Himmelsleiter pflanzen, kultivieren, pflegen
Inhaltsverzeichnis
Polemonium kurz erklärt
- Die Himmelsleiter ist eine kurzlebige Staude, die sich leicht selbst aussät.
- Im Frühjahr bildet sie üppiges Laub, das an einen dunkelgrünen oder panaschierten Wedel erinnert.
- Zwischen Frühjahr und Herbst erscheinen große, von Blütenstielen getragene Schalenblüten, die an Geranium- oder Vergissmeinnicht-Blüten erinnern.
- Himmelsleitern sind in frischem, gut durchlässigem Boden an sonnigen bis halbschattigen Standorten leicht zu kultivieren, bei gewünschtem Blattschmuck auch im Schatten.
Das Wort unserer Expertin
Himmelsleiter (Polemonium): Vergessene Staude mit Farnlaub, langer Blüte, hoher Winterhärte und Selbstaussaat für Beet, Schattenhang und Steingarten.
Beschreibung und Botanik
Steckbrief
- Lateinischer Name Polemonium
- Familie Polemoniaceae
- Gebräuchlicher Name Jakobsleiter, Griechischer Baldrian, Himmelsleiter
- Blüte Mai bis Oktober
- Height 0,25 bis 0,70 m
- Exposition Sonne oder Halbschatten
- Art des Bodens jeder frische, gut durchlässige, leichte, humusreiche oder steinige Boden
- Winterhärte ausgezeichnet (-30 bis -20 °C)
Polemonium sind Stauden oder einjährige Pflanzen aus der Familie der Polemoniaceae mit 38 Arten. Sie kommen in den gemäßigten Regionen der Nordhalbkugel und in der Arktis vor.
Die Blaue Himmelsleiter, Polemonium caeruleum, auch Griechischer Baldrian genannt, ist die einzige in Frankreich wild vorkommende und dort geschützte Art. Diese montane Art wächst in feuchten Wäldern und Weiden der Hochgebirge bis auf 2000 m Höhe im Jura, in Savoyen, der Haute-Loire, im Puy-de-Dôme, Cantal und in den Zentralpyrenäen. Ihr Verbreitungsgebiet reicht bis nach Mittel- und Nordeuropa, in den Kaukasus, nach Sibirien und ins boreale Amerika. Ihre Herkunft erklärt ihre sehr gute Anpassung an kalte, feuchte Klimate. Feuchtwarme Hitze verträgt sie dagegen nicht. Diese Art bildet eine Rosette aus dichten Blättern, über denen mehrere starre, blauviolette Blütenstängel stehen, die 30 bis 80, mitunter 120 cm hoch werden. Sie brachte verschiedene Sorten mit weißen Blüten, großen, bis 2 cm breiten Blüten wie ‘Lambrook Mauve’ und cremeweiß gerandeten Blättern wie ‘Brise d’Anjou’ hervor.
Das für Himmelsleitern typische Farnlaub besteht aus Dutzenden kleiner, spitzer Fiederblättchen, die rechtwinklig an der Mittelrippe sitzen und wie die Sprossen einer Leiter wirken. Daher der Name Jakobsleiter. Die Blätter sind unpaarig gefiedert.

Polemonium caeruleum – botanische Illustration
Die wechselständigen Blätter mit Blattstiel bilden an der Basis eine üppige Masse, während sie die Blütenstängel locker und unauffälliger schmücken.
Die hohlen, von Furchen durchzogenen Blütenstängel tragen an ihrer Spitze eine Rispe aus leichten Blüten in einem schönen Blauviolett vom Frühling bis zum Spätsommer, das sich deutlich vom kräftigen Grün des Laubs abhebt. Die von einem grünen Kelch mit 5 behaarten, drüsigen Lappen umgebene Blütenkrone besitzt eine kurze Röhre mit 5 Lappen, die einen 0,8 bis 1,5 cm breiten Becher bilden. Die goldgelb gefärbte Blütenmitte wird von 5 blassgelben Staubblättern gekrönt, die zur Reife goldfarben werden, sowie von einem langen weißen Stempel mit 3 Spitzen. Die Gattung bietet eine erstaunliche Vielfalt an Blüten: orangefarbene Röhrenblüten von P. pauciflorum, große hellblaue Glöckchen von Polemonium Stairway to Heaven, intensiv blaue Blüten bei P. caeruleum Sapphire und zartrosa Trichterblüten von Polemonium carneum Apricot Delight.
Die leicht duftende Blüte lockt Bienen und Schmetterlinge an, die ihren Pollen sammeln.
Die Früchte sind dreikantige Kapseln mit 4 bis 6 Samen in jeder der 3 Kammern.
Die Schnittblumen des Griechischen Baldrians halten sich gut in der Vase. Die Sorte Sonia’s Bluebell eignet sich besonders dafür, da sie von Mai bis August immer wieder blüht.
Früher wurden im Osten der USA die getrockneten Wurzeln von Polemonium reptans in der Kräuterkunde verwendet. Sie wurden im Herbst geerntet und für den späteren Gebrauch getrocknet.

