Hecke anlegen: Tipps
Ein Gewinn für die Biodiversität und mehr...
Inhaltsverzeichnis
Heckenlandschaften prägten einst das Agrarland unserer geliebten Regionen. Sie bestanden aus lokalen Baum- und Straucharten, die an Klima und Boden der Region angepasst waren. Leider wurden sie während der Flurbereinigung zwischen 1960 und den 1980er-Jahren rücksichtslos zerstört. Dabei bieten diese Hecken zahlreiche Vorteile. Sie leiten und filtern Wasser, schützen vor Wind, erhalten die Bodenfruchtbarkeit und bewahren die Biodiversität. Zum Glück erkennt man allmählich den Fehler, diese Hecken zu beseitigen, und in Frankreich wie Belgien werden wieder einige angelegt. Wie wäre es, den Prozess zu beschleunigen und eine Heckenlandschaft im eigenen Garten anzulegen?
Wie geht das? Was pflanzt man in eine Heckenlandschaft? Ist sie wirklich nützlich? In unserem Ratgeber erfahren Sie alles.

Die normannische Heckenlandschaft im Département Orne
Was ist eine Feldhecke?
Eine Hecke in der Kulturlandschaft besteht aus Bäumen und Sträuchern verschiedener Schichten: großen Bäumen, großen Sträuchern, Büschen, Lianen … Die Pflanzen dieser Hecke müssen indigene Arten sein, die an die örtlichen Bedingungen sowie an Klima und Boden Ihrer Region angepasst sind.
Früher dienten solche Hecken unter anderem der Abgrenzung landwirtschaftlicher Flächen, Wiesen oder als natürlicher Viehzaun. Leider führte die große Flurbereinigung zwischen den 1960er- und 1980er-Jahren zur Beseitigung dieser Hecken, um immer größere Flächen für immer größere Maschinen zu schaffen. Dadurch entstanden endlose ebene Flächen, die oft abfällig als „Agrarwüsten“ bezeichnet werden. Die Entfernung dieser Hecken war für die Tierwelt und die Biodiversität verheerend und beeinträchtigte zudem die Bodenfruchtbarkeit und den Schutz vor Bodenerosion.
Glücklicherweise wurde endlich die Bedeutung dieser Hecken erkannt. In ganz Frankreich und Belgien entstehen Projekte zu ihrer Neuanpflanzung.

Hecken in der Kulturlandschaft … lebendiges Element unserer Landschaft
Lesen Sie auch
Welche Sträucher eignen sich für welche Heckenarten?Warum ist das nützlich?
Hecken in der Kulturlandschaft dienten ursprünglich zur Abgrenzung von Grundstücken und landwirtschaftlichen Flächen, doch das ist nur ein Teil ihrer Funktion:
- Die Wurzeln von Bäumen und Sträuchern halfen, den Boden vor Erosion zu schützen. Quer zum Hang gepflanzt, fördern die Bäume das Eindringen von Wasser in den Boden. Auch die Entwässerung und Filterung des Wassers werden verbessert, sodass sich bestimmte Schadstoffe an den Baumwurzeln binden und nicht ins Grundwasser gelangen;
- Hecken bremsen den Wind und begrenzen dadurch die Auswirkungen der Winderosion;
- Die Blätter und einige Zweige der Bäume und Sträucher fallen zu Boden und bilden Humus, der den umliegenden Boden nach und nach anreichert;
- Diese drei Faktoren tragen gemeinsam dazu bei, die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten;
- Hecken in der Kulturlandschaft waren eine kostenlose, regionale Holzquelle für die Menschen vor Ort: Brennholz, Zaunpfähle, Kleinholz für das Handwerk oder kleine Bauvorhaben;
- Je nach vorhandenen Sträuchern konnten diese Hecken auch Nahrung liefern: Holunderbeeren, kleine Früchte, Äpfel …;
- Hecken in der Kulturlandschaft sind ästhetisch und landschaftlich wertvoll: Der regionale Tourismus kann dadurch aufgewertet werden;
- Schließlich bieten Hecken mit heimischen Gehölzen einer vielfältigen Tierwelt Lebensraum und Nahrung: Vögel, kleine Säugetiere, Insekten, bodenlebende Gliederfüßer, Fledermäuse … Sind diese Hecken miteinander verbunden, können sie ökologische Korridore bilden und so zwei natürliche Lebensräume verbinden. Eine wiederhergestellte Biodiversität ermöglicht ein neues Gleichgewicht in der Nahrungskette (Beute, Räuber, Parasiten, Symbiose …). Diese gesamte Tierwelt trägt dazu bei, Krankheiten und Schädlinge der umliegenden Kulturen zu begrenzen.
