Papyrusstaude, Zypergras: pflanzen und pflegen
Inhaltsverzeichnis
Zypergras kurz erklärt
- Papyrusstaude und Zypergras sind rein grüne Feuchtgebietspflanzen mit dekorativer Wuchsform. Sie bilden steife Horste mit strahlenförmigen Köpfen.
- Leicht im Freilandteich oder Topf zu kultivieren, müssen Arten wie die Papyrusstaude und das Wechselblättrige Zypergras in den meisten Regionen Frankreichs im Winter unbedingt geschützt stehen.
- Arten wie Cyperus glaber und Hohes Zypergras sind zwar weniger spektakulär, aber gut winterhart. Sie eignen sich für Balkon, Wohnung oder Teichrand.
Das Wort unserer Expertin
Papyrus, auch als Papier-Zypergras bekannt, erinnert viele an die ersten von den Ägyptern erfundenen Papierträger, die bis heute erhalten sind. Das aus dünnen, verflochtenen Markstreifen gefertigte Material bildet die Grundlage dieses äußerst robusten Papiers. Die wissenschaftlich Cyperus papyrus genannte Pflanze erscheint ebenso wie der Lotus vielfach stilisiert auf ägyptischen Wandmalereien. Beide symbolisieren Unter- und Oberägypten sowie den Nil, die Lebensader dieser am Rand der Wüste lebenden Zivilisation. Im Nildelta gibt es heute nur noch wenige Papyrusbestände. Dafür wird er zunehmend in Wassergärten, gut bewässerten Beeten und sogar in saisonalen Blumenarrangements für die sommerliche Stadtbegrünung verwendet.
Seine spektakuläre Wirkung macht den Papyrus aus dem Nil wohl zur majestätischsten Wasserpflanze für milde Klimate. Schon bei den ersten Frösten leidet er und verschwindet, sobald das Thermometer unter -3 °C fällt. Er lässt sich jedoch recht einfach im Haus überwintern: in einem Topf auf einem tiefen, stets mit Wasser gefüllten Untersetzer, als Zimmerpflanze im Badezimmer oder als einjährige Pflanze. Geben Sie diesem licht- und wärmeliebenden Papyrus einfach einen vollsonnigen Standort und einen sicheren Winterschutz.
Im Haus ist die dekorative Wirkung auch im Winter garantiert, wenn Sie über einen Wintergarten oder einen Platz hinter einer nach Süden oder Südwesten ausgerichteten Glasfront verfügen. Die Pflanze kann auch in einem frostfreien Gewächshaus überwintern. Ihre federartigen Dolden bleiben entfaltet und thronen in bis zu 2 m Höhe – bei für Blumenarrangements gezüchteten Kultivaren oft deutlich niedriger. Papyrus ist von der Basis bis zu den Blütenständen vollständig grün. Nur die kleinen Blüten leuchten zwischen den fadenförmigen Hochblättern in zartem Gelb. Sobald der Blütenstand vertrocknet, stirbt der Stängel ab. Neue Triebe aus dem Wurzelstock ersetzen ihn, während die Horste breiter werden.
Mittelgroße Arten wie Cyperus glaber und Cyperus longus sind winterhart. Sie schmücken die Ufer eines Teichs zusammen mit einheimischen Uferpflanzen wie Rohrkolben oder Blutweiderich sowie exotischen Pflanzen wie Hechtkraut, Mammutblatt und Thalia dealbata.

Cyperus papyrus
Beschreibung und Botanik
Steckbrief
Die Gattung Cyperus umfasst mehr als 600 Arten, die in fast allen Feuchtgebieten der Welt außer den kältesten vorkommen. Dazu gehören einjährige oder immergrüne Stauden, darunter in Landwirtschaft und Gartenbau gefürchtete Unkräuter wie Cyperus rotundus aus Indien, der äußerst invasiv ist. Die spektakulärste Art hinsichtlich Höhe und Größe ihrer Blütenstände bleibt Cyperus papyrus, das im Alten Ägypten als Symbol der Wiedergeburt galt und für die sumpfige Region des Nildeltas, Unterägypten, steht. Neue, kompaktere Kultivare wie ‘Cléopatra’ und ‘Akhenaton’ brechen bei Wind weniger leicht und eignen sich besser für die Kultur im Topf.
