Jasmin auswählen
Winter-Jasmin oder Sternjasmin: Kaufberatung
Inhaltsverzeichnis
Der Jasmin gehört zu den duftendsten Pflanzen der Welt und wird in der Parfümerie und in unseren Gärten für ein olfaktorisches, aber auch visuelles Vergnügen genutzt, denn diese Kletterpflanze ist ausgesprochen elegant. Reisende verbinden Jasmin unweigerlich mit fernen Ländern des Orients.
Der Jasmin zeigt eine bezaubernde, sternförmige Röhrenblüte, meist in Weiß, aber auch in Gelb oder Rosa, und ist je nach Sorte im tiefsten Winter oder im Hochsommer ein attraktiver Blickfang. Jasmin gehört zur Familie der Ölbaumgewächse und umfasst zahlreiche attraktive Kultivare. Allerdings werden viele Arten als Jasmin bezeichnet, sodass man zwischen Jasminum nudiflorum, Echte Jasmin, Trachelospermum jasminoides oder Rosa Jasmin manchmal kaum noch weiß, für welchen Jasmin man sich entscheiden soll!
Wie also den passenden Jasmin auswählen? Nach seinem Duft oder der Blütenfarbe, nach der Persistenz seines Laubs oder doch nach seiner Winterhärte? Mit einigen Tipps in diesem Kaufratgeber helfen wir Ihnen, den Jasmin zu finden, der Ihre Terrasse oder Ihren Garten mit Duft erfüllt.

Es gibt zahlreiche Jasminarten: hier von links nach rechts Echte Jasmin, Winter-Jasmin und Sternjasmin
Von welchem Jasmin ist die Rede?
Jasmin ist eine große Gattung mit etwa 300 Arten … da kann man bei der Auswahl schnell den Überblick verlieren. Zumal es allein beim berühmten Echten Jasmin zwei sehr unterschiedliche Pflanzen gibt. In unseren Breiten findet man immergrüne, halbimmergrüne und sommergrüne Arten. Je nachdem, welcher Familie der Jasmin angehört, fällt die Orientierung leichter:
- Unter den Ölbaumgewächsen: Jasminum humile, Jasminum polyanthum (Echter Jasmin oder Winter-Jasmin), Jasminum nudiflorum (auch Winter-Jasmin), Jasminum officinale (auch Echter Jasmin oder Gewöhnlicher Jasmin), Jasminum x stephanense, auch Rosa Jasmin genannt, Jasminum grandiflorum (auch Chinesischer Tee-Jasmin), Jasminum azoricum …

Jasminum polyanthum (© Cultivar 413) und Jasminum x stephanense (© Leonora Enking)
- Unter den Hundsgiftgewächsen (Familie von Oleander und Immergrün) findet man die „Falschen Jasmin“; dazu gehört der berühmte Trachelosperum jasminoides mit seinen zahlreichen sternförmigen Blüten (auch Rhyncospermum jasminoides genannt), aber auch der Chilejasmin (Mandevilla laxa), der auch unter den Namen Brasilianischer Jasmin oder Dipladenie bekannt ist.

Trachelospermum jasminoides mit unzähligen sternförmigen Blüten und Mandevilla laxa mit deutlich größeren Blüten
Vorsicht: Der Echte Jasmin wird leicht verwechselt: Gemeint sein kann Jasminum officinale, auch Gewöhnlicher Jasmin genannt, aber ebenso Jasminum polyanthum, der ebenfalls als Winter-Jasmin bezeichnet wird. Das ist nicht gerade einfach, wenn man bedenkt, dass der am häufigsten gemeinte Winter-Jasmin der gelb blühende Jasminum nudiflorum ist … Einmal mehr geben uns die lateinischen Namen die beste Orientierung!
Für die Verwendung in der Parfümerie werden Jasminum grandiflorum (auch Parfümeur-Jasmin) und Jasminum sambac (auch Arabischer Jasmin) genutzt. Letzterer wird außerdem für Jasmintee verwendet.

