Welche Nüsse im Herbst ernten?
Schalenobst: Auswahl für Anbau und Ernte
Inhaltsverzeichnis
Der Herbst ist beste Zeit für Schalenfrüchte: gesund und lange haltbar. Entdecken Sie Nussbäume mit Ernte rund ums Jahr – je nach Klima.
Must-haves: Nüsse, Haselnüsse und Mandeln
Wenn von Nüssen die Rede ist, sind einige völlig unverzichtbar und auf jedem Tisch zu finden.
Die Walnuss, fast überall geerntet
Der Walnussbaum (Juglans regia) ist ein oft majestätischer Baum und gilt als Symbol für Langlebigkeit und Robustheit. Bis zu den ersten Walnüssen braucht es jedoch etwas Geduld, denn der Fruchtansatz erfolgt etwa ab dem zehnten Jahr. Die Walnussernte beginnt in den ersten Herbsttagen, meist zwischen September und Oktober – je nach Sorte und Region.

Walnüsse werden in den ersten Herbsttagen geerntet, meist zwischen September und Oktober
Die Ernte ist relativ einfach. Die Walnuss steckt in einer grünen, fleischigen Hülle, die am Baum aufplatzt und trocknet. Sobald die Frucht vollständig entwickelt ist, löst sie sich von selbst. Traditionell werden Walnüsse vom Boden aufgesammelt. So lässt sich zugleich eine erste Bestandsaufnahme machen. Andere bevorzugen das Abschlagen: Dabei werden die Zweige des Walnussbaums mit einer langen Stange, der sogenannten Stange, vorsichtig geschüttelt oder leicht geschlagen. Diese Methode eignet sich eher für große, stattliche Walnussbäume.
Walnüsse werden frisch oder getrocknet verzehrt. Frisch haben sie eine milchige Konsistenz und einen feinen Geschmack. Wenn Sie sie den ganzen Winter über getrocknet genießen möchten, ist eine sorgfältige Trocknung an der Luft und geschützt vor Feuchtigkeit unerlässlich.
Für regelmäßige Erträge und einen ausgezeichneten Geschmack bieten sich regionale Sorten an, die sich bestens an die jeweiligen Bedingungen anpassen. So sind ‘Franquette’ und ‘Parisienne’ anerkannte Sorten, die für die AOP Noix de Grenoble verwendet werden. Die Sorte ‘Mayette’ ist selbstfruchtbar, während ‘Fernor’ später reift.
Die Haselnuss, eine edle Nuss

Haselnüsse werden ab September geerntet
Im Vergleich zum Walnussbaum erreicht der Haselstrauch (Corylus avellana) nicht dieselbe Größe. Er ist eher ein unscheinbarer, aber äußerst ertragreicher Strauch. Als monözischer Obststrauch bildet die Hasel ihre männlichen Blüten, die Kätzchen, am Ende des Winters zwischen Februar und März, und ihre weiblichen Blüten im März und April. Deshalb empfiehlt es sich, zwei verschiedene Sorten nahe beieinander zu pflanzen, um eine wirksame Fremdbestäubung zu erreichen.
Die Hasel kommt häufig spontan in Feldhecken vor und bildet die Haselnuss. Diese ist von einer gefransten Hülle umgeben, die sich im Herbstbeginn gelb färbt. Ab September geerntet, sobald die Schale die typische braune Färbung annimmt und sich die Frucht leicht vom Stiel löst, benötigt auch die Haselnuss eine Trocknungsphase. Die Haselnuss wird häufig in der Süßwarenherstellung und beim Backen verwendet. Dank ihres hohen Gehalts an einfach ungesättigten Fettsäuren und Vitamin E ist sie ein wertvolles Lebensmittel für den Winter.
Sorten wie ‘Longue d’Espagne’, ‘Merveille de Bollwiller’ oder ‘Fertile de Coutard’ sorgen für reiche Ernten.
Die Mandel, der Star sonniger Regionen

Mandeln werden relativ früh geerntet, zwischen Spätsommer und Frühherbst, von August bis September
Der Mandelbaum (Prunus dulcis) ergänzt dieses Trio unverzichtbarer Nüsse, auch wenn seine klimatischen Ansprüche ihn vor allem für südliche Regionen empfehlen. Obwohl der Mandelbaum recht winterhart ist, reagiert seine Blüte empfindlich auf späte Frühjahrsfröste. Der Mandelbaum ist dafür bekannt, als erster Obstbaum zu blühen (seine Blüten duften übrigens herrlich!). Die Mandeln werden daher relativ früh geerntet, zwischen Spätsommer und Frühherbst, von August bis September. Früher, zu Beginn des Sommers geerntet, werden sie frisch verzehrt.
Die Mandel entwickelt sich in einer grünen, samtigen, filzigen Fruchthülle. Diese trocknet und öffnet sich, sodass die harte, wabenförmige Schale mit dem kostbaren Mandelkern sichtbar wird. Die typisch mediterrane Nuss ist reich an pflanzlichem Eiweiß, Calcium und Magnesium.
Sorten wie ‘Ferragnès’, ‘Lauranne’ oder ‘Aï’ zeichnen sich durch eine ausgezeichnete Widerstandsfähigkeit gegen Spätfröste aus und sichern gute Ernten. Auch wenn einige Sorten selbstfruchtbar sind, empfiehlt es sich, immer zwei Mandelbäume in unmittelbarer Nähe zu pflanzen.
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Die Pistazie als neue mediterrane Hoffnung?

