Tee und Aufguss: Welche Pflanzen anbauen?
um von der Pflanzenwirkung zu profitieren
Inhaltsverzeichnis
Was ist einfacher als ein Kräutertee? Ob für die Gesundheit oder zum Genuss: Er gehört zum Alltag. Viele Pflanzen für Ihre Lieblingstees können Sie im Garten selbst anbauen – praktisch und günstig!
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Tee oder Kräuteraufguss: Wo liegt der Unterschied?
Beginnen wir mit einem Überblick über die verschiedenen Bezeichnungen:
Die Begriffe „Tisane“ und „Aufguss“ werden häufig verwechselt. Dabei handelt es sich nicht um dasselbe!
Eine Tisane ist ein wohltuendes Getränk (oft auch als Hausmittel bezeichnet), das durch Aufgießen, Abkochen oder Einweichen von Pflanzenteilen in heißem oder kaltem Wasser entsteht. Der Aufguss ist also eine der Methoden, um eine Tisane zuzubereiten. Dabei wird das Wasser abgeschaltet, sobald es kocht – je nach Vorgehensweise auch schon, sobald es erste Bläschen bildet.
Manchmal lesen Sie auch die Begriffe „Abkochung“ und „Kaltauszug“. Bei einer Abkochung wird die äußere Schutzschicht der Pflanzen aufgebrochen, damit ihre Wirkstoffe ins Wasser übergehen können. Das betrifft eher harte Pflanzen oder Pflanzenteile (Zweige, Wurzeln, Rindenstücke, Samen …). Dazu gibt man frische oder getrocknete Pflanzenteile in einen Topf mit kaltem Wasser und lässt alles einige Minuten aufkochen. Anschließend lässt man den Sud abseits der Herdplatte eine Weile ziehen, bevor man ihn filtert und trinkt oder anderweitig verwendet.
Ein Kaltauszug eignet sich für Pflanzen, deren Inhaltsstoffe durch Hitze beeinträchtigt werden könnten. Hier lässt man die Pflanze eine bestimmte Zeit in kaltem Wasser ziehen. Die Dauer hängt von den zu lösenden Wirkstoffen ab. Danach wird der Auszug nur noch gefiltert und kalt oder lauwarm getrunken.
Tisanes können leichte Alltagsbeschwerden lindern (Verdauungsprobleme, Übelkeit, Gelenkschmerzen …), aber auch zur Entspannung, zum Aufwärmen oder einfach zur Flüssigkeitsversorgung beitragen.
Beachten Sie, dass auch Tee eine Tisane ist: Dabei werden Teeblätter in Wasser aufgegossen. Tee enthält Teein, das nichts anderes als dasselbe Molekül wie Koffein ist.
Als Richtwert gilt: Eine Tasse entspricht etwa 150 ml Wasser.
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15 Heilpflanzen: Wirkung und Anbau zu HauseThymian
Der Thymian (Thymus vulgare) ist ein mediterraner Unterstrauch, der für sein Aroma geschätzt wird, aber auch zahlreiche gesundheitsfördernde Eigenschaften besitzt!
Thymian im Garten kultivieren
Thymian ist sehr pflegeleicht und gedeiht in sehr gut durchlässigem Boden an einem vollsonnigen Standort. Lediglich Staunässe verträgt er nicht. Interessant: Wärme und Trockenheit verleihen ihm ein intensiveres Aroma! In rauem Klima empfiehlt sich Winterthymian, der winterhärteste Thymian.
→ Lesen Sie unser ausführliches Merkblatt: „Thymian: kultivieren, pflanzen, zurückschneiden“

Heilwirkung
Thymian wirkt verdauungsfördernd und antiseptisch. Außerdem wirkt er krampflösend und ist daher bei Husten oder Bronchitis besonders empfehlenswert.
Ernte
Zur Aufbewahrung werden nur die Blätter verwendet, während für den Frischverzehr ganze, blühende oder nicht blühende Zweige geerntet werden.