Die Parfümeur-Jasmin: Jasmnium grandiflorum und Jasminum sambac
Darüber hinaus tragen zahlreiche Pflanzen in ihren deutschen oder volkstümlichen Namen die Bezeichnung Jasmin. Sie gehören anderen botanischen Familien an. Dazu zählt der berühmte Virginische Jasmin, bei dem es sich um die Trompetenblume (lateinisch Campsis radicans) handelt, aber auch die Gardenie (oder Gardenia augusta) mit deutlich größeren weißen Blüten, der Mexikanische Jasmin, der Nachtjasmin oder Cestrum nocturnum und der Tagjasmin (Cestrum diurnum), die beide zu den Nachtschattengewächsen gehören, sowie die Madagaskar-Kranzschlinge (Stephanotis) und die Jasminwurzel (Gelsemium sempervirens) …
Lesen Sie auch
Jasmin: Pflanzung, Pflege, RückschnittJe nach Blütezeit
Jasmine lassen sich grob in zwei Kategorien einteilen: winterblühende und sommerblühende. Dies ist sicher eines der ersten Kriterien, nach denen Sie sich für eine Jasminsorte entscheiden.
- Winterjasmin: Als Erster blüht der Winter-Jasmin oder Jasminum nudiflorum mit einer Fülle kleiner gelber Blüten. Ab Dezember bis zum Frühlingsbeginn erhellt er trübe Tage mit seiner prächtigen goldgelben Blüte. Der aus China stammende Primel-Jasmin (Jasminum primulinum) blüht bereits am Ende des Winters, von März bis Mai, ebenfalls mit wunderschönen, halbgefüllten, leuchtend gelben Blüten. Er unterscheidet sich vom Winter-Jasmin durch sein immergrünes Laub und für einen Jasmin ungewöhnlich große Blüten, ist jedoch deutlich weniger winterhart.

Jasminum nudiflorum oder Winter-Jasmin und Jasminum primulinum oder Jasminum mesneyi
- Sommerjasmin: Dazu zählen vor allem Sternjasmin oder Trachelospermum, die je nach Sorte von den frühesten ab Mai bis August oder sogar September nacheinander blühen. Im Hochsommer begeistern außerdem die rosafarbene Blüte von Jasminum x stephanense und die weiße Blüte von Jasminum grandiflorum sowie vom Azoren-Jasmin. Der Arabische Jasmin (Jasminum sambac) bildet in mildem Klima bis Oktober Blüten.
Für einen fließenden Übergang sorgen im Frühling blühende Jasmine wie Jasminum polyanthum, der zwischen März und Mai eine üppige, porzellanrosa Blüte trägt, oder Jasminum multipartitum ab Mai.
Einige Jasmine zeichnen sich durch eine lange Blütezeit aus: Bei Jasminum nudiflorum im Winter und Jasminum officinale im Sommer dauert sie mehrere Wochen ohne Unterbrechung. Andere, wie Jasminum officinale ‘Clotted Cream’, blühen besonders reich.

Der Sommer ist die Blütezeit vieler Sorten: des rosafarbenen Jasminum x stephanense, der üppig blühenden Sternjasmin (oder Trachelospermum jasminoides), des Echten Jasmins (Jasminum officinale) und des Azoren-Jasmins (Jasminum azoricum) …
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Nach Duft
Jasmin gilt beinahe als Synonym für einen zugleich lieblichen und betörenden Duft. Doch nicht alle Arten verströmen einen gleich intensiven Duft. Das ist sicher das wichtigste Kriterium bei Ihrer Auswahl, wenn Sie ihre Aromen genießen möchten.
Zu den am stärksten duftenden Arten zählen natürlich die beiden in der Parfümherstellung verwendeten Arten, Jasminum grandiflorum und Jasminum sambac, aber auch der Echte Jasmin (Jasminum officinale), der vor allem wegen seines lieblichen, intensiven Dufts kultiviert wird und sich im Gegensatz zu den anderen überall ansiedeln lässt. Der Azoren-Jasmin oder Jasminum azoricum verströmt dagegen göttliche, betörende Neroli-Aromen. Auch die Sternjasmine oder Japanischen Sternjasmine sind keineswegs weniger duftend. Sie duften sogar den ganzen Tag intensiv. In der Nähe eines Fensters oder an einem Durchgang platziert, können Sie ihr intensives Aroma genießen.
Winter-Jasmine duften zwar nicht, doch ihre üppige, leuchtende Blüte macht diesen kleinen Makel mehr als wett!
→ Auch lesenswert: 7 duftende Jasmine: Entdecken Sie die betörendsten Aromen!

Ein pflegeleichter und besonders duftender Jasmin: der Echte Jasmin oder Weiße Jasmin
Lesen Sie auch
Ihren Garten im Winter zum Blühen bringenJe nach Blütenfarbe
Jasmin blüht weiß bis cremefarben, gelb oder mehr oder weniger rosé.
- Weißer Jasmin: Vom reinen Weiß von Jasminum officinale und Jasminum multipartium bis zum wunderschönen Cremegelb von Jasminum officinale ‘Clotted Cream’ ist dies die häufigste Farbe bei Jasmin.

