Mediterranes Flair schaffen?

Mediterranes Flair schaffen?

Ein Garten mit südlichem Flair – auch im Norden!

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 5. August 2026  durch Gwenaëlle 7 min.

Auch ohne Zikaden wird der Garten mit mediterranen Pflanzen, Wärme und Duft zum Stück Garrigue. Mit der passenden Pflanzenauswahl und trockenem Boden gelingt ein klimaangepasster Garten. Wir zeigen Ihnen Gestaltung, Pflanzen und Deko für mediterranes Flair!

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Garrigue: einzigartige Landschaft mit mediterranen Pflanzen, Steinen und aromatischen Düften.

Schwierigkeit

Die Bedeutung des Bodens

Die Garrigue findet man auf steinigen, kalkhaltigen Böden im westlichen Mittelmeerraum. Wenn Sie Ihrem Garten eine Garrigue-Atmosphäre verleihen möchten, müssen Sie am Anfang beginnen: Sie brauchen einen Boden, der den Ansprüchen der typischen Pflanzen dieser Regionen gerecht wird. Denn die gesamte Erde eines Gartens lässt sich nicht einfach austauschen!
Daher sind einige Bedingungen zu beachten:

  • Ihr Boden muss kalkhaltig sein
    Das ist die sine qua non-Bedingung! Garrigue-Pflanzen sind meist kalkliebend, das heißt, sie bevorzugen kalkhaltige Böden. Dieser kalkreiche Boden weist einen basischen pH-Wert (über 7) auf, der für diese Pflanzen ideal ist. Ist Ihr Boden von Natur aus sauer, sollten Sie auf einen Garrigue-Garten verzichten – oder ihn auf eine sehr kleine Fläche begrenzen, da Sie den Boden mit Kalk oder Dolomit verbessern müssten, um den pH-Wert zu erhöhen und ihn alkalischer zu machen … nicht gerade ideal, wie Sie sicher zustimmen werden.
  • Ihr Boden muss gut durchlässig, leicht und locker sein
    Ein sehr gut drainierter Boden ist für Garrigue-Pflanzen unerlässlich, da sie Staunässe und überschüssige Feuchtigkeit nicht vertragen. Um die Drainage zu verbessern, können Sie bei der Bodenvorbereitung groben Sand oder Kies einarbeiten.
    Das Substrat sollte außerdem leicht sein und aus feinen, wenig verdichteten Partikeln bestehen, damit Garrigue-Pflanzen gut wachsen. Ein solcher Boden ermöglicht das Eindringen von Wasser und Luft und fördert so die Wurzelentwicklung. Ist Ihr Boden schwer und lehmig, können Sie ihn durch die Zugabe zersetzter organischer Stoffe, etwa Kompost oder Lauberde, auflockern.
  • Ihr Garten sollte idealerweise nährstoffarm und steinig sein
    Garrigue-Pflanzen sind an nährstoffarme Böden angepasst. Ein steiniger, kiesiger und magerer Boden mit geringem Gehalt an organischer Substanz ist daher ideal. Er speichert keine Feuchtigkeit und verhindert, dass die Wurzeln bei winterlichen Regenfällen ersticken. Verzichten Sie deshalb darauf, den Boden anzureichern.

Wenn Ihr Grundstück oder ein Teil Ihres Gartens an einem Hang liegt, ist das für einen Garrigue-Garten von Vorteil, da höher gelegene Pflanzungen natürlich drainiert werden! An einem sonnigen Standort können dort zahlreiche geeignete Pflanzen prächtig gedeihen.

Sie kennen die Beschaffenheit Ihres Bodens nicht genau? Lesen Sie unsere Artikel zu diesem Thema: Saurer, neutraler oder kalkhaltiger Boden: Wie findet man es heraus? ; Bodenart bestimmen: lehmig, sandig oder schluffig; Bodenanalyse: Warum und wie? ; Wie lässt sich ein magerer Boden verbessern?

Pflanzen der Garrigue

Die Garrigue ähnelt der Macchia, unterscheidet sich von ihr jedoch durch ihren kalkhaltigen Boden. Sie ist von sogenannten xerophilen Pflanzen (wärmeliebenden Pflanzen) geprägt, die oft dornig und duftend sind.