Schneiden Sie die Thymianzweige mit einer Gartenschere etwa 2 bis 3 cm über dem Ansatz ab. Vermeiden Sie die äußeren Zweige der Pflanze, da sie oft mit Erde verschmutzt sind. Ernten Sie erst, wenn der Tau vollständig verdunstet ist. Für den Frischverzehr können Sie das ganze Jahr über Zweige ernten. Für eine größere Ernte zum Trocknen nutzen Sie dagegen den jährlichen Rückschnitt im Frühjahr: Ernten Sie möglichst viele Zweige und lassen Sie die Pflanze anschließend in Ruhe.
Aufguss
Geben Sie 2 Thymianzweige in 1/2 l kochendes Wasser. Lassen Sie alles 10 Minuten ziehen. Fügen Sie den Saft einer halben Zitrone hinzu und trinken Sie den Aufguss heiß.
Bei Grippe, Atemwegserkrankungen oder Rheuma trinken Sie 2 bis 3 Tassen täglich.
Sie können Zitrone oder Orange hinzufügen.
Abkochung
Geben Sie 4 Thymianzweige in 1 l kaltes Wasser. Bringen Sie das Wasser langsam zum Kochen und lassen Sie es 5 Minuten kochen. Anschließend weitere 5 bis 10 Minuten ziehen lassen und trinken.
Bei Husten trinken Sie jedes Mal eine Tasse, sobald ein Hustenanfall einsetzt.
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Der Salbei
Der Echte Salbei (Salvia officinalis) wird auch als Gewürz verwendet, ist aber ebenso eine bedeutende Heilpflanze.
Anbau im Garten
Salbei bevorzugt eher trockene, leichte, nährstoffreiche, kalkhaltige Böden in voller Sonne.

Heilwirkungen
Salbei werden verdauungsfördernde Eigenschaften zugeschrieben. Er wird bei Magenbeschwerden, Übelkeit oder Blähungen empfohlen. Außerdem wirkt er anregend und verbessert dadurch die Durchblutung. Schließlich wirkt er harntreibend und krampflösend.
Ernte
Ernten Sie Salbei von März bis Oktober nach Bedarf. Sie können die Blätter trocknen oder frisch verwenden.
Aufguss
Geben Sie einige getrocknete Blätter oder 2 frische Zweige in eine Tasse kochendes Wasser. Abdecken und 10 Min. ziehen lassen. Trinken Sie eine Tasse nach den beiden Hauptmahlzeiten.
Besondere Vorsichtsmaßnahmen
Die Wirkstoffe des Salbeis sind stark. Die Pflanze sollte nicht dauerhaft, zu Beginn der Schwangerschaft, von nervösen Personen oder bei Bluthochdruck angewendet werden.
Mein Tipp: Entdecken Sie Salbeimilch – einfach köstlich! Ich bereite sie regelmäßig zu: Einen Salbeizweig 10 Min. in einer Tasse warmer, gesüßter Mandelmilch (von der sehr bekannten Marke, die mit „B“ beginnt und mit „g“ endet … nicht alle sind gleich gut, diese ist die beste!) ziehen lassen. Göttlich!
Lesen Sie auch
Thymian: kultivieren, pflanzen, zurückschneidenDer Fenchel
Der Fenchel (Foeniculum vulgare) ist eine Staude, deren Blätter, Blütenstände, Stängel und sogar Samen anisartig schmecken. Auch im Garten ist er sehr dekorativ!
Anbau im Garten
Fenchel bevorzugt einen frischen, gut durchlässigen Boden in sonniger Lage.
Heilwirkung
Fenchel fördert die Verdauung, indem er die Magensekretion anregt. Als krampflösendes Mittel hilft er bei der Behandlung von Koliken. Außerdem wirkt er schleimlösend. Schließlich wirkt Fenchel positiv auf den Menstruationszyklus und fördert die Milchbildung.
Ernte
Ernten Sie die Samen im September, kurz vor ihrer Reife, und trocknen Sie sie im Schatten.
Teeaufguss
Geben Sie einen gestrichenen Teelöffel zerdrückte Samen in eine Tasse kochendes Wasser. Lassen Sie den Aufguss 5 Minuten ziehen. Filtern Sie ihn und trinken Sie ihn in kleinen Schlucken.