Einige Polemonium: P. caeruleum ‘Bressingham Purple’, P. reptans ‘Blue Pearl’, Polemonium ‘Lambrook Mauve’, P. carneum ‘Apricot Delight’ und das hübsche panaschierte Laub von P. reptans ‘Touch of Class’
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Storchschnabel: Pflanzen, Kultivieren und PflegenDie wichtigsten Himmelsleiter-Sorten
Polemonium caeruleum Lambrook Mauve - Jakobsleiter
- Blütezeit Juli für September
- Höhe bei Reife 40 cm
Polemonium reptans Touch of Class - Jakobsleiter
- Blütezeit Juni, Juli
- Höhe bei Reife 40 cm
Polemonium carneum Apricot Delight - Jakobsleiter
- Blütezeit Juni für September
- Höhe bei Reife 40 cm
Polemonium Sonia's Bluebell - Jakobsleiter
- Blütezeit Juni für August
- Höhe bei Reife 50 cm
Polemonium yezoense Purple rain - Jakobsleiter
- Blütezeit Juli für Oktober
- Höhe bei Reife 50 cm
Polemonium caeruleum Brise d'Anjou - Jakobsleiter
- Blütezeit Juni für September
- Höhe bei Reife 50 cm
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Pflanzung
Wo pflanzt man Himmelsleiter?
Himmelsleiter ist pflegeleicht und wächst in jedem Boden, der im Sommer frisch, aber drainierend bleibt. Sie bevorzugt humusreiche Erde. Vermeiden Sie jedoch zu saure oder zu kalkhaltige Böden.
Wählen Sie einen nicht zu heißen sonnigen Standort oder Halbschatten. Ein Schattenplatz bringt zwar wenige Blüten hervor, ist aber wegen des dekorativen Laubs interessant: Es ist tiefgrün, glänzend, gefiedert, cremefarben panaschiert oder purpurrot.
Vermeiden Sie in Regionen mit heißen Sommern die Verbindung von großer Hitze und Feuchtigkeit. Das Laub reagiert empfindlich auf sengende Sonne. Deshalb sollte diese Pflanze in Regionen mit kühlen Sommern bevorzugt werden.
Himmelsleiter ist sehr winterhart und verträgt je nach Art Temperaturen von -20 bis -30 °C.

Wann pflanzen?
Himmelsleiter wird am besten im Herbst gepflanzt, damit sie sich vor dem Sommer gut einwurzeln kann.
Wie pflanzen?
Diese Pflanze ist pflegeleicht.
- Stellen Sie die Anzuchttöpfe in einen Eimer Wasser.
- Lockern Sie das Beet mit einer Grabegabel tiefgründig auf.
- Setzen Sie die Jungpflanzen mit etwa 50 cm Abstand.
- Heben Sie mit einer kleinen Schaufel ein Loch in der Größe des Wurzelballens aus.
- Bei sehr lehmigem Boden geben Sie je Pflanzloch eine Schaufel Kompost hinzu oder pflanzen Sie auf einen Hügel, um eine gute Drainage zu gewährleisten.
- Nehmen Sie den Anzuchttopf ab und entwirren Sie bei Bedarf die sich ringelnden Wurzeln.
- Pflanzen Sie den Wurzelballen ein, ohne den Hals zu bedecken, und drücken Sie die Erde leicht an.
- Gießen und mulchen Sie anschließend.
Himmelsleiter lässt sich in großen Töpfen mit mindestens 18 cm Durchmesser kultivieren. Füllen Sie den unten durchlöcherten Topf mit einer Mischung aus Blumenerde und grobem Sand.
Himmelsleiter pflegen
Die Pflege ist einfach und beschränkt sich auf wenige Handgriffe:
- Halten Sie den Boden auch im Sommer frisch.
- Für eine neue Blüte und kräftigeres Laub schneiden Sie einige verblühte Blütenstände zurück. Lassen Sie einige Fruchtstände stehen, damit sich die kurzlebige Pflanze erneuert.
- Breitet sich die Pflanze zu stark aus, entfernen Sie die Fruchtstände.
- Die Himmelsleiter muss nicht geteilt werden und verträgt Umpflanzen schlecht.
- Düngen ist nicht nötig.
Vermehrung
Die einfachste Vermehrungsmethode ist das Teilen des Horsts im Frühjahr oder Herbst. Himmelsleiter lässt sich jedoch auch durch Stecklingsvermehrung junger Frühjahrstriebe oder durch Aussaat im Herbst beziehungsweise im Warmen im Februar und März vermehren.
Himmelsleitern sind großzügig: Sie neigen dazu, sich reichlich selbst auszusäen, ohne jedoch jemals invasiv zu werden. Die Sämlinge lassen sich anschließend sehr leicht verpflanzen.