Cyperus gab der Familie, zu der die Gattung gehört, ihren Namen: den Sauergrasgewächsen. Sie bilden breite Horste aus dicken, zylindrischen oder dreikantigen Stängeln – bei Cyperus papyrus an der Basis bis zu 3 cm breit – und erreichen beim Ägyptischen Papyrus (Cyperus papyrus) Höhen von 1,50 bis 5 m. Die Stängel tragen schmale, grasartige Blätter, die wie bei Cyperus albostriatus an der Basis entspringen, oder sind wie beim Nil-Papyrus völlig blattlos. Einige Arten sind sommergrün und verschwinden im Winter, etwa Cyperus longus oder glaber; andere wie C. alternifolius und C. papyrus bleiben bei milden Temperaturen erhalten. Letzterer trägt keine Blätter, sondern entfaltet an den Spitzen der Halme große Büschel sehr feiner Hochblätter, die eine federartig wirkende Kugel bilden. Cyperus besitzt Rhizome, die eine recht schnelle Ausbreitung ermöglichen und die Vermehrung erleichtern. Alle oberirdischen Pflanzenteile enthalten Chlorophyll, wodurch ein möglicher Blattmangel ausgeglichen wird.
Die wegen ihrer dekorativen Form auffälligen Blütenstände bilden flache (quirlige) oder kugelige Dolden aus Hochblättern mit einem Durchmesser von bis zu 25 cm. Beim Nil-Papyrus sind die Hochblätter fadenförmig, während sie bei Cyperus involucratus (Syn. alternifolius) oder albostriatus 0,5 bis 1 cm breite Lamellen bilden. Feine, gelbliche oder hellgrüne, federartige Ähren aus eher unscheinbaren zwittrigen Blüten entspringen der Mitte der Dolde und lassen das glänzende, intensive Grün der Hochblätter schimmern.
Bei Reife verfärben sich die Blüten im Sommer braun und setzen die durch den Wind verbreiteten Samen frei. Der Nil-Papyrus vermehrt sich durch Samen sowie vegetativ, indem seine Rhizome im Schlamm seitlich weiterwachsen und am Ufer dichte Bestände bilden, die bis zu 5 m hoch werden können und nur von großen Tieren wie Flusspferden durchquert werden. Heute ist diese emblematische Art im Nildelta durch die Regulierung der Überschwemmungen und die zahlreichen Infrastrukturen am Fluss, darunter Staudämme und Uferbefestigungen, nahezu verschwunden. Arten mit flachen Dolden bilden dagegen Wurzeln aus den „Köpfen“, sobald diese mit Wasser in Kontakt kommen.
Cyperus lässt sich im Haus sehr leicht kultivieren und hat den Vorteil, die Luft in geschlossenen Räumen zu reinigen. Außerdem erhöht die Pflanze die Luftfeuchtigkeit trockener Innenräume, wenn geheizt wird.
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Cyperus alternifolius - Wechselblättriges Zyperngras
- Blütezeit Mai, Juni
- Höhe bei Reife 1 m
Cyperus papyrus - Papyrusstaude
- Blütezeit Juni, Juli
- Höhe bei Reife 2 m
Cyperus papyrus Cleopatra - Papyrusstaude
- Blütezeit Juli, August
- Höhe bei Reife 50 cm
Cyperus papyrus Akhenaton - Papyrusstaude
- Blütezeit Juli für Oktober
- Höhe bei Reife 75 cm
Cyperus longus - Langes Zypergras
- Blütezeit August für Oktober
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Cyperus glaber - Kahles Zypergras
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Pflanzung
Wo Papyrus pflanzen?
