Banane im Gewächshaus oder Wintergarten: Tipps

Banane im Gewächshaus oder Wintergarten: Tipps

Banane im Gewächshaus oder Wintergarten: Sorten, Pflege & Früchte

Inhaltsverzeichnis

Bananen im Gewächshaus oder Wintergarten: Tipps zu Wärme, Licht, Feuchtigkeit und Düngung – bis zur Fruchtbildung.

Schwierigkeit

Welche Arten und Sorten eignen sich für den Anbau im Gewächshaus oder Wintergarten?

Die richtige Art oder Sorte zu wählen, ist bei Bananen entscheidend. Oft macht sie den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg. Nicht jede Banane eignet sich für Gewächshaus oder Wintergarten. Die Wahl von Art und Sorte ist ausschlaggebend für kräftiges Wachstum und in manchen Fällen auch für die Fruchtbildung.

Auswahlkriterien

Für einen geschützten Standort in gemäßigtem Klima sind folgende Kriterien entscheidend:

  • Eine geringe Größe : damit die Pflanze unter die Decke passt. Deshalb sind Zwergsorten besonders geeignet
  • Eine höhere Kältetoleranz: Auch bei Heizung kann es im Winter nachts zu Temperaturschocks kommen
  • Ein gemäßigtes Wachstum : Zu stark wachsende Sorten können schwer zu bändigen sein
  • Fruchtbildung auch unter weniger idealen Bedingungen
  • Ein dekorativer Wert ist hilfreich, wenn die Fruchtbildung zweitrangig ist. Dieser zeigt sich etwa durch buntes Laub.

Empfohlene Arten

Die meisten kultivierten Bananen gehören zur Gattung Musa:

  • Musa acuminata: Mutterart vieler essbarer Sorten. Sie ist kälteempfindlich, wächst aber gut im beheizten Gewächshaus. Sie bildet die genetische Grundlage der meisten Dessert-Bananen
  • Musa balbisiana : winterhärter und häufig für Hybrid-Kreuzungen verwendet. Sie verträgt Temperaturschwankungen besser, bildet aber weniger schmackhafte Früchte
  • Musa basjoo: die winterhärteste Banane. Sie kann Minustemperaturen überstehen, bildet in unseren Breiten jedoch keine Früchte. Ihr üppiges Laub macht sie zu einer ausgezeichneten Zierpflanze
  • Ensete ventricosum : wird oft mit Musa verwechselt. Sie bildet keine essbaren Früchte, beeindruckt aber mit ihrer majestätischen Erscheinung. Ideal für den Wintergarten dank ihrer architektonischen Wuchsform
  • Musa velutina : Diese durch ihre rosa Bananen sehr dekorative Art kann im Gewächshaus oder Wintergarten kultiviert werden. Ihre Früchte enthalten jedoch recht harte Samen
  • Musa lasiocarpa: perfekt für einen hellen Wintergarten oder ein kühles Gewächshaus. Sie dient ausschließlich als Zierpflanze
  • Musa sikkimensis: für Gewächshaus oder Wintergarten mit viel Platz. Die Kultur ist dort möglich, im Innenbereich eignet sie sich wegen ihrer Größe, ihres starken Wachstums sowie ihres hohen Licht- und Platzbedarfs jedoch weniger.

    Banane im Gewächshaus oder Wintergarten kultivieren

    Drei Arten für die Kultur im Gewächshaus oder Wintergarten: Musa acuminata, Ensete ventricosum und Musa velutina

Besonders geeignete Sorten

  • Dwarf Cavendish: kompakte Sorte (1,5 bis 2 m), ideal für Wintergärten. Sie bildet süße Früchte und kommt gut mit beengten Platzverhältnissen zurecht
  • Red Tiger’: Sorte mit grünen Blättern, deren Unterseiten purpurfarben und dunkelrot gefärbt sind
  • Maurelli’: Abessinische Banane mit purpurfarbenem Laub
  • Red Dacca’: Zwerg-Banane mit rotbraunem Stamm und rosa Früchten.