Horst teilen
Führen Sie die Teilung durch, wenn das Laub am Ende des Winters gerade austreibt oder im Herbst, bevor es einzieht:
- Trennen Sie die Rosetten mit einem Spaten und nehmen Sie möglichst viele Wurzeln mit.
- Pflanzen Sie die Teilstücke sofort in lockere Erde, ohne den Hals zu bedecken.
Stecklingsvermehrung
Bereiten Sie einen Topf vor, indem Sie ihn mit Blumenerde und Sand füllen, oder bearbeiten Sie ein durch ein Frühbeet geschütztes Beet:
- Schneiden Sie 10 cm lange Triebspitzen ab.
- Entfernen Sie die Blätter im unteren Bereich des Stecklings.
- Stecken Sie die Stecklinge zu zwei Dritteln ihrer Länge in die Erde und lassen Sie ausreichend Abstand für ihre Entwicklung bis zum folgenden Frühjahr.
- Drücken Sie die Erde rundherum vorsichtig an, um Luftlöcher zu beseitigen und einen guten Kontakt zwischen Blumenerde und Steckling sicherzustellen.
- Stellen Sie sie schattig unter ein Frühbeet.
- Im folgenden Frühjahr trennen Sie die bewurzelten Stecklinge und pflanzen sie direkt an ihren endgültigen Standort.
Aussaat
- Ernten Sie die Samen von Polemonium im Juni oder Juli, indem Sie die Kapseln öffnen.
- Wenn Sie im Frühjahr aussäen, legen Sie die Samen einige Wochen vor der Aussaat in den Kühlschrank.
- Säen Sie sie in eine mit Aussaaterde gefüllte Saatschale und bedecken Sie die Samen nur leicht mit Erde.
- Gießen Sie vorsichtig und stellen Sie die Saatschale in einen beheizten Raum. Die Keimung erfolgt nach 10 bis 14 Tagen.
- Pikieren Sie die Keimlinge in Anzuchttöpfe, sobald sie sich handhaben lassen.
- Pinzieren Sie die Triebe, sobald sie kräftig genug sind, damit sie sich verzweigen.
- Pflanzen Sie sie im Herbst aus, wenn der Horst gut entwickelt ist, oder warten Sie bis zum folgenden Jahr.
Verwendung und Kombinationen
Jakobsleiter ist eine Staude, die sich gut für gemischte Beete eignet, um zwischen anderen Stauden Leichtigkeit zu schaffen oder den Fuß von Rosen zu schmücken. Setzen Sie sie in einem Beet in Blau, Rosa und Weiß in Szene oder als Kontrast zu einer Komplementärfarbe wie Orange. Ihre Blüte fällt mit der von späten Tulpen, Orientalischem Mohn, Päonien, Potentilla fruticosa ‘Hopleys Orange’ sowie Trollblume, Akelei, Taglilie und Nelkenwurz zusammen, die ebenfalls frische Böden mögen.

Eine Pflanzidee für den Halbschatten: Polemonium caeruleum ‘Bressingham Purple’, Geranium phaeum ‘Samobor’, Brunnera macrophylla ‘Mr Morse’, Polystichum setiferum ‘Proliferum’, Aquilegia ‘Green Apples’ (‘White Barlow’ wäre ebenfalls geeignet), Allium aflatunense ‘Purple Sensation’
Spielen Sie mit Blattkombinationen, indem Sie die großen Blätter von Funkie und Sibirischem Kaukasusvergissmeinnicht, die Wedel der Farne sowie die gezähnten, prächtig gefärbten Blätter der Purpurglöckchen in einem Waldgarten oder einem halbschattigen Steingarten miteinander verbinden.
Säumen Sie die Ränder eines schattigen Weges mit einem Beet aus Jakobsleiter, die mit ihrem lichten Wuchs einen hübschen Bodendecker bildet und üppig blüht.
Sie können auch ein Exemplar wie Polemonium yezoense Purple Rain an gut sichtbarer Stelle in einem tiefen Topf platzieren. Sein purpurfarbenes Laub bleibt lange dekorativ und zieht die Blicke auf sich.

Ein Pflanzbeispiel: Polemonium und Knöterich (hier Polygonum alpinum) harmonieren gut (auch Astilben wie ‘Sprite’ oder ‘Hennie Graafland’ wären gut geeignet)!
Im Steingarten oder am Beetrand können sich die ausgebreiteten Formen von Polemonium reptans mit den Glockenblüten der kräftig violett oder karminrot gefärbten Küchenschellen oder weißen Frühlingsanemonen (Anemone sylvestris …) verbinden. Die Sorte Touch of Class mit ihrem sanft graugrünen, fein weiß berandeten Laub bevorzugt halbschattige bis schattige Standorte wie Unterholz, einen schattigen Hof oder Garten. Sie harmoniert wunderbar mit blauen Lerchenspornen, Herzblumen, Geranium nodosum oder Elfenblumen. Außerdem ist sie eine gute Pflanze zur Gestaltung von Teichrändern und in naturnahen Gärten sehr nützlich, um bestäubende Insekten anzulocken.
Nützliche Ressourcen
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