Die gute Nachricht bei der Wahl einer Garrigue-Atmosphäre für den eigenen Garten: Die meisten dort wachsenden Pflanzen sind besonders robust und winterhart – anders als im mediterranen Garten, der auch frostempfindliche Pflanzen umfasst. Sie wachsen in Gebieten mittlerer Höhenlage, wo die Winterkälte streng, die Winde kalt und die Sommer sehr heiß sein können. Insgesamt handelt es sich um Pflanzen, die lediglich winterliche Nässe fürchten; Sonne macht ihnen nichts aus. Die Flora der Garrigue hat oft kleines, immergrünes Laub und stammt aus Bergregionen, dem Mittelmeerraum oder Osteuropa. Mit zahlreichen duftenden Blüten und aromatischem Laub sind Garrigue-Pflanzen meist auch niedrig wachsend. Überwiegend handelt es sich um Sträucher oder Untersträucher, die sich gut mit einigen höheren, aufrecht wachsenden Pflanzen kombinieren lassen:

Sträucher und Untersträucher

Diese Pflanzen bilden die Stärke der Garrigue-Flora, die sich an ihre schwierige Umgebung angepasst hat. Die Pflanzen zeigen graue oder silbrige Farben und sind unterschiedlich stark stachelig. Sie sind unverzichtbar, um die untere Schicht der Garrigue nachzubilden: Rosmarin, Thymian, Zistrose (Cistus albidus, auch Graue Zistrose genannt), Cistus populifolius, Cistus salviifolius und Wolfsmilch. Auch auf Westlichen Erdbeerbaum, Stech-Wacholder (Juniperus oxycedrus), Myrte, Gewöhnlichen Blasenstrauch (Colutea arborescens), Gamander, den Mastixbaum, Steinliguster (Phyllirea angustifolia), Felsen-Ahorn (Acer monspessulanum), Goldregen und weitere Steinliguster können Sie setzen.

→ Entdecken Sie auch: 5 Sträucher für steinigen Boden; 7 winterharte, trockenheitsverträgliche Sträucher, 9 mediterrane Sträucher

Sträucher für Garrigue-Garten

Cistus, Rosmarinus prostratus, Teucrium fruticans und Euphorbia myrsinites.

Stauden

Meist blau oder gelb blühend, sorgen sie für sanfte Farbtupfer: unverzichtbarer Lavendel, Wolfsmilch wie die treffend benannte Palisaden-Wolfsmilch, aber auch die Goldhaar-Aster Aster linosyris, Wilder Fenchel und Gewöhnlicher Fenchel, Graslilien (Anthericum) und Kleine Schwertlilien (Iris lutescens). Für Höhe sorgen Kleopatranadeln (Steppenkerzen) oder Lupinus micranthus!

Integrieren Sie auch Ziergräser, die zugleich Volumen und Leichtigkeit verleihen und mit diesen Böden gut zurechtkommen, etwa Muhlenbergia, Ampelodesmos mauritanicus oder Stipa calamagrostis.

→ Entdecken Sie auch: Wolfsmilch für trockene Standorte, 9 winterharte, trockenheitsverträgliche Stauden, 6 mediterrane Stauden.

mehrjährige Gräser für Garrigue

Ampelodesmos mauritanicus, Anthericum ramosum und Lavendel.

Bodendecker

Mit ausgebreiteter, teppichbildender oder kriechender Wuchsform sind sie typisch für die Garrigue. Sie besiedeln Beete oder werden in Steingärten verwendet: Euphorbia myrsinites, Zypressen-Heiligenkraut (Santolina chamaecyparissus), Teucrium chamaedrys, Sonnenröschen als Mini-Zistrosen, Anacyclus pyrethrum var. depressus (Kreisblume), Campanula portenschlagiana, Armeria maritima (Zwerg-Grasnelke), Phlox subulata ‘Atropurpurea’ und weitere.

Bodendecker für Garrigue-Garten

Teucrium chamaedrys, Helianthemum ‘Fire Dragon’ und Zypressen-Heiligenkraut.

Bäume

Für die obere Schicht sorgen schließlich typische, sehr dekorative Arten wie See-Kiefern, Aleppo-Kiefern (Pinus halepensis), Zypressen und immergrüne Eichen (Kermes-Eiche und Stein-Eiche). Als kleinerer Baum eignet sich der Felsen-Ahorn (Acer monspessulanum).

→ Entdecken Sie auch: unverzichtbare Garrigue-Pflanzen sowie 7 mediterrane Bäume

→ Entdecken Sie unser Sortiment für den Garrigue-Garten in unserem Online-Katalog.

