Purpur-Leinkraut, Leinkraut: Aussaat, Pflanzung und Pflege

Purpur-Leinkraut, Leinkraut: Aussaat, Pflanzung und Pflege

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 10. August 2025  durch Alexandra 12 min.

Purpur-Leinkraut kurz erklärt

  • Purpur-Leinkraut: zarte Sommerblüten in lockeren Trauben
  • Violett, Gelb, Orange, Rosa, Weiß…
  • Feine, zarte, oft bläuliche Blätter
  • Für drainierende Sandböden; ideal für Steingärten, pflegeleicht
Schwierigkeit

Das Wort unserer Expertin

Leinkräuter sind zauberhafte Pflanzen, die mit der Leichtigkeit und Zartheit ihrer kleinen, in lockeren Trauben angeordneten Blüten begeistern. Sie blühen im Sommer und tragen dann Blüten in zarten Farbtönen: Mauve, Gelb, Rosa, Orange, Weiß … Sie ähneln kleinen Löwenmäulchen, wirken jedoch feiner und leichter. Leinkräuter sind meist kurzlebige Stauden, säen sich unter passenden Bedingungen aber großzügig selbst aus. Sie können auch einjährig sein, wie das Marokkanische Leinkraut, Linaria maroccana.

Einige Arten und Sorten zeichnen sich durch eine außergewöhnliche Blüte aus. Dazu gehört Linaria purpurea mit eleganten purpurvioletten Blüten an langen Blütentrauben. Die Sorte Linaria ‘Canon J. Went’ bezaubert mit einer zartrosa, sehr romantischen Blüte. Beliebt ist auch die Sorte ‘Peachy’ mit Blüten in sanften Farbtönen und einer subtilen Mischung aus Gelb, Orange und Hellrosa. Das Gewöhnliche Leinkraut, Linaria vulgaris, ist in Frankreich wild verbreitet und bietet eine schöne gelbe Blüte.

Leinkräuter bevorzugen durchlässige, eher sandige oder steinige Böden und eignen sich gut für den Steingarten. Sie benötigen wenig Pflege, sind winterhart und wenig krankheitsanfällig. Außerdem säen sie sich bei passenden Bedingungen spontan im Garten aus!

Botanisch

Steckbrief

  • Lateinischer Name Linaria sp.
  • Gebräuchlicher Name Leinkraut
  • Blüte je nach Sorte zwischen Juni und September
  • Height 10 cm bis 1,20 m
  • Exposition volle Sonne, eventuell Halbschatten
  • Art des Bodens drainierend, eher sandig
  • Winterhärte -15 bis -25 °C

Die Leinkräuter umfassen etwa hundert Arten krautiger Pflanzen aus den gemäßigten Regionen der Nordhalbkugel (Europa, Asien und Nordafrika). Die größte Artenvielfalt findet sich rund um das Mittelmeer. Leinkräuter können mehrjährig oder einjährig sein, wie Linaria maroccana. Selbst die mehrjährigen Arten leben meist nur kurz – doch sie gleichen dies durch Selbstaussaat aus!

In Frankreich kommen 17 Arten wild vor. Am häufigsten sind Linaria vulgaris, L. repens und L. supina, die in weiten Teilen des Landes vorkommen. Andere haben ein begrenzteres Verbreitungsgebiet: Linaria alpina wächst in Frankreich in den Bergregionen bis in 3.500 m Höhe, während Linaria arenaria (Sand-Leinkraut) an den Dünen der Atlantikküste zu finden ist. Allgemein wachsen Leinkräuter vor allem an offenen, sonnigen Standorten. Man findet sie hauptsächlich auf Brachland, Ödland, Rasenflächen und Geröllhalden.

Leinkräuter gehören zur Familie der Plantaginaceae, wurden früher jedoch den Scrophulariaceae zugeordnet. Zu den Plantaginaceae gehören neben dem Wegerich auch Fingerhut, Bartfaden, Ehrenpreis, Fettblatt und Löwenmaul. Es handelt sich um krautige Pflanzen, die grundständige Blattrosetten bilden, Blüten mit verwachsenen Blütenblättern und meist vier Staubblättern tragen und Kapseln hervorbringen.

