5 Obstbäume für Küstengärten und Balkone

5 Obstbäume für Küstengärten und Balkone

Unsere Auswahl passender Obstbäume

Inhaltsverzeichnis

Küstenpflanzen trotzen Wind, Salz und magerem, drainierendem Boden. Für Obstbäume und -sträucher eignen sich diese 5 Arten – im Beet oder Topf.

Schwierigkeit

Feigenbaum: Mediterranes Obstgehölz, auch anderswo

Der Feigenbaum (Ficus carica) prägt die mediterrane Küstenlandschaft: Von Spanien bis Griechenland, über die Provence und Italien bis nach Tunesien, wird dieser Strauch seit Jahrtausenden kultiviert. Dort schätzt er sonnige Standorte in tiefgründigen Böden, die auch steinig und nährstoffarm sein dürfen. Seine knorrige Wuchsform passt sich starkem Seewind an, während seine natürliche Trockenheitsverträglichkeit ihn nach dem Anwachsen zum idealen Kandidaten für Küstengärten im Süden Frankreichs macht.

Geschätzt für seine süßen violetten oder grünen Früchte, bietet er zudem ein attraktives Zierlaub aus tief gelappten Blättern. Sie verleihen ihm eine exotische Ausstrahlung. Im Winter verschwinden die sommergrünen Blätter.

Es gibt selbstfruchtbare Sorten, die sich unter anderem für kleine Gärten eignen, da sie nicht mindestens einen männlichen und einen weiblichen Baum benötigen. Einmal tragende Feigenbäume liefern im Spätsommer eine Ernte, während zweimal tragende Sorten zweimal jährlich Früchte bilden. In den Küstenregionen nördlich der Loire, etwa in der Bretagne, sollten Sie die ersten Sorten bevorzugen, da sie weniger empfindlich auf kühle Herbste und Spätfröste reagieren.

Wählen Sie aus den zahlreichen verfügbaren Feigenbäumen:

  • ‘Goutte d’Or’, eine selbstfruchtbare Sorte aus Frankreich mit süßen Früchten und goldgelber Schale;
  • ‘Dauphine’, ein früher Feigenbaum, der bereits im Juli die erste Ernte liefert;
  • ‘Nazareth’, der uns mit großen Früchten und grüner Schale beschenkt;
  • der panaschierte Feigenbaum mit überraschenden grün-gelben Früchten und aromatischem rotem Fruchtfleisch;
  • ‘Madeleine des 2 saisons’, geeignet für feuchtere Regionen an der Atlantikküste.

Die kleinwüchsigen Zwergsorten wie ‘Figality’ und ‘Gustis Ficcolino’ lassen sich problemlos im Topf kultivieren und spenden Schatten auf Terrassen oder Balkonen am Meer.

Mehr erfahren: „Feigenbaum, Ficus carica: pflanzen, schneiden und pflegen“.

Feigenbäume

Links der für die Atlantikküste geeignete Feigenbaum ‘Madeleine des 2 saisons’, rechts die Sorte ‘Panachée’, die nur eine Ernte liefert und für nördliche Regionen besser geeignet ist

Felsenbirne: unterschätzte Früchte an Atlantikküste

Die Felsenbirne wird in Gärten vor allem wegen ihrer prächtigen, frühen Frühlingsblüte kultiviert, aber auch wegen der flammenden Herbstfärbung ihres Laubs, bevor es abfällt.

Doch auch ihre essbaren Früchte sind nicht zu verachten, obwohl sie wenig bekannt sind. In Kanada, wo sie „kleine Birnen“ genannt werden, sind sie sehr beliebt und werden gern gegessen. Diese süßen, Heidelbeeren ähnelnden Beeren erscheinen im Sommer nach der Blüte. Zunächst sind sie rot, später dunkelpurpur und schließlich hübsch blau-schwarz. Sie können roh, getrocknet oder in Tartes, Konfitüren, Chutneys, Saucen und vielem mehr verzehrt werden.

Die Felsenbirne gehört zu den pflegeleichten Gehölzen: Sie verträgt salzhaltige Gischt, ist robust, winterhart und stellt keine besonderen Ansprüche an den Boden, solange dieser gut durchlässig ist. In Küstennähe bevorzugt sie jedoch einen vor austrocknenden Winden geschützten Standort, etwa hinter einer Mauer oder Windschutzhecke.

Da sie nur sehr heiße und trockene Sommer scheut, eignet sie sich eher für die feuchteren Gärten an der Atlantikküste. Pflanzen Sie sie nördlich der Loire an einen sonnigen Standort, im Süden in den Halbschatten.

Zum Beispiel:

Mehr erfahren: „Felsenbirne pflanzen, schneiden und kultivieren“ und „Felsenbirnen ernten und lagern“.

essbare Beeren

Die köstlichen Früchte der Felsenbirne: Amelanchier laevis ‘Ballerina’, Amelanchier lamarckii, ‘Amelanchier alnifolia Smoky’ und ‘Saskatoon Berry’

Zitrusfrüchte: Ikonische Obstbäume mediterraner Gärten

Orangen-, Zitronen- und Mandarinenbäume – fruchttragende Sträucher, die an Wärme, Sonne und Südfrankreich erinnern! An Teilen der Mittelmeerküste finden Zitrusfrüchte tatsächlich günstige Wachstumsbedingungen. An der Côte d’Azur (der berühmten «Orangenbaumzone») können sie im Freiland kultiviert werden, ebenso auf Korsika. Einige Arten wie die Bitterorange (Citrus aurantium) lassen sich sogar in einem größeren südlichen Gebiet anbauen.