Pflanzen Sie Zypergras bevorzugt an einem sehr sonnigen Standort. Im Halbschatten fällt das Wachstum geringer aus. Pflanzen Sie es möglichst am Ufer eines Gewässers, damit die Wurzeln dauerhaft feucht bleiben. Jeder ausreichend nährstoffreiche Boden ist geeignet.
Bei Cyperus papyrus (Papyrusstaude) und Cyperus alternifolius (Schirm-Zypergras) kann der untergetauchte Wurzelstock überleben, sofern die Temperaturen im Winter nicht zu stark sinken (-6 bis -8 °C bei C. alternifolius in durchlässigem Boden). Die Pflanze kann sich im folgenden Frühjahr regenerieren. In Regionen fern der Küste müssen Sie die Pflanzen im Topf kultivieren und vor den ersten Frösten in einen hellen Raum bringen. Schirm-Zypergras verträgt die trockene Raumluft besser als die Papyrusstaude. Die Arten glaber und longus vertragen problemlos Temperaturen bis -15 °C.
→ Mehr über die Kultur von Papyrus im Topf
Wann pflanzen?
- Pflanzen Sie Papyrus im Freien bevorzugt im Frühjahr.
- Warten Sie mit dem Herausstellen des Topfes bis zum Ende der Fröste.
Wie pflanzen?
Für die Topfkultur mischen Sie Blumenerde mit lehmiger oder toniger Gartenerde.
Wählen Sie ein ausreichend breites Gefäß, damit sich der Horst während der Wachstumszeit schnell ausbreiten kann.
Setzen Sie den Wurzelballen nicht tiefer ein, als er im Topf stand. Sie können jedoch den Wasserstand variieren, indem Sie den Topf vollständig ins Wasser stellen und 5 bis 10 cm Wasser darüber stehen lassen oder nur den Gefäßboden eintauchen.
Wenn Sie den Topf nicht in ein Becken stellen, stellen Sie ihn auf einen tiefen, stets mit Wasser gefüllten Untersetzer.
- Achten Sie darauf, wie Sie eine Pflanze aus dem Gewächshaus oder Haus aufstellen. Gewöhnen Sie sie schrittweise an den neuen Standort, damit die Blätter nach dem Winter keinen Sonnenbrand bekommen.
- Teilen Sie Ihren Papyrus, wenn er zu groß wird, und verschenken Sie Teilstücke an Freunde und Nachbarn.
- Achten Sie in Innenräumen auf Weiße Fliegen und Rote Spinnen. Diese Parasiten entwickeln sich in trockener, warmer Luft.
- Lockern Sie den Boden im Freiland auf mindestens 50 cm Durchmesser gründlich auf.
- Verbessern Sie den Boden bei Nährstoffarmut mit Blumenerde oder Kompost.
- Mulchen Sie großzügig mit Kies oder Rasenschnitt, um die Feuchtigkeit zu bewahren.

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- Achten Sie darauf, dass die Erde stets feucht bleibt, ohne dass Wasser im Untersetzer steht.
- Von April bis Ende September geben Sie Pflanzen auf der Terrasse oder im Haus zweimal monatlich Flüssigdünger für Grünpflanzen.
- Schneiden Sie trockene Triebe im November oder vor dem Austrieb zurück.
- Holen Sie die Pflanze je nach Winterhärte der Art ins Haus oder bedecken Sie den Wurzelstock mit einer dicken Mulchschicht.
Vermehrung: Papyrusstaude teilen und Stecklinge ziehen
Die Teilung des Wurzelstocks zwischen Frühjahr und Sommer ist die einfachste Methode, Papyrusstauden zu vermehren. Auch die Triebspitzen anderer Zypergräser lassen sich durch Stecklingsvermehrung bewurzeln.