Bei Verdauungsbeschwerden trinken Sie 3 Tassen täglich und süßen Sie den Tee nicht.
Die Kamille
Kamille, ob Echte Kamille (Matricaria recutita) oder Römische Hundskamille (Anthemis nobilis), wird vielseitig in Küche, Pflanzenheilkunde und Kosmetik verwendet.
Anbau im Garten
Kamille ist anspruchslos. Sie gedeiht in Sonne oder Halbschatten auf sandigem, nährstoffreichem Boden, wo sie sich natürlich aussät.

Heilwirkung
Kamille wirkt entzündungshemmend, krampflösend und verdauungsfördernd. Sie unterstützt die Ausscheidung und Verringerung von Darmgasen. Sie regt die Magensäfte an und fördert den Appetit. Außerdem wirkt sie beruhigend. Schließlich wirkt sie wohltuend auf die weiblichen Geschlechtsorgane, die Gebärmutter, was ihr auch ihren Namen gab (Matrix auf Latein und Matricaria als botanischer Name).
Ernte
Ernten Sie Kamillenblüten ab Sommerbeginn nach und nach während der Blüte, indem Sie sie einfach mit Daumen und Zeigefinger direkt unter dem Blütenkörbchen abknipsen. Warten Sie, bis der Morgentau getrocknet ist. Die Blütenstände müssen vollständig geöffnet sein, dürfen aber noch nicht zu welken beginnen. Trocknen Sie sie dünn auf Küchenpapier und vor direkter Sonne geschützt. Wenden Sie die Blüten täglich und wechseln Sie bei Bedarf das Papier. Die Trocknung sollte schnell erfolgen, dauert aber dennoch 5 bis 6 Tage. Schlecht getrocknete Blüten werden schwarz und verlieren ihre Heilwirkung. Füllen Sie sie in Papiertüten und lagern Sie sie trocken.
Aufguss
Geben Sie 7 Blüten in eine Tasse kochendes Wasser (10 Blüten für 2 Tassen). Lassen Sie 10 Minuten ziehen. Abseihen und trinken.
Zur Beruhigung: Trinken Sie abends vor dem Schlafengehen eine Tasse.
Bei Darmbeschwerden trinken Sie 3- bis 4-mal täglich eine Tasse.
Besondere Vorsicht
Verwenden Sie Kamille nicht bei einer Allergie gegen Korbblütler.
Minze
Minze (Mentha) gehört mit ihrem aromatischen Laub zu den bekannten Kräutern! Sie ist ein wertvoller Helfer bei Müdigkeit und Verdauungsbeschwerden.
Anbau im Garten
Minze gedeiht an jedem Standort, bevorzugt jedoch Halbschatten. Sie liebt humusreiche, stets frische Böden. Wenn Sie eine Ausbreitung fürchten, können Sie Minze auch im Topf kultivieren.
→ Weitere Informationen finden Sie in unserem ausführlichen Ratgeber: „Minze pflanzen, kultivieren und durch Stecklinge vermehren“

Heilwirkung
Minze hilft besonders bei Verdauungsbeschwerden. Sie wirkt außerdem anregend und gibt neue Energie oder wirkt je nach Dosierung beruhigend.
Ernte
Ernten Sie die Minze vor der Blüte, indem Sie die Stängel bodennah abschneiden. Trocknen Sie sie flach ausgebreitet oder in kleinen Bündeln aufgehängt an einem luftigen Ort. Entfernen Sie nach dem Trocknen die Blätter und bewahren Sie sie in Kraftpapiertüten auf.
Aufguss
Geben Sie einige Minzblätter in eine Tasse kochendes Wasser. Lassen Sie den Aufguss 10 Minuten ziehen und filtern Sie ihn anschließend.
Für eine beruhigende Wirkung: Trinken Sie abends eine Tasse, zum Beispiel mit Linde.
Für eine anregende oder verdauungsfördernde Wirkung: Trinken Sie morgens und nach den Mahlzeiten je eine Tasse.