Jasminum officinale ‘Argentovariegatum’ (© L. Enking)
- Gelber Jasmin: Zu den bekanntesten zählen der Winter-Jasmin (Jasminum nudiflorum), Jasminum mesneyi oder der Primel-Jasmin mit leuchtend gelben Blüten, aber auch Jasminum humile (Italienischer Jasmin) und Jasminum wallichianum. Unter den Sternjasminen besticht Trachelospermum « Star of Toscane’ mit zart blassgelben Blüten. Trachelospermum asiaticum ist von Natur aus gelb, abgesehen von einigen neueren Züchtungen.

Winter-Jasmin und Sternjasmin ‘Star of Toscane’
- Roséfarbener Jasmin: Diese Farbe ist seltener, kommt aber bei einigen Kultivaren vor, etwa bei Jasminum x stephanense mit wunderschönen hellrosa Blüten, bei Jasminum bessianum oder Bienenkorb-Jasmin mit leuchtend himbeerrosa Blüten. Jasminum polyanthum bildet zunächst zarte roséfarbene Knospen und entfaltet im zeitigen Frühjahr sternförmige weiße Blüten.
Unter den Sternjasminen bringt Trachelospermum asiaticum ‘Pink Showers’ mit einer leicht roséfarbenen Blüte eine neue Nuance.

Jasminium beesianum und Trachelospermum ‘Pink Showers’
Je nach Laub
Unter den verschiedenen Jasmin-Arten unterscheidet man immergrüne Jasminarten, deren ledriges, glänzendes Laub unabhängig von der Region nicht abfällt: Dazu gehören die Sternjasmin-Arten (Trachelospermum jasminoides) sowie der Chilenische Jasmin (Mandevilla oder Dipladenia sanderi) und der Azoren-Jasmin (Jasminum azoricum). Unter dem Einfluss winterlicher Kälte verfärben sich die Blätter des Sternjasmins häufig und nehmen wunderschöne rote bis purpurrote Töne an.
Jasminarten mit sommergrünem Laub besitzen weichere, meist hellere Blätter in Hell- bis Mittelgrün: der Echte Jasmin, der Chilenische Jasmin, der Rosa Jasmin und der Winter-Jasmin (Jasminum nudiflorum). In mildem Klima bleibt dieses Laub halbimmergrün.
Einige Sorten sind durch ihr Laub besonders originell: golden bei Jasminum officinale ‘Aureum’ und bei ‘Fiona Sunrise’ oder bei dem ungewöhnlichen Trachelospermum asiaticum ‘Theta’ mit sehr feinen, grauen Blättern. Trachelospermum jasminoides ‘Variegatum’ und Trachelospermum jasminoides ‘Sun Lover’ tragen hingegen wunderschön cremeweiß panaschiertes Laub. Der Sternjasmin ‘Winter Ruby’ fällt durch sein im Herbst purpurrotes Laub auf. Trachelospermum asiaticum ‘Tricolor’ überrascht mit beim Austrieb rosa-weißem Laub, das sich später grün panaschiert und im Herbst purpurrot färbt (allerdings blüht es nur sehr wenig).

Sternjasmin ‘Sun Lover’: im Winter rötlich werdendes Laub von Trachelospermum jasminoides (© L. Enking) und rechts das Laub der Sorte ‘Tricolor’
→ Mehr erfahren Sie in unserem Ratgeber: 5 Jasminarten mit dekorativem Laub
Je nach Winterhärte
Jasmin gilt oft als frostempfindlich – doch viele Zuchtsorten gedeihen auch in kühleren Regionen. Wählen Sie weniger empfindliche Sorten, schützen Sie sie im Winter mit einer dicken Mulchschicht und pflanzen Sie sie windgeschützt.
Die meisten Jasmin-Arten sind recht winterhart. Drei empfindlichere Arten kultivieren Sie außerhalb milder Regionen besser im Topf und überwintern sie im Gewächshaus oder Wintergarten: Jasminum polyanthum, der Weiße Jasmin, Jasminum grandiflorum und Jasminum sambac. Gleiches gilt für den Brasilianischen Jasmin (Dipladenia sanderi).
Als winterhärtester Jasmin gilt der Winter-Jasmin. Er verträgt bis zu -15 °C und ist eingewachsen auch trockenheitsverträglich. Auch Sternjasmin verträgt Temperaturen von -10 °C bis -15 °C. Der Echte Jasmin ist ebenfalls recht winterhart: Sein Wurzelstock hält im Freiland bis -15 °C aus, während oberirdische Triebe ab -10 °C geschädigt werden.
Am widerstandsfähigsten sind Zuchtsorten. Die reine Art eignet sich in unseren Breiten nicht für die Verwendung im Freien.
→ Mehr dazu in unserem Ratgeber: Welchen Jasmin je nach Region pflanzen? und in unserer Übersicht Die 5 winterhärtesten Jasmin-Arten.

