Pflaumenbaum: die richtige Sorte wählen?
Kaufberatung: passende Pflaumenbäume für Ihren Garten
Inhaltsverzeichnis
Pflaumenbaum: winterhart, pflegeleicht und ertragreich. Tipps zu Standort, Boden, Sorten, Pflanzung, Rückschnitt und Ernte.
Je nach Sorte und Verwendung
Die Gattung Prunus domestica umfasst etwa 400 verschiedene Arten. Die Auswahl ist also groß. Das wichtigste Kriterium bei der Wahl eines Pflaumenbaums scheint jedoch naheliegend: die Sorte und damit die Verwendung der geernteten Früchte. Und dabei ist Geschmack oft entscheidend!
Unter den Pflaumenbäumen findet man:
- Die Reneklode: Das sind runde Pflaumen mit feinem, meist sehr süßem Geschmack. Sie eignen sich perfekt zum Frischverzehr, können aber auch zu Marmelade verarbeitet oder eingemacht werden. Die Sorte ‘Dorée ou Verte’ bringt vermutlich eine der schmackhaftesten Renekloden hervor: Ihre grüne Schale wird goldgelb, das feste Fruchtfleisch ist sehr saftig und süß. Eine Pflaume von hervorragendem Geschmack. Auch die Reneklode ‘D’Althan’ überzeugt mit feinem, saftigem und sehr aromatischem Fruchtfleisch. Ihre großen, runden, leicht abgeflachten Früchte haben eine gelbe Grundfarbe mit rosa-violetter Deckfarbe.
- Die Mirabelle: Das sind etwa so große Früchte wie große Kirschen, mit festem, süßem und sehr aromatischem Fruchtfleisch – ideal für Torten, Kuchen und Obstbrände. An der ‘Mirabelle de Metz’ mit feinem, besonders aromatischem Fruchtfleisch kommt man kaum vorbei. Die ‘Mirabelle de Nancy’ ist größer, aber weniger süß. Die originelle Sorte ‘Ruby®’ bildet Mirabellen mit roter Schale und sehr süßem, dunklem Fruchtfleisch.
- Die Zwetschge oder „Damaszenerpflaume“: Das sind eiförmige Früchte mit bereifter, purpur- bis blauschwarzer Schale und festem, wenig saftigem, aber sehr süßem Fruchtfleisch. Sie eignen sich perfekt zum Trocknen sowie für Kompott, Marmelade und zum Einmachen. Die ‘Zwetschge d’Alsace’ trägt zugleich süße und säuerliche Früchte. Die Früchte der ‘Blanche de Létricourt’ eignen sich hervorragend für Torten und zum Trocknen. Die ‘Belle de Louvain’ liefert große Früchte und eignet sich besonders für Marmelade. Zudem blüht diese Sorte spät und ist daher weniger anfällig für Spätfröste.
- Backpflaumensorten: Die Sorte ‘Prune d’Ente’ wird sicherlich am häufigsten für Trockenfrüchte verwendet. Erwähnenswert ist auch ‘Perdrigon’, die für die Herstellung der Pistoles de Bignoles bekannt ist – sehr geschätzter getrockneter Pflaumen.

Einige der schmackhaftesten Pflaumensorten: ‘Reine-Claude Verte ou Dorée’, ‘Mirabelle de Metz’, ‘Quetsche d’Alsace’ und ‘Prune d’Ente’
Wenn Sie schließlich Pflaumenbäume suchen, die für den Geschmack ihrer Früchte bekannt sind, dürfen einige schwer einzuordnende Sorten nicht fehlen: Der Pflaumenbaum ‘des Béjoinnières’ trägt mittelgroße Früchte, die Mirabellen ähneln. Sie sind süß, saftig und aromatisch und vielseitig verwendbar. Die dunkelroten Früchte der Sorte ‘Anna Spath’ sind ebenfalls köstlich und saftig. Ihr festes Fruchtfleisch macht sie für jede Verwendung geeignet.
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Pflaumenbaum: Pflanzung, Rückschnitt und PflegeJe nach Pflanzregion
Der Pflaumenbaum ist ein relativ winterharter Obstbaum (bis -25 °C), doch seine Blüte kann unter Spätfrösten leiden. Für kontinentales Klima und Berglagen eignen sich besonders die im Nordosten Frankreichs und in Belgien verbreiteten „Damaszenerpflaumen“. Sorten wie ‘Belle de Louvain’, ‘Quetsche d’Alsace’, ‘Belle de Thuin’ oder die ‘Bleue de Belgique’ mit blauer, dünner Schale und zartem, saftigem, süßem Fruchtfleisch eignen sich besonders für kalte Regionen. Auch der Pflaumenbaum ‘Altesse Double’, der italienische Zwetschgen trägt, blüht spät und ist dadurch vor Frühjahrsfrost geschützt. In den nördlichen und östlichen Regionen mit kontinentalem Klima sind Mirabellen aus Nancy und Metz erste Wahl.
Im Süden bevorzugt man andere Pflaumenbäume mit früherer Blüte. Der Pflaumenbaum ‘Reine-Claude de Bavay’ trägt große, runde Früchte mit süßem, aromatischem Fruchtfleisch, die Mitte September reifen. Er ist jedoch frostempfindlich und sollte in milden Regionen kultiviert werden. Renekloden werden überwiegend im Südwesten angebaut. Der Pflaumenbaum ‘Queen Victoria’ bevorzugt warme Lagen wie Hänge. Er ist ertragreich, aber wenig wuchsstark, und trägt Früchte mit blassroter Schale und festem, süßem Fruchtfleisch mit feiner Säurenote. Die Früchte von ‘Reine-Claude d’Oullins’ reifen zwischen Juli und August. Sie sind mäßig süß, aber saftig und eignen sich zum Einmachen und für Marmelade.
Japanische Pflaumenbäume eignen sich dank ihrer frühen Blüte besonders für milde Regionen. ‘Golden Japan’ trägt Mitte Juli große, leuchtend gelbe Früchte mit süßem, weichem und saftigem Fruchtfleisch. ‘Black Amber’ trägt ab Ende Juli große Pflaumen mit fast schwarzer Schale und bernsteinfarbenem, sehr aromatischem Fruchtfleisch.