DéEntdecken Sie andere Landschaftshecke
Alles ansehen →Erhältlich in 5 Größen
Erhältlich in 1 Größen
Erhältlich in 3 Größen
Erhältlich in 5 Größen
Erhältlich in 4 Größen
Erhältlich in 4 Größen
Erhältlich in 1 Größen
Erhältlich in 6 Größen
Erhältlich in 1 Größen
Welche Bäume und Sträucher wählen?
Wie Sie sicher verstanden haben, wird eine Feldhecke je nach Region, Klima und Boden aus unterschiedlichen Baum- und Straucharten bestehen. Gehen Sie ruhig einmal in Ihrer Umgebung spazieren und beobachten Sie, was dort von Natur aus wächst. Allgemeingültige Aussagen sind schwierig, aber hier einige Anhaltspunkte für Ihre Auswahl.
- Hochstämmige Bäume (10 bis 20 m hoch): Schwarz-Erle, Hänge-Birke, Trauben-Eiche, Stiel-Eiche, Trauben-Eiche, Esskastanie, Esche, Rotbuche, Kornelkirsche und Vogelbeere, Walnuss, Espe, Berg-Ahorn, Linde …
- Stockausschlag bildende Bäume, die an der Basis zurückgeschnitten werden, um neue Triebe zu bilden (3 bis 8 m): Silber-Weide, Hanf-Weide, Sal-Weide, Hainbuche, Feld-Ahorn, Holzapfel, Wilde Birne …
- Sträucher (1,50 bis 3 m): Weißdorn, Hasel, Roter Hartriegel und Kornelkirsche, Pfaffenhütchen, Schlehe, Schwarzer Holunder, Gewöhnlicher Schneeball und Wolliger Schneeball, Hundsrose, Edelginster, Rote Heckenkirsche …
- Immergrüne und marzeszente Gehölze (deren abgestorbene Blätter im Winter am Baum bleiben): Buschbaum, Europäische Stechpalme, Eibe, Liguster … als immergrüne Gehölze sowie Rotbuche oder Hainbuche als marzeszente Gehölze.
- Lianen: Gewöhnliche Waldrebe, Hopfen …
Hinweis: Beim Kauf Ihrer Jungpflanzen sollten Sie einen lokalen Baumschulbetrieb bevorzugen. Neben der fachkundigen Beratung sind die dort angebotenen einheimischen Bäume und Sträucher an den Boden und das Klima Ihrer Region angepasst. Sie können sich auch für kostenlose Jungpflanzen entscheiden: Einige umweltbewusste Organisationen bieten im Herbst wurzelnackte Pflanzen kostenlos an. Sprechen Sie auch mit Nachbarn oder Freunden, die einen naturnahen Garten besitzen. Sie geben Ihnen sicher gern Stecklinge und bewurzelte Jungpflanzen ab, die sie übrig haben (oft von Vögeln verbreitet …).
→ Oli meint: Auch wenn die gewählten Arten in einer solchen Hecke theoretisch heimisch sein sollten, können Sie einige etwas „exotischere“ Sträucher wählen, solange sie sich harmonisch in die naturnahe Hecke einfügen und der Tierwelt helfen können (durch Blüte und Fruchtbildung). Außerdem haben die meisten heimischen Baum- und Straucharten Kultivare hervorgebracht, die sich durch eine andere Blüte oder Belaubung auszeichnen (Holunder, Weißdorn, Roter Hartriegel …). Denken Sie auch an sie! Versprochen: Wir verraten nichts! 😉
→ Lesen Sie auch unseren Ratgeber: 9 Sträucher für eine Feldhecke

Schlehe, Hainbuche, Gewöhnliche Waldrebe, Hanf-Weide, Berg-Ahorn
Lesen Sie auch
Klimawandel: Bäume pflanzen – aber die richtigen!Feldhecke anlegen und pflegen?