Hinweis der Autorin: Ich trinke regelmäßig Minzaufguss, pur oder gemischt, verwende Minze zum Kochen, zum Aromatisieren von Wasserkefir oder zusammen mit grünem Tee.
Die Linde
Die Linde (Tilia sp.) ist ein majestätischer Baum mit duftender, besonders bienenfreundlicher Blüte, der häufig als Schattenspender gepflanzt wird. Achtung: Sie benötigt ausreichend Platz!
Die Linde im Garten
Die absolut winterharte Linde (Tilia sp.) steht gern in der Sonne oder im Halbschatten in tiefem, fruchtbarem, frischem, aber gut durchlässigem Boden (vermeiden Sie zu feuchte Böden).

Heilwirkungen
Lindenblüten wirken krampflösend und beruhigend und sind ideal bei Stress und zur Förderung des Schlafs. Sie lindern auch Husten und Asthma. Außerdem wirken sie harntreibend und können bei Fieber angewendet werden. Ihre entzündungshemmende Wirkung ist bei Bronchitis oder Migräne wohltuend.
Ernte
Ernten Sie Lindenblüten samt Hochblättern fernab von Schadstoffen bei trockenem Wetter und zu Beginn der Blüte. Pflücken Sie weder verblühte Blüten noch solche, die eine Kugel bilden. Breiten Sie die Blüten auf Trockengittern aus und trocknen Sie sie im Schatten an einem luftigen Ort.
Aufguss
Geben Sie 5 Blütenstände in eine Tasse kochendes Wasser und lassen Sie sie 10 Minuten ziehen.
Wegen ihrer beruhigenden Wirkung trinken Sie abends nach dem Essen eine Tasse.
Mein Tipp: Probieren Sie ruhig verschiedene Mischungen aus! Ich erinnere mich gern an den köstlichen Minze-Lindenblüten-Tee, den mein Großvater jeden Abend zubereitete, als ich ein Kind war.
Der Zitronenstrauch
Der Zitronenstrauch (Aloysia triphylla) gehört zu den Pflanzen, die dank ihrer schönen Blüte und ihres zitronigen Dufts, der sich beim Streifen entfaltet, unvergessliche Eindrücke hinterlassen.
Anbau im Garten
Der wenig winterharte Zitronenstrauch wird in Regionen mit milden Wintern im Freiland kultiviert, andernfalls im Topf und frostfrei an einem hellen Standort überwintert. Er bevorzugt einen sonnigen Standort sowie einen nährstoffreichen, frischen und gut drainierten Boden. Im Topf sollten Sie eine Schicht Kies (oder anderes Drainagematerial) und eine Mischung aus Blumenerde, Sand und Gartenerde vorsehen.

Heilwirkung
Der Zitronenstrauch hilft bei Völlegefühl und Blähungen. Außerdem wirkt er beruhigend und fördert den venösen Blutfluss. Dadurch ist er ein wertvoller Helfer bei schweren Beinen, Krampfadern und Hämorrhoiden. Er besitzt ähnliche Eigenschaften wie die winterhartere Melisse.
Ernte
Kürzen Sie die Triebe im Sommer um die Hälfte und ein zweites Mal vor den ersten Frösten. Trocknen Sie die Blätter im Schatten. Sie können von Juni bis Oktober auch nach Bedarf frische Blätter pflücken. Regelmäßiges Ernten fördert die Bildung neuer Triebe.
Aufguss
Geben Sie 5 Zitronenstrauchblätter oder 2 Teelöffel zerstoßene Blätter in eine Tasse kochendes Wasser. Lassen Sie den Aufguss 10 Minuten ziehen.
Trinken Sie nach jeder Mahlzeit eine Tasse, um die Verdauung zu unterstützen.
Mein Tipp: Zitronenstrauch verbessert den Geschmack schwer trinkbarer Kräutertees und wirkt ebenso beruhigend wie Kamille.
Die Melisse
Die Melisse (Melissa officinalis) ist deutlich winterhärter als der Zitronenstrauch und kann ihn in kalten Regionen ersetzen.