Die Pistazienernte erfolgt im Herbst.
Früher ausschließlich aus den trockenen Regionen des Nahen Ostens oder Kaliforniens importiert, hält der Pistazienbaum (Pistacia vera) allmählich Einzug in den französischen Obstbau, insbesondere in den Mittelmeergebieten und im Rhônetal. Pflanzversuche im Süden Frankreichs liefern frische Pistazien von unbestreitbarer geschmacklicher Qualität, die sich deutlich von standardisierten Sorten unterscheiden. Der Pistazienbaum ist winterhart, äußerst trockenheitsverträglich und gedeiht auch auf armen, kalkhaltigen Böden; er schätzt lange, heiße und trockene Sommer. Für den Pistazienanbau müssen jedoch männliche und weibliche Pflanzen gesetzt werden, damit die Bestäubung durch den Wind erfolgen kann. Deshalb bieten wir ein Bestäuber-Duo aus zwei Pistazienbäumen an, die sich hervorragend ergänzen.
Die Pistazienernte erfolgt im Herbst, sobald die fleischige Fruchthülle ihre Farbe verändert, rosa oder gelblich wird und sich von selbst löst. Die innere Schale öffnet sich dann teilweise und gibt den leuchtend grünen Kern frei.
Pekannüsse für neue Geschmackserlebnisse

Die Pekannussernte findet zwischen Oktober und November statt.
Der Pekannussbaum (Carya illinoinensis), ein großer, aus Nordamerika stammender Baum aus derselben Familie wie der Walnussbaum, findet inzwischen zunehmend seinen Platz in Privatgärten und Erwerbsobstanlagen im Süden und Westen Frankreichs. Er benötigt heiße, sonnige Sommer, damit seine Früchte vollständig reifen. Der Pekannussbaum bildet längliche Pekannüsse mit einer glatteren und dünneren Schale als die europäische Walnuss. Sie enthalten einen ölreichen Kern mit besonders feinem, buttrigem Geschmack. Der erste Fruchtansatz erfolgt im 4. bis 5. Standjahr.
Die Ernte erfolgt meist etwas später im Herbst, zwischen Oktober und November, wenn sich die Fruchthüllen öffnen und die Früchte zu Boden fallen. Für eine Fremdbestäubung und einen besseren Fruchtansatz empfiehlt es sich, zwei Bäume zu pflanzen.
Esskastanie: Schalenfrucht oder nicht?
Botanisch gesehen bildet die vom Esskastanie (Castanea sativa) hervorgebrachte Kastanie keine Nüsse, sondern Achänen. Im Gegensatz zu echten Nüssen, Haselnüssen und Mandeln, die als fettreiche Trockenfrüchte gelten, besteht die Kastanie hauptsächlich aus Kohlenhydraten. Ernährungsphysiologisch ähnelt sie daher eher der Kartoffel oder Getreide als Ölsaaten.

Die Esskastanie (Castanea sativa) bildet keine Nüsse, sondern Achänen.
Die von einer stacheligen, dicht bewehrten Fruchthülle umgebene Kastanie, die zwei bis drei Früchte schützt, fällt im Herbst zwischen September und November auf den Boden. Daher wird sie häufig den Nussfrüchten zugerechnet. Die Esskastanie ist ein charakteristischer Baum der Mittelgebirgswälder, insbesondere in den Cevennen, der Ardèche und auf Korsika.
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Mandeln ernten und lagern?Erntekalender für Schalenfrüchte
Auch wenn die Erntezeiten je nach Region und Witterung um einige Wochen variieren können, lässt sich folgender Erntekalender erstellen.
| Schalenobst | Erntezeit | Reifeanzeichen | Erntemethode |
| Nuss | September–November | Grüne Fruchthülle platzt auf, helle Schale | Vom Boden auflesen, sobald die Früchte von selbst fallen |
| Mandel | Ende August bis Ende September | Grüne, samtige Fruchthülle öffnet sich und trocknet | Auflesen oder Abschlagen |
| Haselnuss | September–Oktober | Hülle vergilbt, Schale braun, fällt leicht ab | Von Hand unter dem Strauch auflesen oder abschlagen |
| Pekannuss | Oktober–November | Braune Fruchthüllen öffnen sich, Früchte fallen ab | Vom Boden auflesen |
| Pistazie | September–Oktober | Rosa-gelbliche Hülle, Schale klafft | Zweige über Netzen schütteln |
Nüsse ernten und lagern?
Der Erfolg bei der Nussernte endet nicht mit dem Auflesen der Früchte! Für eine optimale Haltbarkeit und einen hervorragenden Geschmack ist die richtige Pflege nach der Ernte entscheidend:
- Entscheidend ist zunächst der richtige Erntezeitpunkt. Die Früchte sollten regelmäßig, idealerweise alle zwei bis drei Tage, aufgelesen werden, damit sie nicht zu lange auf feuchtem Boden liegen. Sonst können sich Schimmel und Fäulnis entwickeln oder Parasiten wie Rüsselkäfer und Apfelwickler auftreten.
- Nach der Ernte müssen die Früchte unverzüglich von ihren äußeren Hüllen befreit werden, etwa Walnussschalen oder Haselnusshüllen. Durch diese Reinigung werden Verunreinigungen entfernt und die Trocknung beginnt.
- Zum Trocknen werden die Früchte einlagig in einem trockenen, gut belüfteten Raum ausgebreitet, geschützt vor direkter Sonne und Nagetieren. In den ersten Tagen kann ein Luftumwälzer oder Ventilator den Vorgang beschleunigen. Walnüsse und Haselnüsse trocknen etwa vier Wochen.
- Nach dem Trocknen werden die Früchte in Jutesäcken, luftdurchlässigen Holzsteigen oder gelochten Kartons gelagert, die eine gute Luftzirkulation gewährleisten. Der Lagerraum muss kühl, idealerweise 8 bis 15 °C, trocken und frei von starken Gerüchen sein.
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