Pflanzung
Bereiten Sie die Pflanzfläche vor, indem Sie die Grasnarbe abtragen und den Boden mit einer Spatengabel oder einer Grabegabel etwas lockern. Ökologischer und weniger anstrengend, aber deutlich langsamer, können Sie den Boden auch auf natürliche Weise „vorbereiten“, indem Sie die gesamte Fläche mit Pappe oder einer dicken Schicht Laub bedecken. Durch den Lichtentzug erstickt das Gras und verschwindet. Die Pappe und das Laub (oder beides!) verbessern zudem den Boden, der lockerer und damit pflanzbereit wird. Beachten Sie, dass diese Methode manchmal ein ganzes Jahr benötigt.
→ Mehr über diese Technik erfahren Sie in unserem Beitrag: Was tun mit Pappe im Garten?
Die Pflanzung erfolgt idealerweise im Herbst (November–Dezember), damit Bäume und Sträucher bis zum folgenden Jahr ein gutes Wurzelsystem entwickeln können. Bevorzugen Sie nach Möglichkeit wurzelnackte Jungpflanzen: Sie sind günstiger und letztlich kräftiger.
Gepflanzt wird meist (aber nicht zwingend!) in zwei Reihen und versetzt. So wird die Hecke in kurzer Zeit besonders dicht.
- Bei einer Hecke aus Sträuchern: Halten Sie 80 cm Abstand zwischen den Reihen und 1 m zwischen den Sträuchern ein.
- Bei einer Hecke mit Bäumen (Hochstämmen und Reben): Planen Sie etwas mehr als 1 m Abstand zwischen den Reihen ein, aber mindestens 3 m zwischen den Bäumen. Später können Sie Sträucher in die „Lücken“ pflanzen.
→ Wie Sie Bäume und wurzelnackte Sträucher pflanzen, erfahren Sie in Christines hilfreichen Tipps.
→ Um Fehler beim Pflanzen von Bäumen und Sträuchern zu vermeiden, haben wir außerdem diesen etwas ungewöhnlichen Beitrag für Sie zusammengestellt: Wie Sie Bäume in 5 Schritten falsch pflanzen
Achtung!: Laut Gesetz müssen Sie einen Abstand von 50 cm zwischen der Grundstücksgrenze und der Pflanzung einhalten, wenn der Strauch ausgewachsen höchstens 2 m hoch wird. Bei Bäumen, die höher als 2 m werden, müssen zwischen Grundstücksgrenze und Stamm 2 m Abstand bleiben. Diese Vorgaben können jedoch je nach Region abweichen. Erkundigen Sie sich daher vorab bei Ihrer Gemeinde nach den Vorschriften für das Pflanzen von Bäumen an der Grundstücksgrenze.
Pflege
Im Sommer muss nur im ersten Jahr gegossen werden. Sobald sich die Wurzeln gut entwickelt haben und die Hecke dichter geworden ist, kommen Bäume und Sträucher ohne fremde Hilfe aus, auch bei Trockenheit.
Eine Feldhecke ist eine frei wachsende, natürliche Hecke und sollte nicht akkurat in Form geschnitten werden. Dennoch können störende Zweige bei Bedarf zurückgeschnitten werden – entweder im Herbst vor dem Winter oder besser im Spätwinter (Februar–März), außerhalb frostiger Perioden.

Ihre Feldhecke müssen Sie normalerweise nicht pflegen: Sie soll ihr natürliches Erscheinungsbild bewahren
- Abonnieren Sie
- Inhaltsverzeichnis
Dieses Formular ist durch reCAPTCHA geschützt – es gelten die Datenschutzbestimmungen und die Nutzungsbedingungen.
Kommentare