Spezielle Gestaltung, Farben, Möbel und Materialien

Die Gartengestaltung

Um die Landschaft der Garrigue nachzuahmen, stellt man sich steinige Böden vor – oder liest und schaut einfach noch einmal „Manon des sources“! Kleine Mauern aus Kalkstein gehören untrennbar zu dieser Landschaft, und wir holen diese steinige Atmosphäre im Kleinformat in den Garten.
Stein ist dabei die unverzichtbare Ergänzung, die das von den Pflanzungen erzeugte Ambiente unterstützt. Terrassenmauern, trockene Steingärten, Steinpflaster wie steinerne Teppiche – und warum nicht auch Mauern oder Hütten aus Trockenmauerwerk in großen Gärten, wie die hübschen Capitelles im Languedoc oder die Caselles der Causses im Quercy? Sie können als Geräteschuppen dienen.

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Pflanzungen auf steinernen Terrassen, dazu Felsen oder Geröll und typische kleine Bauwerke wie jene, die man in der Garrigue sieht.

Dieses Spiel mit dem Stein, das die Wirkung der „cagnard“ genannten Sonnenhitze verstärkt und an den kalkhaltigen Ursprung der Garrigue erinnert, setzt sich auch bei den Wegen fort: Sie bestehen aus hellem Kies, doch auch in Beeten oder einem naturnahen Gartenbereich lassen sich hier und da einige große Steine platzieren. Ziel ist es, stellenweise felsige Geröllflächen nachzubilden und möglichst natürlich zu bleiben – wie in den von der Sonne ausgedörrten Landschaften, die man beim Spaziergang vorfinden würde.

→ Lesen Sie unsere Ratgeber und Anleitungen: Wie baut man eine Trockenmauer?, Einen Terrassengarten anlegen und Einen Steingarten anlegen: unsere Tipps für den Erfolg

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Steinige Inspirationen finden sich an Mauern, auf Böden und entlang der Wege.

Farben, Materialien und Möbel

Die Farbpalette orientiert sich an Kalkstein, um die Garrigue noch stärker anzudeuten: alle Ocker- und Terrakottatöne, Lehmfarben sowie Honigtöne, sandblond oder rehbraun, ergänzt durch wenige steinige und graue Nuancen. Diese warmen Farben können Sie in Töpfen rund ums Haus aufgreifen. Bei den Möbeln passen an die Hauswand angelehnte schmiedeeiserne Lauben, wie sie für den Süden typisch sind, ebenso gut zu diesem Stil wie Sitzmöbel aus dunklem Metall. Halten Sie sich bei der Dekoration zurück: Sie soll vor allem die Steinelemente und die Pflanzen zur Geltung bringen. Sie können Gegenstände aus Stein integrieren, etwa Tröge, oder einige Töpferwaren in neutralen Farben. Wenn Sie einen alten Brunnen oder ein Becken entdecken, kann auch dieses den Garten bereichern und an die provenzalischen Dörfer erinnern, in denen Wasser so kostbar ist.

amenagement jardin sec garrigue

Hübsche Töpferwaren in neutralen Farben, eine Medici-Vase und eine charmante Laube: eine Anregung aus der Garrigue für diesen Garten im Quercy.

→ Lassen Sie sich von Rostorange für eine warme Farbpalette inspirieren.

Garrigue-Garten: Pflege, Gießen, Vorsicht

Ein Garrigue-Garten eignet sich ideal für Zweitwohnsitze: Immergrüne Pflanzen verlangen wenig Rückschnitt, und wenig oder kein Rasen reduziert den Pflegeaufwand deutlich.

Auch wenn das Gießen später auf ein Minimum sinkt oder ganz entfällt, darf es während der Anwachszeit (in den ersten zwei Jahren) nicht vernachlässigt werden. Die genügsamen Pflanzen kommen danach ohne Sie aus – geben Sie ihnen bis dahin beste Startbedingungen für eine autonome Garrigue!

Welche Vorsichtsmaßnahmen und guten Anbaupraktiken sind wichtig?

  • Pflanzzeit: Pflanzen Sie idealerweise im Herbst, damit die Pflanzen von höheren Niederschlägen profitieren und besser einwurzeln. Eine Frühjahrspflanzung erfordert bei diesen Pflanzen deutlich mehr Gießaufwand.
  • Lockern und entdichten Sie den Boden vor dem Pflanzen gründlich.

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