Botanische Tafel mit Linaria triornithophora

Linaria triornithophora: botanische Illustration

Leinkräuter sind den Zimbelkräutern sehr ähnlich; dies wird deutlich, wenn man die kleinen Blüten des Mauer-Zimbelkrauts (Cymbalaria muralis) betrachtet, die den Blüten der Leinkräuter stark ähneln. Auch den Löwenmäulchen oder Antirrhinum sind diese Pflanzen nahe verwandt. Die Blüten dieser drei Gattungen haben alle mehr oder weniger dieselbe Form.

Das Leinkraut erhielt seinen Namen, weil seine Blätter denen des Leins ähneln. Im Englischen werden Leinkräuter Toadflax genannt; Linaria vulgaris heißt wegen ihrer gelben Blütenfarbe Butter-and-Eggs. Auch die lateinischen Artnamen geben Hinweise auf diese Pflanzen: Linaria vulgaris bedeutet Gewöhnliches Leinkraut; Linaria purpurea Purpur-Leinkraut; Linaria repens Kriechendes Leinkraut; Linaria alpina Alpen-Leinkraut usw.

Wild vorkommende botanische Arten sind durchaus interessant. Daneben gibt es einige gärtnerische Sorten, die wegen ihrer dekorativen Eigenschaften gezüchtet wurden. Die häufigsten kultivierten Arten sind Linaria purpurea, L. vulgaris, L. alpina und L. maroccana.

Einige Leinkräuter sind sehr klein, etwa Linaria alpina, die nicht höher als 10 cm wird. Andere, wie Linaria dalmatica, erreichen eine Höhe von 1 m. Insgesamt werden Leinkräuter jedoch nie besonders groß. Sie bleiben von bescheidener Größe und haben eine zierliche, delicate Erscheinung.

Leinkräuter besitzen dünne, biegsame Stängel. Oft sind die Stängel der Linaria aufrecht. Es gibt jedoch auch einige kriechende Arten wie Linaria alpina. Diese Art bleibt sehr niedrig direkt am Boden.

Je nach Art findet die Blüte zwischen Juni und Oktober statt. Die Blüte von Linaria purpurea und Linaria vulgaris dauert lange und reicht über den ganzen Sommer. Die Blüten der Leinkräuter sind klein und meist am Ende aufrechter Stängel zu Trauben angeordnet. Bei Linaria alpina erscheinen die Blüten im Gegensatz zu anderen Arten mehr oder weniger auf Bodenhöhe und bleiben sehr niedrig.

Die Trauben können lang und schmal sein und besonders elegant wirken, wie bei Linaria purpurea. Mitunter sind sie kürzer, etwa bei Linaria anticaria; dann wirken die Blüten eher verstreut und über das Laub verteilt. Wenn die Leinkräuter zahlreiche aufrechte, mit kleinen Blüten besetzte Stängel tragen, wirken sie luftig und ausgesprochen zart.

Ihre Blüte wird wegen ihres zarten Aussehens und ihrer ungewöhnlichen Form geschätzt. Leinkrautblüten sind zweiseitig symmetrisch, also „zygomorph“. Sie haben eine besondere Form und ähneln den Blüten des Löwenmauls (Antirrhinum majus), sind jedoch deutlich kleiner. Wie diese erinnern sie an ein Löwenmaul. Die Blüten der Leinkräuter werden 1 bis 5 cm lang. Die größten findet man bei Linaria triornithophora. Andere Arten haben dagegen winzige Blüten, etwa Linaria micrantha.

Die Blüten bestehen aus fünf verwachsenen Blütenblättern, die zwei Lippen bilden. Die Oberlippe besteht aus zwei Lappen (zwei miteinander verwachsenen Blütenblättern), die Unterlippe aus drei Lappen. Die Oberlippe steht aufrecht, während die Unterlippe an ihrer Basis eine Verdickung bildet, die oft kräftiger gefärbt ist und dem Insekt den Eingang zur Blüte weist. Öffnet man die Blütenkrone, sieht man vier Staubblätter (zwei lange und zwei kurze), die den Pollen tragen, sowie einen Griffel. Auf der Rückseite verlängern sich die Blütenblätter zu einem Sporn, der den Nektar enthält. Er kann kurz sein, wie bei Linaria repens, oder länger, wie bei Linaria triornithophora. Meist zeigt er zum Boden und ist an der Spitze leicht gebogen. Er verleiht der Blüte zusätzliche Originalität!