Anbau im Garten
Die Melisse bevorzugt frische, fruchtbare und leichte Böden, passt sich aber überall an. Pflanzen Sie sie an einen sonnigen bis halbschattigen Standort in einer isolierten Ecke, wo sie sich ungestört ausbreiten kann. Sie lässt sich in einem eingegrabenen oder frei stehenden Topf kultivieren, muss dann aber regelmäßig geteilt werden. Schneiden Sie sie schließlich vor der Blüte zurück, um Selbstaussaat und eine zu starke Ausbreitung zu verhindern.

Heilwirkungen
Melisse ist eine ausgezeichnete Verdauungspflanze (bei Magenkrämpfen, Koliken und Blähungen), aber sie wirkt auch bei nervöser Unruhe (Schlaflosigkeit, Ängsten, Kopfschmerzen …) und gilt als stimmungsaufhellend. Sie lindert Schwangerschaftsübelkeit und Regelschmerzen. In diesem Fall kann sie mit Kamille oder Minze kombiniert werden. Abends vor dem Schlafengehen getrunken, beruhigt sie und bereitet auf den Schlaf vor.
Ernte
Die Ernte erfolgt zwischen Mai und Oktober morgens bei trockenem Wetter. Schneiden Sie die oberirdischen Pflanzenteile kurz vor der Blüte ab. Trocknen Sie sie in einer einzigen Schicht auf Küchenpapier an einem gut belüfteten, schattigen Ort und wenden Sie sie täglich. Die Trocknung sollte möglichst schnell erfolgen, damit die Blätter nicht schwarz werden. Sie können die Pflanze auch in kleinen Bündeln an einem trockenen, luftigen Ort aufhängen. Beachten Sie, dass die Blätter ihr Aroma nicht länger als ein Jahr bewahren. Sie können nach Bedarf auch einige Stängel pflücken, doch im Juni sind die Blätter aromatischer.
Aufguss
Geben Sie 2 Teelöffel fein geschnittene getrocknete Pflanze oder die Blätter von 3 frischen Melissenstängeln in eine Tasse kochendes Wasser. Lassen Sie den Aufguss 10 Minuten ziehen und seihen Sie ihn anschließend ab.
Für eine gute Verdauung trinken Sie nach den beiden Hauptmahlzeiten ein bis zwei Tassen.
Für einen guten Schlaf trinken Sie eine Tasse nach dem Abendessen und eine Tasse vor dem Schlafengehen.
Der Ysop
In der Pflanzenheilkunde verwendet, ist der Ysop (Hyssopus officinalis) auch eine wunderschöne Zierpflanze. Seine intensiv blauen, an Lavendel erinnernden Ähren passen ins Beet oder in den Steingarten. Darauf können Sie nicht verzichten!
Anbau im Garten
Ysop liebt vollsonnige Standorte mit gut durchlässigem Boden, auch wenn dieser mager und kalkhaltig ist.

Heilwirkung
Ysop wirkt stark schleimlösend und verflüssigt den Bronchialschleim. Da er leicht reizend wirkt, sollten Sie ihn erst nach dem Abklingen der Beschwerden verwenden. Bei Erkrankungen der Atemwege und des Hals-Nasen-Ohren-Bereichs wird er manchmal empfohlen, allerdings unterscheidet sich seine Anwendung in diesem Fall.
Ernte
Ernten Sie den Ysop im Sommer zur Blütezeit. Trocknen Sie ihn an einem gut belüfteten Ort und berühren Sie ihn während des Trocknens nicht. Sobald er gut getrocknet ist, lösen Sie Blüten und Blätter ab und geben alles in einen Papi หรือ?beutel aus Kraftpapier mit Deckel. Achtung: Ysop ist nur ein Jahr haltbar. Erneuern Sie den Vorrat daher jedes Jahr. Einen Teil können Sie auch aufbewahren und in einem für Küchenzwecke geeigneten Glas lagern.
