seine Eier ab. Die 5 bis 10 Tage später schlüpfende Larve ernährt sich vom Fruchtfleisch, worauf die Nuss vorzeitig zu Boden fällt. Befallene Haselnüsse weisen bei genauer Kontrolle ein gut sichtbares kleines Loch auf. Um wurmige und hohle Haselnüsse zu erkennen, können Sie sie auch in ein Gefäß mit Wasser legen. Die Nüsse, die auf den Boden sinken, sind essbar; die anderen sollten Sie entsorgen.

Frische Haselnüsse verzehren

Frische Haselnüsse können Sie sofort verzehren. Ihre Textur ist knackig, ohne zu hart zu sein. Ihr Geschmack ist dezent und fruchtig. Entfernen Sie zunächst die trockene Hülle, um die braune Schale freizulegen. Knacken Sie die Schale anschließend mit einem Nussknacker, ohne dabei die Nuss zu beschädigen.

Ohne Schale sind Haselnüsse höchstens 3 Wochen haltbar, sofern Sie sie in einem luftdicht verschlossenen Behälter aufbewahren. Danach werden sie ranzig.

Haselnuss

Durch das Rösten lässt sich die Haut der Haselnüsse entfernen

Haselnüsse trocknen und lagern

Wenn die Ernte gut ausgefallen ist, können Sie Ihre Haselnüsse problemlos mehrere Monate lagern.

  • Entfernen Sie vor dem Trocknen und Einlagern die trockenen Hüllblätter
  • Bürsten Sie die Haselnüsse ab, um Erd- und Grasreste zu entfernen, die Fäulnis verursachen könnten
  • Legen Sie die Haselnüsse in Kisten oder auf Trockengitter
  • Stellen Sie sie an einen warmen, trockenen und gut belüfteten Ort und lassen Sie sie eine Woche lang trocknen.
noisette

Getrocknete Haselnüsse halten sich in einem Korb oder einer Kiste mehrere Monate

Getrocknete Haselnüsse lagern Sie in einem Korb oder einer Kiste, damit die Luft zirkulieren kann. Bewahren Sie den Behälter an einem kühlen, gut belüfteten und lichtgeschützten Ort auf, etwa im Keller oder auf dem Dachboden. Wenden Sie die Nüsse regelmäßig, um beschädigte oder verschimmelte Früchte zu erkennen.

Denken Sie auch daran, Ihre Haselnüsse vor Mäusen und Wühlmäusen zu schützen, die ihre Schale mit den scharfen Schneidezähnen durchbeißen können. Ein Gitter mit sehr engen Maschen kann abschreckend wirken. Andernfalls ist die Anschaffung einer Katze sehr zu empfehlen!

Was tun mit noch grünen Haselnüssen?

Grüne Haselnüsse nach Sturm oder Hagel: Reifen sie noch? Nein: Sie schmecken nicht, enthalten unreife Samen und reifen nach dem Fall nicht nach.

Haselnuss: vom Garten auf den Teller

Haselnüsse schmecken köstlich, einfach pur geknabbert. Wer die dünne braune Haut nicht mag, kann sie häuten. Nach dem Knacken der Schale die Haselnüsse 10 bis 15 Minuten bei 180 °C im Ofen rösten oder 5 Minuten ohne Fett in einer Pfanne erhitzen. Sobald sie goldgelb werden, in einem Küchentuch abkühlen lassen. Durch kräftiges Reiben löst sich die Haut. So können Sie sie statt Erdnüssen zum Aperitif servieren. Dabei werden sie geröstet.

Haselnüsse können grob zerkleinert, gehackt, gerieben und gemahlen werden, um Saucen, Risotto, Aufläufe, Tartes und Kuchen sowie Brownies, Florentiner, Mürbeteigplätzchen und Muffins zu verfeinern. Sie werden über Suppen oder Desserts gestreut und zu Eis verarbeitet. Haselnüsse gehören auch in den beliebten Praliné, in die italienische Variante Gianduja oder in einen selbst gemachten Brotaufstrich. Auch in Müsli oder „Granola“ schmecken sie hervorragend.

Haselnuss

Die Haselnuss ist in Desserts weit verbreitet

Haselnüsse werden auch zu aromatischem Öl, Mus (dafür werden sie einfach im leistungsstarken Mixer püriert) oder einem pflanzlichen Getränk verarbeitet. Dieses lässt sich ganz einfach aus 100 g Haselnüssen und 1 l Wasser herstellen.

Haselnussschalen recyceln?

Haselnussschalen nicht wegwerfen: Zerkleinert dienen sie als Mulch, Drainage in Pflanztöpfen statt Blähton oder als Füllung fürs Insektenhotel.

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