Herausforderungen beim Anbau der Banane im Gewächshaus oder Wintergarten

Eine Banane in einem geschützten Raum zu kultivieren, ist eine Herausforderung: In einer deutlich anspruchsvolleren Umgebung als in der Natur muss ein tropisches Mikroklima geschaffen werden. Diese anspruchsvolle Kultur ist erfahrenen Gärtnern vorbehalten.

Thermische Anforderungen

Die Banane ist eine tropische oder subtropische Pflanze. Sie benötigt daher tagsüber Temperaturen über 20–22 °C und verträgt starke nächtliche Schwankungen oder einen Abfall unter 12–15 °C kaum. In einem schlecht isolierten Wintergarten oder Gewächshaus können kalte Nächte das Wachstum verlangsamen oder sogar stoppen und Schäden verursachen.

Außerdem kann die tagsüber angestaute Wärme einen Treibhauseffekt auslösen, der das Laub verbrennt oder das Substrat plötzlich austrocknet. Im Winter ist zudem eine Heizung nötig, um die Mindesttemperatur zu halten. Kann der Raum nicht ausreichend beheizt werden, sind robustere Sorten unverzichtbar.

Optimale Lichtverhältnisse

Die Banane benötigt helles, aber nicht brennendes Licht. Für ein anhaltendes Wachstum werden mindestens 10 Stunden Licht pro Tag empfohlen. In Wintergarten oder Gewächshaus spielen Ausrichtung, Lichtdurchlässigkeit der Verglasung und deren Behandlung (UV-Schutzglas, Folien, Verdunkelung) eine entscheidende Rolle.

Im Herbst und Winter kann das Licht knapp werden. Künstliche Beleuchtung (Gartenbau-LEDs mit Vollspektrum) kann dann den Mangel an natürlichem Licht ausgleichen.

Luftfeuchtigkeit und Belüftung

Die Banane benötigt eine relative Luftfeuchtigkeit von 60 bis 80 %, die regelmäßig mit einem unverzichtbaren Hygrometer kontrolliert wird. Luftbefeuchter, Wasserschalen oder Vernebler helfen, diesen Wert zu halten.

Zu viel Feuchtigkeit ohne Luftaustausch begünstigt jedoch Pilzkrankheiten. Die Belüftung von Gewächshaus oder Wintergarten muss daher kontrolliert werden, um stehende Luft zu vermeiden. Die Luftzirkulation begrenzt auch den Befall durch Spinnmilben und Schildläuse, darf jedoch keine unerwünschte Zugluft erzeugen, die die dünnen Blätter beschädigen könnte.

Bananenkultur im Gewächshaus oder Wintergarten

Die Kultur einer Banane im Gewächshaus oder Wintergarten erfordert optimale und sorgfältig kontrollierte Bedingungen

Platzbedarf

Die Banane kann sehr groß werden: Ihr Scheinstamm wird dicker und ihre Blattverzweigung nimmt viel Platz ein. Im Wintergarten müssen daher Raumhöhe, Durchgangsbreite und der Zugang zum Kronendach eingeplant werden.

Schlüssel für gutes Wachstum

Die Banane wächst schnell und benötigt viel Wasser und Nährstoffe. Eine sorgfältige Abstimmung von Substrat und Düngung ist entscheidend.

Die Wahl des Substrats

  • Verwenden Sie eine drainierende, nährstoffreiche Mischung aus Blumenerde (40 %), gut verrottetem Kompost (30 %), Perlite oder Sand (20 %) und Kokosfaser (10 %)
  • Bevorzugen Sie einen pH-Wert zwischen 6 und 6,5
  • Sorgen Sie für eine gute Drainageschicht aus Kies oder Blähton

Das Gießen

  • Während des Wachstums (März bis Oktober) häufig, aber mäßig gießen: Das Substrat sollte feucht, aber nicht nass bleiben
  • Bei großer Hitze das Laub besprühen oder eine Wasserschale in der Nähe aufstellen
  • Im Winter weniger gießen, das Substrat aber nie ganz austrocknen lassen
  • Kalkhaltiges Wasser vermeiden und Regen- oder Filterwasser bevorzugen
  • Eine Mulchschicht hält die Feuchtigkeit im Boden

Das Düngen

  • Während des Wachstums einmal monatlich einen ausgewogenen Dünger (NPK 10-10-10) geben
  • Während der Fruchtbildung einen kaliumreichen Dünger (NPK 5-5-15) bevorzugen
  • Im Frühjahr Kompost oder gut abgelagerten Mist einarbeiten, um das Bodenleben anzuregen
  • Eine Gabe von Spurenelementen (Magnesium, Eisen, Zink) kann bei sichtbaren Mangelerscheinungen hilfreich sein.