Teeaufguss
Geben Sie einen Teelöffel fein geschnittenes Kraut in eine Tasse kochendes Wasser. Lassen Sie den Aufguss 10 Minuten ziehen und seihen Sie ihn anschließend ab.
Am Ende einer Bronchitis trinken Sie täglich 2 bis 3 Tassen.
Der Echte Eibisch
Früher wurde der Echte Eibisch (Althaea officinalis) häufig in der Süßwarenherstellung, aber auch als Heilmittel verwendet. Entdecken Sie ihn neu!
Anbau im Garten
Der Echte Eibisch bevorzugt einen sonnigen Standort in nährstoffreichem, gut drainierendem, auch trockenem Boden. Staunässe im Winter verträgt er nicht. Die Pflanze lebt relativ kurz (5 bis 6 Jahre).

Heilwirkung
Als Tee getrunken, wirkt der Echte Eibisch hustenstillend (bei Reizhusten ohne Auswurf). Er lindert Schmerzen bei Entzündungen im Mund, Hals, in der Blase und in den Nieren (Nierensteinen). Außerdem wirkt er dank seiner Schleimstoffe abführend.
Ernte
Pflücken Sie die Blüten kurz vor dem Aufblühen und die Blätter zur gleichen Zeit. Die Wurzeln werden dagegen im Herbst geerntet. Das Trocknen der Blüten ist etwas heikel. Pflücken Sie sie bei trockenem Wetter, sonst werden sie schwarz und verderben schnell. Trocknen Sie die gründlich gereinigten Blätter im Schatten in einer dünnen Schicht auf Küchenpapier. Bürsten Sie die trockenen Wurzeln sorgfältig ab (nicht waschen!), halbieren Sie sie und schneiden Sie sie in etwa 0,5 cm große Stücke. Trocknen Sie sie an einem warmen, trockenen Ort. Bewahren Sie Blüten, Blätter und Wurzeln licht- und feuchtigkeitsgeschützt auf. Beachten Sie, dass die Wurzel wirksamer ist als Blätter oder Blüten.
Kaltauszug
Geben Sie einen guten Teelöffel zerkleinerter Blätter in eine Tasse kaltes Wasser. Lassen Sie den Ansatz 1 Stunde ziehen und rühren Sie regelmäßig um. Erwärmen Sie die filtrierte Flüssigkeit vor dem Trinken leicht. Ein Kaltauszug ist einem Aufguss vorzuziehen, damit die heilenden Eigenschaften (Schleimstoffe) nicht durch die Hitze beeinträchtigt werden.
Dasselbe ist auch nur mit den Blüten möglich.
Trinken Sie 3 Tassen täglich – als Abführmittel, zur Linderung und bei Husten.
Wurzelaufguss
Geben Sie 1 Teelöffel fein geschnittene Wurzel in eine Tasse kaltes Wasser. Lassen Sie den Ansatz 1 bis 2 Stunden ziehen und rühren Sie gelegentlich um. Bringen Sie ihn zum Kochen. Filtern Sie den Aufguss und trinken Sie täglich 3 bis 4 Tassen.
Heckenrose
Die Hunds-Rose (Rosa canina) ist eine in unserer Landschaft verbreitete Wildrose, lässt sich aber problemlos im Garten kultivieren. Dort bezaubert sie Sie im Frühjahr mit ihren wunderschönen, einfachen und duftenden Blütenkronen und verwöhnt Sie ab Herbst mit ihren Hagebutten.
Anbau im Garten
Die Hunds-Rose passt sich an jeden Boden an, bevorzugt jedoch humusreiche Erde. Außerdem liebt sie einen vollsonnigen Standort, verträgt aber auch leichten Schatten.

Heilwirkung
Tee aus Hunds-Rosenblüten wirkt abführend, während Hagebutten reich an Vitamin C und daher stärkend sowie skorbutvorbeugend sind.
