Hyponomeuten: Vorbeugen und bekämpfen

Hyponomeuten: Vorbeugen und bekämpfen

... ohne gleich in Panik zu geraten

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 4. Dezember 2025  durch Olivier 4 min.

Gespinstmotten (Yponomeuta sp.), auch „Teinemotten“ genannt, sind kleine, schwarz punktierte weiße Falter. Ihre Raupen können die Wirtspflanze, auf der sie leben, vollständig entlauben. Pfaffenhütchen, Kultur-Äpfel, Birnbäume, Kirschbäume, Weiden … Je nach Gespinstmotten-Art können zahlreiche Bäume und Sträucher betroffen sein. Der Befall ist oft spektakulär und beunruhigt Gartenbesitzer: Im Frühjahr umhüllt ein großer Seidenkokon den gesamten oder fast gesamten Baum oder Strauch. Er wirkt dann, als stamme er aus einem schlechten Halloween-Film.

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Gespinstmotte Yponomeuta

Raupe von Yponomeuta cagnagella

Schwierigkeit

Welche Insekten sind das?

Gespinstmotten, auf Latein Yponomeuta, sind Insekten aus der Ordnung der Schmetterlinge und der Familie der Gespinstmotten (Yponomeutidae). Die Gattung Yponomeuta umfasst weltweit fast 1000 beschriebene Arten, in Europa jedoch nur etwa zehn Arten.

Gespinstmotten, manchmal auch „Motten“ genannt, sind kleine, schwarz gesprenkelte weiße Schmetterlinge, ähnlich dem Fell eines Hermelins. Position und Anzahl der schwarzen Punkte sind für die Bestimmung der Arten meist wenig hilfreich, da sie sich bei Individuen derselben Art unterscheiden können. Gespinstmotten lassen sich in der Dämmerung vom Hoch- bis zum Spätsommer beobachten. Ihre Größe beträgt vom Kopf bis zum Hinterleibsende etwa 1 cm. In Ruhe legen sie ihre Flügel wie ein Nachtfalter über dem Körper zusammen.

hyponomeute yponomeuta

Yponomeuta evonymella

Die verschiedenen Yponomeuta-Arten sehen sich zum Verwechseln ähnlich. So ähnlich, dass nur die mikroskopische Untersuchung ihrer Geschlechtsorgane eine genaue Unterscheidung ermöglicht. Auch die Untersuchung der Raupen (oft hellgelbe Larven mit schwarzen Punkten) und der Wirtspflanze kann bei der Bestimmung der Art hilfreich sein. Hier eine Liste der Arten nach ihrer Wirtspflanze, die von diesen kleinen Schädlingen befallen wird:

hyponomeute yponomeuta

Von oben links nach unten rechts: Yponomeuta evonymellus, Yponomeuta padella, Yponomeuta rorrella, Yponomeuta cagnagella und Yponomeuta malinellus

Wie leben Gespinstmotten?

  1. Im Sommer bis zum Frühherbst legen die Weibchen kleine Eipakete ab, die sie auf den Blättern der Wirtspflanze festkleben;
  2. 4 Wochen später schlüpft die Raupe aus dem Ei und häutet sich 5-mal;
  3. Die Raupen überwintern in Kolonien unter einem schützenden „Schild“;
  4. Im Frühjahr (April–Mai) verlassen die Raupen den Schutz des Schildes und beginnen, die Blätter und Knospen der Wirtspflanze zu fressen;
  5. Während der Nahrungsaufnahme schützen sich die Raupen, indem sie ein charakteristisches Gespinst aus Seide weben. Dieses Gespinst kann die gesamte Pflanze bedecken. Das seidene Fadennetz schützt die Raupen vor Regen, Wind und Fressfeinden;
  6. Sind etwa 80 bis 100 % der Pflanze entlaubt, beginnen die Raupen, einen Kokon zu bilden. Sie können sich jedoch auch an einem Faden abseilen, um eine andere Pflanze zu befallen;
  7. Die Verpuppung findet im Sommer statt. Anschließend schlüpfen die erwachsenen Gespinstmotten zwischen Frühsommer und Spätsommer und vermehren sich rasch;
  8. Der Entwicklungszyklus beginnt von Neuem: Das Männchen stirbt nach der Paarung, während das Weibchen noch zwei Monate lebt und Eier legt.
hyponomeute yponomeuta

Yponomeuta evonymella

Vorbeugen oder bekämpfen?

