6 Obstbäume für den Stadtgarten

6 Obstbäume für den Stadtgarten

Aufgrund von Wuchsform, Größe oder Entwicklung passen manche Obstbäume in den Stadtgarten

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 13. November 2025  durch Pascale 6 min.

Stadtgarten: Mit einer selbstfruchtbaren Sorte gelingt trotz wenig Platz und schwieriger Bedingungen ein Obstbaum. Zwei Bäume sichern die Ernte.

Schwierigkeit

Zwergobstbaum: ideal für kleine Gärten

Zwar sind Zwergobstbäume klein. Doch ihre Früchte sind ebenso groß wie die ihrer hochkronigen Verwandten. Meist auf schwachwachsende Unterlagen veredelt, werden Zwergobstbäume kaum höher als 2 Meter. Ob im Topf auf Balkon oder Terrasse oder im kleinen Garten: Zwergobstbäume stellen geringe Ansprüche an Pflanzung und Pflege. Für ihre Gesundheit genügt ein Auslichtungsschnitt.

arbre fruitier nain

Zwergobstbäume lassen sich im Topf oder im Freiland eines Stadtgartens leicht kultivieren (auf unserem Foto: Zwergkirschbaum ‘Garden Bing’)

Dank ihrer geringen Größe sind sie leicht vor Kälte zu schützen, einfach zu schneiden und zu pflegen – vor allem ist die Ernte der ebenso köstlichen Früchte besonders bequem. Der Ertrag ist anteilig ebenso hoch, wobei der Fruchtansatz oft früher einsetzt. Da sie wenig Platz benötigen, können mehrere Zwergbäume mit einem Abstand von nur 1,5 bis 2 Metern gepflanzt werden, was die Nachteile ihrer geringen Größe ausgleicht. Nur ihre Lebensdauer ist kürzer: Sie beträgt 10 bis 15, höchstens 20 Jahre, gegenüber 40 bis 50 Jahren bei anderen Obstbäumen.

Liebhaber süßer, saftiger Pfirsiche greifen zum selbstfruchtbaren, sehr ertragreichen Zwerg-Nektarine ‘Nectarella’ mit großen Früchten oder zu den Pfirsichbäumen ‘Bonanza’ und ‘Amber Pix Zee’ mit gelbem Fruchtfleisch. Auch den Birnbaum gibt es als Zwergform: ‘Garden Pearl’ trägt leicht gerundete, grüne Birnen. Der Kirschbaum ‘Garden Bing’ wird kaum 1,5 m hoch, während der Zwerg-Sauerkirschbaum ‘Griotella’ durch seine leicht überhängende Wuchsform besonders dekorativ wirkt.

Säulenform für vertikale Akzente

Was ist ein Säulenobstbaum? Beginnen wir mit einer Definition: Ein Säulenobstbaum wächst in die Höhe und bildet sehr kurze Fruchttriebe, die dicht am Stamm anliegen. Dieser erreicht selten mehr als 3 Meter. Diese Obstbäume wirken daher besonders skulptural und dekorativ und wachsen als kerzengerade Säule. Die Fruchtbildung erfolgt entlang des gesamten Stammes. Die Früchte sind normal groß und entsprechen im Umfang denen anderer Obstbäume. Der Ertrag setzt jedoch schneller ein. Bei manchen Sorten tragen die Bäume bereits im Jahr nach der Pflanzung erstmals Früchte.

Säulenapfel

Säulenobstbäume benötigen nur wenig Platz

Der größte Vorteil dieses Obstbaumtyps ist, dass er fast keinen Rückschnitt benötigt. Außerdem brauchen die Bäume nur wenig Platz. Obwohl sich die meisten Obstbäume als Säule ziehen lassen, sind Säulenäpfel und Säulenbirnen am weitesten verbreitet.

Ein Befruchterduo aus den Säulenäpfeln ‘Rondo’ und ‘Rhapsodie’ sorgt für einen reichen Ertrag. Der Säulenapfel ‘Villandry’ mit seinen schönen roten Äpfeln braucht dagegen einen Befruchter, um Früchte zu tragen. Der Säulenkirschbaum ‘Sylivia’ wird dagegen nur 1,5 m hoch.

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Palmette oder Kordon: Rückschnittformen am Spalier

Als Palmette oder Kordon erzogene Obstbäume sind an einem Spalier befestigt. Durch den Rückschnitt erhalten sie eine feste Form, um ihren Platzbedarf zu verringern. Der Obstbaum wächst also flach: Entweder wird er an Drähten geführt, die an einer Mauer oder einer anderen Stütze befestigt sind, oder an senkrechten Konstruktionen zu einem freistehenden Spalier erzogen. Um den Platz optimal zu nutzen, lassen sich Obstbäume im Stadtgarten an Mauern in verschiedenen Formen erziehen: als einfache oder doppelte U-Palmette, als V-Palmette oder Verrier-Palmette sowie als horizontaler oder vertikaler Kordon. Beim Kauf haben diese Obstbäume oft bereits eine bestimmte Form. Die Erziehung muss daher fortgeführt werden, wofür einige Kenntnisse erforderlich sind.

pommier palissé

An einer Mauer erzogener Obstbaum

Diese Schnitttechnik bietet zahlreiche Vorteile: ein früherer Fruchtansatz, eine elegante Baumform, eine bessere Belichtung der Früchte sowie eine einfachere Pflege und ein erleichterter Rückschnitt …

Am häufigsten werden Birnbäume, Kultur-Äpfel, Aprikosenbäume, Pfirsichbäume und Mandelbäume am Spalier erzogen. Unter den Kultur-Äpfeln eignen sich Sorten wie ‘Belle de Boskoop’, ‘Jonagold’, ‘Reinette grise du Canada’, ‘Golden delicious’ und ‘Reine des Reinettes’ gut für die Spaliererziehung. Bei den Birnbäumen eignen sich die Sorten ‘William’s’, ‘Conférence’ und ‘Doyenné du Comice’ ebenfalls gut für diese Schnittform.