Das Umtopfen

Alle 2 bis 3 Jahre in ein größeres Gefäß umtopfen. Nutzen Sie die Gelegenheit, das Substrat teilweise zu erneuern und das Wurzelsystem zu kontrollieren. Die Banane braucht Platz: Für fruchttragende Sorten wird ein Topf mit 40 bis 60 Litern empfohlen.

Der Rückschnitt

  • Wurzelschösslinge entfernen und nur ein oder zwei behalten
  • Beschädigte oder ungünstig ausgerichtete Blätter entfernen, um Luftzirkulation und Lichteinfall im Inneren zu verbessern
  • Bei zu starkem Höhenwachstum die Kappung der Banane erwägen. Dieser Schnitt der Endknospe regt die Bildung seitlicher Wurzelschösslinge an.

Wachstum, Blüte und Fruchtbildung verfolgen

Dieser letzte Teil behandelt die technisch anspruchsvolleren Aspekte, wenn Sie eine Banane nicht nur anbauen, sondern im Gewächshaus oder Wintergarten auch zur Fruchtbildung bringen möchten. Früchte im Gewächshaus oder Wintergarten sind möglich, erfordern aber Geduld und Sorgfalt. Die Banane ist eine monokarpische Pflanze: Nach der Fruchtbildung stirbt sie ab, bildet aber Wurzelschösslinge. Die meisten kultivierten Bananensorten sind parthenokarp, was den Anbau im Gewächshaus oder Wintergarten erleichtert.

Ein langer Wachstumsverlauf

  • Nach dem Pflanzen oder Umtopfen durchläuft die Pflanze zunächst eine Phase intensiven Wachstums, bevor sie die Blüte „vorbereitet“.
  • Unter optimalen Bedingungen können manche Sorten nach 9 bis 12 Monaten einen Blütenstand bilden. Im gemäßigten Klima unter Glas kann dieser Zeitraum länger sein
  • Nach dem Aufblühen dauert die Fruchtbildung je nach Sorte und Temperatur mehrere Monate
  • Nach der Ernte ermüdet der Scheinstamm und muss oft ersetzt werden. Der ausgewählte „Mutter“-Wurzelschössling übernimmt dann seine Funktion.

Pflege

  • Direkt nach der Ernte muss der erschöpfte Scheinstamm sauber zurückgeschnitten werden, damit der ausgewählte Wurzelschössling weiterwachsen kann
  • Entfernen Sie regelmäßig abgestorbene Blätter, um den Bereich um den Stamm sauber zu halten
  • Ein jährlicher Pflegeplan mit Umtopfen, Nährstoffkontrolle, Behandlungen und der Reinigung der Gewächshausfenster erhält Leistungsfähigkeit und Langlebigkeit.

    culture bananier serre véranda

    Blüte und Fruchtbildung einer Banane sind im Gewächshaus oder Wintergarten schwer und langwierig zu erreichen

Kontrolle von Krankheiten und Schädlingen

  • Wurzelfäule: Beim Anbau im Topf besteht ein echtes Risiko, besonders bei unzureichender Drainage. Achten Sie auf Symptome wie vergilbende Blätter oder Welke des Laubs
  • Blattpilze: Stehende Feuchtigkeit in Verbindung mit mangelnder Belüftung begünstigt Flecken. Eine gute Luftzirkulation schützt.
  • Insekten (Milben, Schildläuse, Thripse, Blattläuse): Im Gewächshaus können sich die Populationen explosionsartig vermehren. Regelmäßige Kontrollen und eine geeignete Behandlung mit Nützlingen oder milder Insektizidseife sind nötig
  • Hitzestress und trockene Blattränder: Bei extremer Hitze oder trockener Luft können die Blattränder verbrennen. Planen Sie Schattiergewebe und Besprühen rechtzeitig ein.

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eine Banane im Topf