 

Die Blüten der Leinkräuter

Die Blüte der Leinkräuter: Linaria pelisseriana (Foto Donald Hobern) / Linaria vulgaris (Foto Frank Vincentz) / Eine Hummel bestäubt eine Linaria-vulgaris-Blüte (Foto Ivar Leidus)

 

Die Insekten müssen zwischen den beiden von den Blütenblättern gebildeten Lippen hindurchkriechen und anschließend ihren Rüssel in den Sporn stecken, um den Nektar zu erreichen. Dieser ist daher nicht für alle Insekten zugänglich. Sie müssen kräftig genug sein, um die Blüte zu öffnen, hineinzukriechen und den Nektar zu erreichen. Deshalb werden diese Blüten hauptsächlich von Hummeln bestäubt.

Leinkräuter haben zart gefärbte Blüten in einer herrlichen Farbpalette: zartes Gelb, purpurviolett, Rosa, Orange, Weiß … Die Kehle, eine von der Unterlippe gebildete Verdickung, ist oft kräftiger oder anders gefärbt als der Rest der Blütenblätter. So besitzt Linaria alpina violette Blüten mit einer orangefarbenen Kehle. Bei Linaria anticaria zeichnen sich feine dunkelpurpurne Blattadern vom rosig weißen Grund der Blütenblätter ab; die Blüten von Linaria repens sind violett geadert. Die Sorte ‘Canon J. Went’ blüht an langen, schmalen Trauben in rosig weißen Farbtönen und wirkt dadurch besonders romantisch und zart. Die Sorte Linaria purpurea ‘Alba’ besticht durch ihre elegante, reinweiße und sehr anmutige Blüte. Gelb blühende Arten wie Linaria dalmatica sind wertvoll, um ein Beet dynamischer und heller zu gestalten.

Leinkräuter besitzen ein sehr schönes Laub. Ihre Blätter sind klein und zahlreich und regelmäßig entlang der Stängel verteilt. Sie werden meist 1 bis 6 cm lang und sind sehr schmal und linear. Sie ähneln den Blättern des Leins und sind ebenso zart; dies gab der Pflanze ihren Namen. Die geringe Blattfläche begrenzt die Wasserverdunstung und macht die Pflanze dadurch trockenheitsverträglicher. Linaria dalmatica unterscheidet sich allerdings durch im Vergleich zu anderen Arten recht breite Blätter. Die Blätter der Leinkräuter sind sitzend: Die Blattspreite ist direkt ohne Blattstiel mit dem Stängel verbunden.

Die Blätter können grün sein, tendieren jedoch häufig zu Blaugrau. Ihre Farbe harmoniert gut mit der Blüte.

In der Regel stehen die unteren Blätter der Stängel wirtelig (mehr als zwei Blätter entspringen an derselben Stelle) oder gegenständig, während die oberen wechselständig angeordnet sind.

Die Blätter der Leinkräuter

Das Laub von Linaria vulgaris (Foto Frank Vincentz), Linaria purpurea (Foto Franz Xaver) und Linaria dalmatica

 

Einige Arten wie Linaria vulgaris besitzen Rhizome, mit deren Hilfe sie sich ausbreiten können.

Nach der Blüte bildet das Leinkraut kugelige Kapseln mit zwei Fächern. Wenn sie reif sind, öffnen sie sich und setzen zahlreiche kleine Samen frei. Einige Arten haben geflügelte Samen, die durch den Wind verbreitet werden können.

Sie können die Samen sammeln und aussäen. Wenn die Kulturbedingungen stimmen (durchlässiger, leichter Boden), besteht jedoch auch die Chance, dass sich das Leinkraut in Ihrem Garten selbst aussät. Dabei wird es nicht invasiv! Möchten Sie die Selbstaussaat verhindern, genügt es, die verblühten Blütenstängel zu entfernen.