Vorbeugung

  • Fördern Sie möglichst viele insektenfressende Vögel im Garten, indem Sie ein echtes Refugium für die Biodiversität schaffen (Bäume, Hecken aus indigenen Sträuchern, Blüten, Teich …): Der Stieglitz beispielsweise frisst Gespinstmotten am Kirschbaum;
  • Das Auftragen einer Schicht aus grüner oder weißer Tonerde oder einer Kalkmilch im Winter auf Stamm und dicke Zweige kann einen Teil der Raupen während ihrer Überwinterung beseitigen;
  • Im Rahmen der biologischen Bekämpfung ist das Aufstellen spezieller Pheromonfallen gegen Gespinstmotten im Mai recht wirksam: Die Pheromone fangen die männlichen Tiere, sodass sie sich nicht mehr fortpflanzen können.
hyponomeute yponomeuta

Pheromonfallen, die Anwesenheit des Stieglitzes und anliegender Kalk an den Bäumen sind gute Mittel zur Vorbeugung

Bekämpfung bei bereits vorhandenen Raupen

  • Sie können die Zweige, an denen die Seidenkokons befestigt sind, zurückschneiden;
  • Eine Spritzung mit Bacillus thuringiensis, einem biologischen Insektizid, vor der Bildung der Gespinstnester kann in einem Erwerbsobstgarten ebenfalls in Betracht gezogen werden: Ist das Nest bereits gebildet, können Sie das Gespinst vor dem Spritzen etwas öffnen. Die Thuringiensis-Bakterien werden von den Raupen aufgenommen und hindern sie anschließend daran, weiter zu fressen.

Olis kleiner Tipp: In meinem Garten pflege ich eine kleine Sammlung aus Weiden und Pfaffenhütchen. Die Weiden bleiben erstaunlicherweise verschont, im Gegensatz zu meinen Pfaffenhütchen. Wenn ich an einem von ihnen erste Seidenfäden entdecke, nehme ich den Zweig vorsichtig mit den darin befindlichen Gespinstmottenraupen ab und lege ihn in meine lebende Hecke neben ein großes Europäisches Pfaffenhütchen. Danach entdecke ich an diesem Pfaffenhütchen keine Schäden: Wurden die Raupen von Vögeln gefressen? Keine Ahnung. So „rette“ ich jedes Jahr meine schönen Sammlungspflanzen.

Ist das wirklich so problematisch?

Während des Raupenwachstums kann das gesamte oder ein Großteil des Laubs von Baum oder Strauch verschwinden. Dennoch stirbt die Pflanze nur selten daran. Allenfalls wird das Wachstum von Baum oder Strauch gebremst.

Auch wenn der „Befall“ optisch sehr beeindruckend ist, sollten Sie deshalb nicht in Panik geraten (außer bei sehr jungen Pflanzen). Die zahlreichen Fressfeinde der Gespinstmotten dürften das Problem rasch lösen oder zumindest abschwächen.

Nur Obstbäume, vor allem Kultur-Äpfel und Birnbäume, können ihre gesamte Ernte verlieren. Daher gilt die Gespinstmotte bei Obstbauern oft als Schädling. Außerdem kann ein Kahlfraß durch Gespinstmotten bei jungen Pflanzen (Pfaffenhütchen, Weiden, Weißdorn) zum vorzeitigen Absterben führen.

Hinweis: Die Raupe der Gespinstmotte ist für Menschen und Tiere völlig ungefährlich.

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Yponomeuta aus dem Garten fernhalten