Ernte
Ernten Sie im Frühjahr die Blütenknospen. Trocknen Sie sie im Schatten. Pflücken Sie die Hagebutten ab September nach und nach, sobald die Früchte reifen. Wählen Sie die größten Hagebutten aus und halbieren Sie sie. Sie können sie an einem warmen Ort trocknen. Wenn die Früchte vollständig getrocknet sind, bewahren Sie sie in einer luftdicht schließenden Dose auf. Vergessen Sie nicht, die Dose gelegentlich zu kontrollieren und ihren Inhalt bei kleinen Insekten zu entsorgen.
Blütentee
Geben Sie eine Prise Blüten in eine Tasse kochendes Wasser. Für eine leicht abführende Wirkung trinken Sie 3 Tassen pro Tag.
Hagebuttentee
Geben Sie 1 bis 2 Teelöffel zerstoßene Hagebutten in einen kleinen Topf. Bringen Sie alles zum Kochen, decken Sie den Topf ab und lassen Sie den Tee 5 Min. leicht köcheln. Schalten Sie die Herdplatte aus und lassen Sie ihn weitere 10 Min. ziehen, zum Beispiel mit Schalen unbehandelter Äpfel. Köstlich! Für eine stärkende Wirkung trinken Sie 1 bis 2 Tassen pro Tag.
Die Schwarze Johannisbeere
Der Schwarze Johannisbeerstrauch (Ribes nigrum) ist ein pflegeleichter Strauch, dessen kleine, säuerliche schwarze Früchte traditionell geerntet werden. Seine Blätter werden vielfach medizinisch verwendet, und Schwarze-Johannisbeer-Tee hat viele Anhänger!
Anbau im Garten
Schwarze Johannisbeersträucher gedeihen in schwerem, frischem, tiefgründigem Boden an einem Standort ohne pralle Sonne und geschützt vor Spätfrösten. Einige Sorten sind selbstfruchtbar (Andega), andere benötigen eine Befruchtersorte (Géant de Boskoop, Noir de Bourgogne).
Heilwirkung
Die Blätter des Schwarzen Johannisbeerstrauchs wirken harntreibend und können bei Harnsteinen, Rheuma (Gicht) sowie Durchfall verwendet werden.
Ernte
Ernten Sie die Blätter nach Bedarf, vorzugsweise im Frühjahr vor dem Aufblühen. Trocknen Sie sie an einem Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung.
Tee
Geben Sie 2 Teelöffel fein gehackte Blätter in eine Tasse kochendes Wasser. Lassen Sie den Tee 5 bis 10 Minuten ziehen.
Schwarze Johannisbeeren wirken stark harntreibend. Trinken Sie den Tee deshalb mehrmals täglich zwischen den Mahlzeiten.
Passionsblume Passiflora officinalis
Die Fleischfarbene Passionsblume (Passiflora incarnata) ist eine mehrjährige, sommergrüne Liane und winterhärter als gedacht. Diese botanische Art bildet mauvefarbene Blüten mit einem Kranz aus großen, hellmauvefarbenen Fäden.
Anbau im Garten
Die Fleischfarbene Passionsblume zieht sich im Winter zurück, treibt aber im Frühjahr aus dem Wurzelstock wieder aus – bis -10/-12 °C. In günstigen Lagen bleibt sie immergrün und braucht keinen besonderen Schutz. Andernorts empfiehlt sich ein vor kalten, austrocknenden Winden geschützter Standort. Auch eine gute Wintermulchdecke tut ihr gut. Die Passionsblume liebt Sonne und Wärme! Pflanzen Sie sie in tiefgründige, gut drainierte Gartenerde, die im Sommer eher frisch bleibt.
→ Lesen Sie auch unser Merkblatt: Passionsblume pflanzen, kultivieren und zurückschneiden.
Heilwirkungen
Die Passionsblume wird wegen ihrer beruhigenden, besänftigenden und entspannenden Wirkung verwendet. Sie hilft bei Angst, Unruhe, Nervosität und Schlafstörungen. Auch bei nervösen Krämpfen und Herzklopfen kommt sie zum Einsatz.
Ernte
Ernten Sie zur Blütezeit ganze Triebe der Pflanze und trocknen Sie sie an einem trockenen, luftigen Ort. Nach dem Trocknen klein schneiden und in einer Kraftpapiertüte aufbewahren.