Die Kapseln der Leinkräuter mit zahlreichen Samen

Die Kapseln von Linaria vulgaris / Kapseln und Samen von Linaria genistifolia (Foto Stefan Lefnaer)

 

Die wichtigsten Purpur-Leinkraut-Sorten

Beliebteste Sorten
Unsere Lieblingssorten
Purpur-Leinkraut - Linaria purpurea

Purpur-Leinkraut - Linaria purpurea

Das Purpur-Leinkraut ist eine botanische Art mit langen Trauben purpurvioletter Blüten und sehr feinem, bläulichem, linearem Laub. Es sät sich leicht selbst aus.
  • Blütezeit Juli für Oktober
  • Höhe bei Reife 80 cm
Purpur-Leinkraut Canon J. Went - Linaria purpurea

Purpur-Leinkraut Canon J. Went - Linaria purpurea

Diese prächtige Sorte trägt im Sommer lange, aufrechte Trauben mit zahlreichen kleinen, zartrosa Blüten. Eine elegante, romantische und luftige Blüte!
  • Blütezeit Juli für November
  • Höhe bei Reife 80 cm
Purpur-Leinkraut Alba - Linaria purpurea

Purpur-Leinkraut Alba - Linaria purpurea

Dieses Purpur-Leinkraut bildet im Sommer lange, feine, aufrechte Trauben mit reinweißen Blüten. Beliebt ist es für seine besonders anmutige Blüte.
  • Blütezeit Juli für Oktober
  • Höhe bei Reife 80 cm
Purpur-Leinkraut Peachy - Linaria purpurea

Purpur-Leinkraut Peachy - Linaria purpurea

Dieses Purpur-Leinkraut besticht durch seine einzigartige Färbung – eine Mischung aus Zartrosa, Apricot und Hellgelb. Zarte Blütentrauben über blaugrünem Laub.
  • Blütezeit Juli für November
  • Höhe bei Reife 80 cm
Leinkraut Antique Silver - Linaria anticaria

Leinkraut Antique Silver - Linaria anticaria

Diese Sorte trägt im Sommer kleine, sehr blasslilafarbene, leicht silbrig wirkende, fast weiße Blüten. Bei näherem Hinsehen zeigen sich feinste, dunklere Blattadern auf den Blütenblättern.
  • Blütezeit Juni für September
  • Höhe bei Reife 15 cm

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Pflanzung

Wo pflanzen?

Pflanzen Sie Leinkraut möglichst in voller Sonne: In freier Natur wächst es vor allem an offenen Standorten mit viel Licht. Es lässt sich jedoch auch im Halbschatten pflanzen.

Wichtig ist ein drainierender Boden. Leinkraut bevorzugt sandige oder steinige Substrate (die Art Linaria arenaria wächst an der Küste direkt im Sand!) und kommt gut mit trockenen Böden zurecht. Vermeiden Sie zu schwere, lehmige und verdichtete Böden, die besonders im Winter Feuchtigkeit speichern. Leinkraut kann darin wachsen, lebt aber weniger lang.

Leinkraut eignet sich ideal für Steingärten mit anderen Pflanzen, die drainierende, sonnige Standorte bevorzugen. Einige Arten können auch auf Mauern wachsen, etwa in den Fugen zwischen den Steinen. Die kleinsten Sorten scheinen für solche Standorte besonders geeignet, während die größeren vorne im Staudenbeet eine sehr schöne Wirkung entfalten.

Leinkraut ist ideal für naturnahe Gärten: Es benötigt kaum Wasser oder Dünger, kommt gut allein zurecht, wirkt sehr natürlich und ist bienenfreundlich. Zudem sät es sich häufig spontan aus! Sie können es mit anderen Pflanzen mit lockerem, natürlichem Wuchs kombinieren und sich einbürgern lassen.

Leinkraut ist winterhart und gut an das Klima in Deutschland angepasst. Es verträgt Temperaturen von -15 bis -30 °C. Ein Winterschutz ist daher nicht nötig; die Pflanzen können auch in kühlen Regionen gepflanzt werden.

Wann pflanzen?

Die beste Pflanzzeit für Leinkraut ist das Frühjahr, etwa im April.

 

Wie pflanzen?

Für eine Art wie Linaria purpurea empfehlen wir einen Pflanzabstand von 30 bis 40 cm.