Kletterobst: jeden Platz nutzen

Diese Obstbäume – oder besser gesagt Obstpflanzen – bilden meist Lianen, die sich um die von Ihnen bereitgestellten Rankhilfen winden und sich dazwischen schieben: Spalier, Rankgerüst, Gitter oder einfach gespannte Drähte … Diese müssen stabil sein, bieten aber den Vorteil, die Pflanzen dorthin zu leiten, wo Sie sie haben möchten. Sie können sich sogar um eine Pergola winden und wohltuenden Schatten spenden. Auch hier gewinnen Sie wertvollen Platz und können Früchte ernten, die (fast) in Reichweite wachsen.

Obstpflanzen gibt es in großer Vielfalt, sodass Sie für Abwechslung sorgen und die Erntesaison verlängern können. An erster Stelle steht die Weinrebe, die schwarze oder weiße Trauben hervorbringt. Aber wussten Sie, dass Sie auch Kiwis im kleinen Stadtgarten ernten können? Die Kiwipflanze gehört zu den Kletterpflanzen, die dank ihrer Winterhärte fast überall wachsen. Achten Sie darauf, eine selbstfruchtbare Sorte zu wählen, wenn der Platz für zwei Pflanzen nicht ausreicht.

Actinidia – Kiwi

Die Kiwipflanze bildet ideale Kletterpflanzen für den Stadtgarten

Wenn Sie dagegen die Früchte der Passionsblume genießen möchten, müssen Sie unbedingt im Süden Frankreichs leben. Die kultivierten und kaum dornigen Brombeeren (Brombeere fruticosus) gedeihen dagegen in allen Klimazonen.

Hohlkrone: Obstbaumform für kleine Gärten

Dieser Niederstamm-Obstbaum wird selten höher als 4 Meter und eignet sich daher perfekt für einen Stadtgarten. Man spricht von der Becherform, weil seine Krone einem Becher ähnelt. Sein Stamm ist 40 bis 60 cm hoch, und 3 bis 5 Leitäste gehen strahlenförmig von ihm aus. Obstbäume in Becherform breiten sich dennoch 2 bis 3 m in der Breite aus. Meist sind als Becherform gekaufte Obstbäume bereits 2 bis 4 Jahre alt und tragen daher schon im Pflanzjahr Früchte.

Diese Form ist ideal für kleine Gärten, aber auch für Anfänger, da der Baum bereits als Becher erzogen ist. Ein kleiner, leichter Rückschnitt genügt, um diese Form zu erhalten und zugleich Sonne und Luft besser ins Kroneninnere gelangen zu lassen. Auch Pflege und Obsternte werden durch diese Form erleichtert. Die relativ niedrig ansetzenden Äste können auf einer Rasenfläche jedoch stören.

Wir bieten verschiedene Obstbäume in Becherform an, darunter Bestäuber-Duos für Birnbäume, Apfelbäume oder Pflaumenbäume.

Und natürlich schwachwüchsige Obstbäume

Einige Obstgehölze bleiben von Natur aus klein und lassen sich daher problemlos in einem Stadtgarten pflanzen. Dazu gehören Himbeere, Schwarze Johannisbeere, Johannisbeere und Heidelbeere – auch wenn es sich eher um Sträucher als um Bäume handelt. Bei den Bäumen sind Quitte, Echte Mispel und Feigenbaum besonders geeignet.

Die Quitte (Cydonia oblonga) wächst zu einem 4 bis 5 Meter hohen, besonders winterharten und kräftigen Kleinbaum heran. Sie trägt Quitten, fleischige Früchte, die gekocht genießbar sind. Bei der Mispel unterscheidet man zwischen der Echten Mispel (Mespilus germanica), die Mispelfrüchte trägt, und der Japanischen Wollmispel (Eriobotrya japonica), die Wollmispelfrüchte hervorbringt. Beide werden durchschnittlich 3 bis 5 Meter hoch und finden somit auch in einem kleinen Stadtgarten Platz – die Japanische Wollmispel allerdings nur in Südfrankreich. Zudem schmücken sie ihn mit einer schönen Blüte.

Obstbäume

Dank ihres geringen Wuchses finden Quitte, Feigenbaum, Japanische Wollmispel und Echte Mispel problemlos Platz in einem Stadtgarten

Der Feigenbaum (Ficus carica) gedeiht im Stadtgarten besonders gut, da er dort meist sonnig und vor Wind und Kälte geschützt steht. Obwohl er als typisch für den Süden gilt, wächst er in vielen Klimazonen. Mit seinem oft krummen Stamm und seiner runden Wuchsform eignet er sich ideal für kleine Flächen. Zudem wird er höchstens 3 bis 5 Meter hoch. Es gibt sogar Zwergsorten. Die Sorte ‘Icecrystal’ überschreitet ebenso wie der frühe Feigenbaum ‘Dalmatie’ und die bekannte ‘Goutte d’or’ keine 2 Meter.

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