Kopfstecklinge
- Schneiden Sie Kopfstecklinge mit einem 10 cm langen Triebabschnitt.
- Lassen Sie die umgedrehten Kopfstecklinge im Wasser schwimmen, bis sich Wurzeln bilden.
- Pflanzen Sie die bewurzelten Stecklinge anschließend in Erde. Ein neuer Trieb bildet sich.
→ Mehr dazu in unserer Anleitung: Papyrus durch Stecklinge vermehren
Wurzelstockteilung
- Nehmen Sie den Wurzelballen aus dem Topf.
- Teilen Sie ein Stück des Wurzelballens ab oder trennen Sie nur einen Trieb mit einem Rhizomstück ab.
- Pflanzen Sie ihn sofort in Erde.
→ Mehr dazu in unserer Anleitung Papyrusstaude oder Zypergras teilen
Verwendung und Kombinationen
Die Papyrusstaude, eine wunderbare Uferpflanze für sehr milde Klimate, ist auch eine besonders schöne Art für die Terrasse und recht leicht zu kultivieren, sofern der Boden stets gut feucht bleibt. Sie macht sich beispielsweise hervorragend an einem kleinen Hochteich auf der Terrasse, zusammen mit Rhodocoma gigantea, einem ebenfalls prächtigen, großen Restio, aber auch mit Fächer-Ahorn für einen halbschattigen Standort oder Liebesblumen in voller Sonne. Diese üppigen Stauden begeistern Liebhaber außergewöhnlicher Pflanzen mit ihrer bambusähnlichen Wuchsform und den monumentalen Büscheln aus großen, federartigen Blütenständen. Als Solitärpflanzen wirken sie majestätisch. In Beeten oder Töpfen ergeben sie zusammen mit Cannas mit purpurfarbenem oder grünem Laub, Bambus, Himmelsbambus, Trichterschwerteln, Kleinköpfigem Knöterich oder einem Gomphostigma virgatum ein wunderschönes Bild ab.

Eine Gestaltungsidee für ein großes halbes Fass oder einen kleinen Teich: Cyperus papyrus (‘Akhenaton’ oder ‘Cleopatra’), Colocasia madeira und Nymphaea ‘Attraction’
Die eurasische Art Cyperus longus, auch Langes Zypergras genannt, eignet sich gut für Teiche und Seen, wo sie Wildfasanen, Blässhühnern und einigen vorüberziehenden Enten Schutz und Nistplätze bietet. Sie breitet sich mithilfe ihrer kurzen Rhizome recht schnell aus und kann in kurzer Zeit eine Fläche von 2 bis 3 m² bedecken. Daher sollte sie großen, naturnah gestalteten Gärten vorbehalten bleiben, denen sie im Herbst einen schönen Orangeton verleiht. Ihr Vorteil: Die sehr dichte Vegetation unterdrückt sämtliches Unkraut.
Kleine Teiche können, sofern das Klima es erlaubt, Cyperus glaber oder Cyperus alternifolius aufnehmen. Ihre dekorative Wirkung harmoniert gut mit Japanischem Schachtelhalm, aber auch mit Uferpflanzen wie Virginischer Dreimasterblume, Astilbe oder Primel sowie Ufer-Seggen. Diese beiden Zypergräser werden mit ihrer aufrechten Wuchsform und den festen Halmen auch in großen Pflanzgefäßen geschätzt, um eine Terrasse zu schmücken oder Treppenstufen zu begleiten.
→ Entdecken Sie weitere Ideen zur Kombination mit Cyperus papyrus in unserem Ratgeber!
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Häufig gestellte Fragen
-
Papyrusstaude überwintern?
Papyrusstaude: Sehr heller, kaum beheizter Standort. Im Zimmer ab und zu besprühen. April/Mai bis Oktober langsam an Sonne gewöhnen, auf Terrasse oder Balkon.
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