  1. Bereiten Sie zunächst den Boden vor. Sie können einen Steingarten anlegen, indem Sie ein Beet erhöhen und Steine einbringen, oder das Leinkraut in ein bestehendes Beet zwischen andere Stauden setzen. Heben Sie ein Pflanzloch aus und geben Sie bei Bedarf drainierendes Material wie groben Sand oder Kies hinein.
  2. Nehmen Sie das Leinkraut aus dem Topf und setzen Sie es in das Pflanzloch.
  3. Füllen Sie rundherum Substrat ein und drücken Sie es an.
  4. Gießen Sie reichlich.

Gießen Sie in den Wochen nach der Pflanzung regelmäßig weiter.

→ Entdecken Sie auch die Pflanzung im Topf Linaria im Topf kultivieren: Eleganz und aufrechter Wuchs einer Feldblume

Entdecken Sie auch unsere Video-Tipps für eine erfolgreiche Staudenpflanzung:

Pflege

Die Pflege von Leinkraut ist sehr unkompliziert. Meist muss es nicht gegossen werden, außer bei großer Trockenheit und nach der Pflanzung. Dünger ist ebenfalls nicht nötig, da es auch auf mageren Böden gut gedeiht.

Wir empfehlen, verblühte Blütenstängel abzuschneiden, da dies später eine weitere Blüte fördert. Außerdem verhindern Sie so Selbstaussaat, falls diese nicht erwünscht ist.

Linaria purpurea ist kurzlebig. Wenn Sie diese Art kultivieren, empfehlen wir, die Samen zu ernten und auszusäen oder die Pflanze sich selbst aussäen zu lassen, damit sie im Garten erhalten bleibt.

Leinkraut wird nur selten von Krankheiten oder Schädlingen befallen. Gelegentlich können Blattläuse auftreten. Spritzen Sie in diesem Fall mit in Wasser verdünnter Schmierseife. Auch Mehltau kann vorkommen. Diese Pilzkrankheit ist an einem weißlichen Belag auf den Blättern zu erkennen. Behandeln Sie die Pflanze mit einer schwefelhaltigen Lösung.

 

Die Blüte des Frauenflachses

Linaria vulgaris

 

Vermehrung

Wir empfehlen, Leinkraut durch Aussaat zu vermehren. Auch Stecklinge oder Teilung sind möglich.

Aussaat

Für die Aussaat von Leinkraut können Sie die Samen aus den Kapseln nach der Blüte ernten. Bei einer Gartensorte bleiben die Farben jedoch möglicherweise nicht sortenecht – dafür erwartet Sie vielleicht eine schöne Farbvariation.

Einjährige Arten wie Linaria maroccana können im zeitigen Frühjahr direkt ins Freiland gesät werden. Mehrjährige Arten sät man dagegen etwa im März in Töpfe unter Schutz.

Aussaat im Topf:

  1. Füllen Sie einen Topf oder eine Saatschale mit Blumenerde. Drücken Sie sie an und glätten Sie die Oberfläche.
  2. Verteilen Sie die Samen auf der Oberfläche.
  3. Bedecken Sie sie mit einer dünnen Schicht gesiebtem Substrat.
  4. Gießen Sie feinbrausig.
  5. Stellen Sie den Topf an einen hellen Platz unter ein Frühbeet.
  6. Halten Sie das Substrat bis zur Keimung leicht feucht.
  7. Pflanzen Sie das Leinkraut etwa im Mai ins Freiland, sobald die Temperaturen milder sind und keine Fröste mehr drohen.

Durch zeitversetzte Aussaat lässt sich die Blütezeit verlängern.

Aussaat ins Freiland:

  1. Wählen Sie einen passenden Standort und bearbeiten Sie den Boden. Lockern Sie das Saatbeet, indem Sie Wurzelballen zerkleinern und grobe Bestandteile wie Steine und Unkraut entfernen.
  2. Verteilen Sie die Samen breitwürfig auf der Oberfläche.
  3. Bedecken Sie sie mit einer dünnen Substratschicht.
  4. Gießen Sie feinbrausig.

Kombination

Mit ihren kleinen, in lockeren Trauben angeordneten Blüten ist das Leinkraut ideal, um Staudenbeeten Leichtigkeit und Zartheit zu verleihen. Es findet leicht seinen Platz im Vordergrund eines Staudenbeets, vor größeren Pflanzen. Dabei lockert es schwereres, üppiges Laub von Bergenien, Purpurglöckchen, Funkien und anderen Pflanzen auf.