Winter-Jasmin, der winterhärteste Jasmin …
Je nach Standort
Jasmin braucht Sonne für eine üppige Blüte, doch einige Arten vertragen auch Halbschatten oder leichten Schatten, etwa der unkomplizierte Chinesische Sternjasmin. Pflanzen Sie Jasmin in jedem Fall geschützt vor Ost- und Nordwinden, um ihn vor strengem Winterfrost zu bewahren. Einige Jasminarten wie der Echte Jasmin vertragen pralle Sonne nicht, da sie das Laub verbrennen kann.
- Nur in der Sonne: Jasminum grandiflorum, Jasminum polyanthum, Mandevilla laxa
- Halbschatten: Echter Jasmin, Winter-Jasmin, Jasminum wallichianum, Jasminum x stephanense und Jasminum beesianum (im Süden),
- Leichter Schatten: Chinesischer Sternjasmin ‘Variegatum’ mit panaschiertem Laub verträgt leichten Schatten gut. Auch Sternjasmin und Winter-Jasmin gedeihen dort, blühen jedoch etwas weniger …

Der Sternjasmin kann auch halbschattige Bereiche begrünen
Je nach Abmessungen
Jasmin entwickelt sich je nach Sorte in sehr unterschiedlichen Höhen – ein wichtiges Kriterium, abhängig von der Fläche, die Sie begrünen möchten. Außerdem unterscheidet man nicht rankenden Jasmin mit Lianenwuchs von strauchförmigem Jasmin.
- Kleine Jasminsorten von 1 bis 2 m, ideal bei wenig Platz oder in einem kleinen Garten: Jasminum grandiflorum bleibt mit etwa 1,50 m eher klein, ebenso Trachelospermum asiaticum ‘Theta’, sowie Jasminum sambac und Jasminum multipartitum – perfekt für die Kultur im Topf.
- Mittelhohe Jasminsorten von 2 bis 3 m: Jasminum humile, Jasminum nudiflorum sowie mehrere sternförmige Jasmine…
- Große Jasminsorten über 4 m: Jasminum officinale (stark windend und bis zu 8 m hoch!), Jasminum nudiflorum (auch Winter-Jasmin), Jasminum polyanthum sowie Trachelospermum jasminoides, das bis zu 6 m hoch wächst
- Bodendecker-Jasmin (siehe unten unter „Verwendung“)

Unter den zahlreichen mittelgroßen Jasminsorten: Jasminum polyanthum
Je nach Verwendung
Als Kletterpflanze eignet sich Jasmin ideal, um Mauern und Pergolen, Zäune und andere Rankhilfen zu begrünen. Seine Wuchskraft sorgt dafür, dass solche Stützen auf einer Terrasse oder vor dem Haus schnell bedeckt werden.
Einige Jasminarten wachsen eher rankend und werden weniger hoch, etwa Arabischer Jasmin. Jasmin im Topf für die Terrasse wählen Sie aus folgenden Arten: Jasminum grandiflorum und Jasminum sambac, aber auch einige kleinwüchsige Japanische Sternjasmin (Trachelospermum jasminoides).
Andere Jasminarten wachsen eher kriechend und eignen sich ideal als Bodendecker, etwa Jasminum parkeri aus Indien. Er wird etwa 20 cm hoch und schmückt sich im Juni mit gelben Blüten. Auch der Sternjasmin ‘Ogon-Nishiki’ mit auffallend mehrfarbigem Laub und gelber Sommerblüte ist geeignet. Der Sternjasmin ‘Tricolor’ ist ein weiterer als Bodendecker verwendbarer Kultivar. Da er nur wenig blüht, wird er höchstens 30 cm bis 1 m hoch.
Der Winter-Jasmin ist zudem sehr unempfindlich gegenüber städtischer Luftverschmutzung und ideal, um einen unansehnlichen Zaun im Stadtgarten zu begrünen.

An einer Mauer und in einem großen Topf bietet Jasmin viele Verwendungsmöglichkeiten im Garten
Je nach Wachstum
Der Echte Jasmin wächst am schnellsten und bildet in einer Saison bis zu 2 m lange Triebe. Noch schneller wachsen jedoch Jasminum polyanthum und Jasminum grandiflorum. Geben Sie Sternjasmin in den ersten 3 Jahren Zeit: Danach wächst er normal.
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