Im Norden und Osten ‘Bleue de Belgique’ oder ‘Mirabelle de Nancy’, im Süden ‘Reine-Claude de Bavay’, ‘Reine-Claude d’Oullins’ und ‘Black Amber’
Nach ihrer Krankheitsresistenz
Im Vergleich zu anderen Obstbäumen ist der Pflaumenbaum relativ robust, kann jedoch von zahlreichen Krankheiten befallen werden, darunter die Monilia-Krankheit, der Rost, der Bakterielle Rindenkrebs oder das gefürchtete Scharkavirus. Bei den Parasiten befällt vor allem der Apfelwickler seine Früchte. Dennoch sind manche Pflaumenbäume für ihre erhöhte Widerstandsfähigkeit gegen bestimmte Krankheiten bekannt. So trägt der Pflaumenbaum ‘Des Béjonnières’ Früchte, die nur selten von Würmern und anderen Schädlingen befallen werden. Der Pflaumenbaum ‘Président’ mit seinen großen, rundlichen, dunkelrot-violetten und sehr knackigen Pflaumen, die sich ideal zum Dörren eignen, gilt als besonders krankheitsresistent.
Die Nancy-Mirabelle und die ‘Reine-Claude Verte’ sind für ihre Widerstandsfähigkeit gegen die Monilia-Krankheit bekannt. Auch der Pflaumenbaum ‘Quetsche Altesse Simple’, auch ‘Prune de Namur’ genannt, besitzt eine ausgezeichnete Winterhärte und dadurch eine gute Widerstandsfähigkeit gegen Pilzkrankheiten. Gleiches gilt für den Pflaumenbaum ‘Quetsche Stanley’, dessen große violette Früchte sich hervorragend zum Dörren eignen.
Mehr erfahren: Krankheiten und Parasiten des Pflaumenbaums
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Pflaumen- und Mirabellenbaum: beste SortenJe nach Produktivität
Bei den Pflaumenbäumen gelten einige als besonders ertragreich. Dazu zählen zunächst die Mirabellenbäume ‘de Nancy’ und ‘de Metz’. Auch der Pflaumenbaum ‘Monsieur Hâtif’ liefert ab Mitte Juli schöne Ernten mit purpurfarbenen, bereiften Pflaumen. Der einzige Nachteil dieses Pflaumenbaums ist sein schwankender und unregelmäßiger Ertrag. Die alte Sorte ‘Blanche de Létricourt’ zählt ebenfalls zu den ertragreichsten Sorten und ist zudem krankheitsresistent. ‘Sainte-Catherine’ ist ebenfalls eine alte Pflaumensorte, die die berühmte Tourser Blütenpflaume hervorbringt. Ihre Früchte sind goldgelb, süß und honigartig sowie sehr aromatisch. Dieser bereits im Küchengarten Ludwigs XVI. angepflanzte Pflaumenbaum liefert Ende August üppige Ernten.
→ Weitere alte und regionale Sorten finden Sie in unserem Artikel: “Alte und regionale Pflaumensorten: nachhaltig und voller Geschmack“.

Die Sorte ‘Monsieur Hâtif’ ist für ihre frühe Reife, ihren Ertrag und ihre Krankheitsresistenz bekannt
Selbstfruchtbare Sorte oder nicht?
Viele Pflaumenbäume sind selbstfruchtbar: Ein Baum genügt. Selbststerile Sorten brauchen einen Bestäuber; wählen Sie ihn anhand unserer Sortenbeschreibungen.
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