Eine Sorte wie Linaria ‘Canon J. Went’ eignet sich ideal für einen romantischen Garten. Die zarten Trauben rosig-weißer Blüten harmonieren wunderbar mit Rosen, Lavendel, Sterndolden, Storchschnabel, Salbei, Katzenminze und Fingerhut. Pflanzen Sie es zu Füßen Ihrer Strauchrosen, zusammen mit anderen zarten Blumen wie beispielsweise Nelken, etwa Dianthus deltoides. Auch Kletterpflanzen wie Waldreben können Sie an einer Laube oder Pergola emporleiten. Für eine ebenso zarte und romantische Atmosphäre lässt sich Leinkraut auch in Cottagegärten integrieren, beispielsweise zusammen mit Orientalischem Mohn.

 

Inspiration zur Kombination von Leinkraut im romantischen Staudenbeet

Leinkraut passt gut in romantische Gärten, besonders in Kombination mit Rosen. Hier: Digitalis purpurea (Foto Matthijs van den Berg), Dianthus deltoides, Nepeta cataria (Foto JLPC), Linaria purpurea (Foto Gailhampshire), Rose ‘Iceberg’

 

Da Leinkraut drainierende, sonnige Böden bevorzugt, eignet es sich ideal für einen Steingarten. Wählen Sie kleinere Arten wie Linaria alpina, die Sie mit teppichbildenden oder polsterförmigen Pflanzen kombinieren: Mittagsblume, Kriechende Winde, Hauswurz, Geranium cinereumAuch auf einer Trockenmauer können Sie Linaria alpina zwischen den Steinen pflanzen, etwa zusammen mit Fetthenne, Campanula muralis, Cymbalaria muralis

Da das Leinkraut recht natürlich wirkt, können Sie damit einen naturnahen, ländlichen Garten gestalten. Lassen Sie es einfach wachsen und sich spontan aussäen. Kombinieren Sie es mit anderen Pflanzen, die sich frei versamen, etwa Jungfer im Grünen, Lobularia maritima und Lichtnelke, für einen lebendigen Garten! Da es kaum Wasser oder Dünger benötigt, eignet sich Leinkraut zudem ideal für naturnahe Gärten mit minimalem Pflegeaufwand. Pflanzen Sie es mit anderen anspruchslosen Pflanzen mit lockerem, luftigen Wuchs: Verbena bonariensis, Gaura lindheimeri, Garben und Gräsern …

Leinkraut passt auch sehr gut in Trockengärten und Kiesgärten. Kombinieren Sie es mit Österreichischer Königskerze, Eryngium, Echinops, Stipa, Dipsacus, Oenothera, Centranthus … Wählen Sie Pflanzen, die Trockenheit vertragen und auf armen, steinigen Böden gedeihen. Auch mediterrane Pflanzen wie Lavendel, Wolfsmilch, Phlomis fruticosa und Zistrosen eignen sich.

 

Inspiration zur Kombination von Leinkraut im Steingarten

Kleine Leinkraut-Sorten lassen sich leicht in Steingärten integrieren! Geranium cinereum ‘Lawrence Flatman’, Linaria alpina (Foto Muriel Bendel), Delosperma cooperi (Foto Alexander Klink) und Convolvulus mauritanicus (Foto Stan Shebs)

 

Wussten Sie schon?

  • Eine Heilpflanze

Frauenflachs (Linaria vulgaris) wirkt harntreibend, abführend, entzündungshemmend und hilft als Tee bei Hautproblemen.

Nützliche Ressourcen

 

Häufig gestellte Fragen

  • Purpur-Leinkraut sät sich aus: Was tun?

    Fühlt sich Purpur-Leinkraut wohl, sät es sich selbst aus, ohne invasiv zu werden. Verblühte Blütenstiele schneiden: So bildet es keine Samen.

  • Die Blätter meiner Purpur-Leinkräuter sind weiß befilzt. Warum?

    Vermutlich haben sie Mehltau, eine Pilzkrankheit. Behandeln Sie mit Schwefellösung oder Schachtelhalmbrühe.

  • Purpur-Leinkraut: Blüte verlängern

    Entfernen Sie verwelkte Blüten: So bildet die Pflanze neue. Purpur-Leinkräuter können dadurch etwas später ein zweites Mal blühen.

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