Aufguss
Übergießen Sie einen Teelöffel fein geschnittenes, getrocknetes Pflanzenmaterial mit einer Tasse kochendem Wasser und lassen Sie es 10 bis 15 Minuten ziehen.
Für einen besseren Schlaf trinken Sie 1 Tasse vor dem Zubettgehen; bei Herzklopfen 2- bis 4-mal täglich.
Hinweis der Autorin: Sie können die Passionsblume mit Weißdorn kombinieren, um ihre Wirkung zu verstärken.
Kirschbäume
Die Kirschbäume (Prunus avium, cerasus) sind bekannte Obstbäume mit köstlichen Früchten. Und wie das Sprichwort sagt: „Nichts geht verloren, nichts wird erschaffen, alles wandelt sich“ – Kirschstiele haben eine große Zukunft vor sich!
Anbau im Garten
Kirschbäume sind anspruchslos und wachsen in jeder frischen, leichten, tiefgründigen und vor allem nicht staunassen Erde. Pflanzen Sie sie in voller Sonne.
→ Entdecken Sie unseren Ratgeber: „Kirschbaum: Pflanzung, Rückschnitt und Pflege“.
Heilende Eigenschaften
Kirschstiele wirken harntreibend. Außerdem wirken sie beruhigend und leicht abführend und sind bei rheumatischen Beschwerden besonders geeignet.
Ernte
Bewahren Sie im April oder Mai alle Kirschstiele auf, die Sie verzehren. Trocknen Sie sie nach und nach auf Trockengittern im Schatten. In Kraftpapiertüten aufbewahren.
Abkochung
Geben Sie 2 Prisen Kirschstiele pro Tasse hinzu. 10 Minuten kochen, anschließend weitere 10 Minuten ziehen lassen und abseihen.
Bei Harnschwäche oder rheumatischen Schmerzen täglich 1/2 l trinken.
Einige Tipps
Hier noch einige Tipps:
- Ich habe es nicht jedes Mal erwähnt, aber natürlich sollten Sie die Pflanzen vor der Verwendung mit klarem Wasser abspülen.
- Für Ihre Kräutertees empfehle ich eine Teekanne, einen Teekocher oder ein anderes nichtmetallisches Gefäß. Metall kann dem Getränk mitunter einen Beigeschmack verleihen.
- Wenn Sie Kräutertees mit anderen, hier nicht genannten Pflanzen zubereiten möchten, gilt als Richtwert: 1 gestrichener Teelöffel getrocknete oder frische Pflanze pro Tasse beziehungsweise 2 Esslöffel pro Liter Wasser. Die Mengen unterscheiden sich je nach Pflanze; eine leichte Überschreitung der Dosierung spielt meist nur eine geringe Rolle, sofern nichts anderes angegeben ist. Lesen Sie auch unseren Beitrag: “15 Heilpflanzen für den eigenen Garten“
- Verzehren Sie keine Pflanzen, die mit Pflanzenschutzmitteln verunreinigt sein könnten! Essen oder trinken Sie außerdem niemals Pflanzen, deren Identität Sie nicht zweifelsfrei kennen.
- Sofern nicht anders angegeben (vor allem bei Verdauungsbeschwerden), dürfen Naschkatzen ihren Kräutertee natürlich süßen: mit Honig, braunem Zucker, Rohrzucker oder Agavendicksaft …
- Zum Aufbewahren trocknen Sie die Pflanzen zunächst an einem kühlen, luftigen und dunklen Ort. Bewahren Sie sie anschließend in Kraftpapiertüten auf, damit Sie sie das ganze Jahr über verwenden können.
- Zum Filtern verwende ich schließlich einen Universal-Kaffeefilter, den ich nach Gebrauch einfach mit Wasser ausspüle. Manchmal benutze ich auch sterile Kompressen als Teefilter. Das ist sehr praktisch!
Mehr dazu
- Tees, Kräutertees und gesunde Getränke von Marie-France Farré und Noëlie Cotteaux, erschienen bei Eyrolles
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