Indigene Arten pflanzen: Bestäubende Insekten anlocken

Indigene Arten pflanzen: Bestäubende Insekten anlocken

Indigene Arten als Basis für naturnahen Garten

Inhaltsverzeichnis

Pflanzen und Insekten sind voneinander abhängig. Mehr heimische Pflanzen fördern Bestäuber, Biodiversität und Ernten im Garten.

Schwierigkeit

Was genau ist eine heimische Pflanze?

Eine indigene Pflanze wächst an einem bestimmten Ort spontan, ohne menschliches Zutun. Indigene Pflanzen sind also natürlich in einer Region vorkommende, sogenannte Wildpflanzen, die dort seit Hunderten von Jahren wachsen. Sie brauchen niemanden, um zu leben, zu überleben, sich zu entwickeln, Früchte zu tragen und sich zu vermehren.

Zunächst eine kleine Präzisierung: Indigene Pflanzen unterscheiden sich von sogenannten eingebürgerten Pflanzen. Diese wurden vor Jahrhunderten vom Menschen eingeführt und haben sich durch spontane Aussaat aus Gärten verbreitet und dauerhaft an die umgebende Natur angepasst. Der Unterschied ist jedoch gering und lässt sich nur mit fundierten botanischen Kenntnissen eindeutig feststellen. Sagen wir also, dass eine „eingebürgerte“ Pflanze, die an unseren Wegen, auf unseren Wiesen oder an Gewässern natürlich wächst, als indigen gilt. Sie hat sich hinsichtlich Klima, Boden und anderer Bedingungen vollkommen an die örtlichen Gegebenheiten angepasst.indigene Pflanzen

Um eine für die eigene Region typische indigene Pflanze zu erkennen, ist es wichtig, die nahe Natur aufmerksam zu beobachten. Schon ein Blick auf wilde Hecken, Böschungen, Waldränder und Wegränder genügt, um einige indigene Pflanzen zu entdecken. Meist erscheinen sie Jahr für Jahr erneut, gedeihen problemlos und erreichen mitunter beeindruckende Größen.

Warum heimische Arten pflanzen?

Per Definition ist eine heimische Pflanze selbstständig. Daher bietet sie im Garten zahlreiche Vorteile:

  • Sie verfügt über eine ideale Frosthärte für Ihre Region. Denn heimische Pflanzen sind an ihrem natürlichen Standort winterhart
  • Sie kann außerdem Trockenheit widerstehen, wenn sie natürlicherweise in südlichen Regionen wächst
  • Sie benötigt keine besondere Pflege, da sie ihren Wasser- und Lichtbedarf selbst deckt
  • Sie entwickelt eine erhöhte Widerstandskraft gegen Pathogene und Parasiten in ihrer natürlichen Umgebung. Der Einsatz von Dünger und Pestiziden ist daher unnötig

Vor allem aber bieten diese heimischen Pflanzen dank ihrer anhaltenden und regelmäßigen Blüte Nahrung und Schutz für Insekten, die an das Klima ihrer Region angepasst sind. Diese Bestäuber stehen in enger Beziehung zu heimischen Pflanzen, bei denen sie sicher Nahrung finden. Daher trägt das Pflanzen bienenfreundlicher und nektarreicher heimischer Pflanzen zum Erhalt und manchmal auch zur Wiederherstellung der lokalen Kleintierwelt bei. Heimisch zu pflanzen bedeutet also, den kleinen Tieren der Region Nahrung und Unterschlupf zu bieten. Denn der Nektar heimischer Blüten entspricht genau dem Nährstoffbedarf lokaler Insekten. Exotische Pflanzen, Hybride und Kultivare können diesen Bedarf dagegen nicht immer decken. Ihr Besuch kann für die Insekten sogar kontraproduktiv oder völlig nutzlos sein.

heimische Pflanzen

Auf einer Blüte der Vogelkirsche (Prunus avium)

Das ist besonders wichtig, wenn man bedenkt, dass 90 % der Blütenpflanzen und ein Drittel der Nahrungspflanzen vollständig von der tierischen Bestäubung abhängig sind (Zahl aus dem 1996 erschienenen Werk The forgotten pollinisators von Buchman und Nablan).

Da die Natur von Vielfalt geprägt ist, bedeutet die Bevorzugung heimischer Pflanzen jedoch nicht, andere Pflanzen aus fernen Regionen um jeden Preis zu verbannen. Viele dieser Pflanzen sind ebenfalls ausgesprochen bienenfreundlich und nektarreich und können Bienen, Schmetterlinge und andere Käfer früher oder später als heimische Pflanzen mit Nahrung versorgen.

Potenzial heimischer Pflanzen maximieren?

Eine heimische Pflanze im Garten bietet Bestäubern Nahrung. Doch das reicht nicht. Für ein stabiles Ökosystem braucht es mehrere heimische Arten und eine Strategie:

  • Mehrere heimische Pflanzen mit unterschiedlichen Blütezeiten setzen. Bienen, Wespen und Fliegen ernähren sich nicht nur im Sommer. Wählen Sie daher heimische Pflanzen, die über die Jahreszeiten hinweg Nektar und Pollen liefern.
  • Kleine heimische Pflanzen in Gruppen pflanzen, um gezielt Insekten anzulocken. So entsteht eine große Farbfläche, denn Insekten reagieren auf Farben. Zudem wird mehr Duft freigesetzt, der ebenfalls anziehend wirkt.
  • Auf Pestizide und Dünger, auch biologische, verzichten, damit die natürliche Widerstandskraft heimischer Pflanzen gegen Schädlinge erhalten bleibt und nützliche Insekten zur Bestäubung und biologischen Bekämpfung angelockt werden.
  • Naturnahe Lebensräume rund um heimische Pflanzen schaffen. Lassen Sie abgefallene Blätter dieser Pflanzen auf dem Boden liegen. Sie bieten Insekten im Winter Schutz und dienen anderen durch ihre Zersetzung als Nahrung. Legen Sie außerdem gern eine Wasserstelle an, und sei sie noch so klein, damit Insekten trinken können. Auch Reisig- oder Trockenmauerhaufen bieten Bestäubern einen Platz zum Überwintern – ebenso wie ein Insektenhotel.

Tipps zum Pflanzen und Pflegen heimischer, bestäuberfreundlicher Arten

Heimische Pflanzen bieten Insekten Schutz. Standort, Boden und Sonne beachten. Im ersten Jahr gießen und mulchen; später sind sie winterhart und helfen gegen Schädlinge.

Beispiele für heimische Pflanzen

Eine genaue Übersicht der heimischen Pflanzen zu erstellen, ist schwierig, da sie per Definition regional vorkommen. So unterscheiden sich die heimischen Pflanzen im Norden Frankreichs deutlich von denen im Mittelmeerraum. Dennoch wachsen einige heimische Pflanzen überall und sind für Bestäuber besonders wertvoll.

Auf einer Rasenfläche oder in einem Wildgarten können folgende Pflanzen wieder angesiedelt werden:

Denken wir auch an Kletterpflanzen, Sträucher und Bäume:

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einheimische Pflanzenarten