In anderen Küstenregionen mit stärkeren Frösten werden die Früchte leider oft durch Kälte zerstört und der Ertrag ist unsicher. Eine Kultur im Topf ist jedoch problemlos möglich, sofern ein geeigneter Ort zum Überwintern vorhanden ist (Wintergarten, Gewächshaus …). Probieren Sie zum Beispiel die Kumquat ‘Nagami’, die Mittelmeer-Mandarine ‘Keraji’ oder den Zitronenbaum ‘Meyer.

So können Sie ihre wachsartige, duftende Blüte genießen und anschließend ihre vitaminreichen, säuerlichen Früchte. Ihr immergrünes Laub bleibt außerdem das ganze Jahr über dekorativ und bringt einen Hauch Exotik in den Garten.

Zitrusfrüchte lieben Wärme und Sonne. Sie vertragen sandige, gut drainierte, aber regelmäßig mit organischer Substanz angereicherte Böden. Nach dem Anwachsen überstehen sie gelegentliche Trockenheit, bevorzugen jedoch einen frischen, leicht feuchten Boden.

Mehr erfahren: «Zitronen-, Orangen- und andere Zitrusbäume: im Topf oder Garten pflanzen und kultivieren».

Zitrusfrüchte

Mittelmeer-Mandarine und Kumquat lassen sich außerhalb der Orangenbaumzone leichter kultivieren als Zitronen- und Orangenbaum

Brombeerbaum: Baum mit Brombeeren

Auch wenn wir die Brombeeren aus der Familie der Rosengewächse gut kennen, sind die Früchte der Maulbeerbäume deutlich weniger beliebt. Dabei tragen die Maulbeerbäume Morus ebenfalls köstliche, süße und säuerliche Beeren. Außerdem wachsen sie an einer dornenlosen Pflanze.

Der Weiße Maulbeerbaum Morus alba wurde im Süden Frankreichs intensiv zur Seidenraupenzucht kultiviert, da seine Blätter die einzige Nahrungsquelle des Schmetterlings (Maulbeerspinner) sind. Noch heute findet man zahlreiche Maulbeerbäume vom Midi bis zur Atlantikküste.

Die Früchte, die im späten Frühjahr erscheinen, verdienen jedoch entdeckt zu werden – ebenso wie die saftigen, süßen Früchte des Kultivars ‘Giant Fruit’. Auch der Schwarze Maulbeerbaum Morus nigra trägt essbare Früchte, benötigt für seine Entwicklung jedoch viel Platz.

Für kleine Gärten am Meer sowie für Balkone und Terrassen eignet sich die Zwergsorte Morus rotundiloba ‘Mojo Berry’ mit früher, üppiger Fruchtbildung.

Morus stabilisieren dank ihres Wurzelsystems schnell den Boden. Sie gedeihen in gut durchlässiger, auch sandiger Erde. Diese Bäume vertragen Gischt und Wind, nach dem Anwachsen aber auch Trockenheit und Hitze.

Gut zu wissen: Einige Arten oder Sorten sind steril (Morus alba ‘Fruitless’). Sie werden als Zier- oder Schattenbäume im Garten verwendet, ohne dass Früchte für Verschmutzungen sorgen. Wenn Sie einen Morus zur Ernte kultivieren möchten, sollten Sie daher unbedingt die richtige Sorte wählen.

Mehr erfahren: « Maulbeerbaum, Morus: pflanzen, schneiden und pflegen »

Morus

Morus nigra und Früchte der Sorte ‘Giant Fruit’

Brustbeere: für warme, trockene Küstengärten

Die Chinesische Jujube (Ziziphus jujuba) ist ein aus China stammender Strauch, der im Frühherbst essbare Früchte hervorbringt, die Jujuben oder Chinesische Datteln genannt werden. Sie sind eiförmig und schmecken leicht süß und säuerlich. Früher war sie in provenzalischen Obstgärten weit verbreitet.

Die Kultivare ‘Abundance’ und ‘Li’ haben den Vorteil, wenig dornig zu sein und zugleich früh Früchte anzusetzen und reich zu tragen.

Sie ist ideal für Küstengärten, da ihr weder Gischt noch salzhaltige Böden etwas ausmachen. Sie bevorzugt trockene, gut durchlässige Böden, auch wenn diese arm und kalkhaltig sind, braucht zur Fruchtbildung jedoch Wärme. Die Chinesische Jujube ist daher eher für Küstengärten im Süden Frankreichs geeignet.

Mehr erfahren: „Chinesische Jujube: Pflanzen, Rückschnitt und Pflege“.

Obstbaum

Früchte der Chinesischen Jujube

Weitere essbare Früchte für Küstenlagen, vor allem wegen ihres Zierwerts genutzt

Der Ölbaum, die Myrte, die Ölweide, der Westliche Erdbeerbaum und der Sanddorn sind sehr gut für KüstenGärten oder -Terrassen geeignet, da sie mit den Bedingungen am Meer gut zurechtkommen.

Allerdings werden sie meist nicht wegen ihrer Früchte kultiviert, obwohl diese durchaus essbar sind. Oliven müssen lange und aufwendig behandelt werden, bevor sie verzehrt werden können. Die Früchte von Ölweide, Westlichem Erdbeerbaum und Sanddorn schmecken eher fad und eignen sich besser für Konfitüren oder Chutneys. Die kleinen Beeren der Myrte sind vor allem für die Herstellung des Mirto-Likörs bekannt, der besonders auf Korsika und Sardinien beliebt ist.

Westlicher Erdbeerbaum

Die Früchte des Westlichen Erdbeerbaums und des Sanddorns

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