Tüpfelfarn: Pflanzen, Kultivieren und Pflegen
Inhaltsverzeichnis
Tüpfelfarn kurz erklärt
- Der Tüpfelfarn ist ein hübscher kleiner Farn mit dunkelgrünen, einfach gefiederten Wedeln
- Sein Laub bleibt das ganze Jahr über immergrün und dekorativ
- Er breitet sich dank seines ausläuferbildenden Rhizoms allmählich aus
- Ideal für einen natürlichen Unterholzgarten oder eine frische, schattige Steingartenanlage
- Er wächst problemlos von selbst und braucht kaum Pflege
Wort unserer Expertin
Der Tüpfelfarn ist eine winterharte, pflegeleichte Farnpflanze mit immergrünen Wedeln. Ideal für Schatten, Mauern und Steingärten.
Botanisch
Steckbrief
- Gebräuchlicher Name Tüpfelfarn, Engelsüß
- Blüte keine
- Height meist 20 bis 30 cm, maximal bis zu 50 cm
- Exposition Schatten oder Halbschatten, keine pralle Sonne
- Art des Bodens frisch, fruchtbar, flachgründig
- Winterhärte zwischen – 20 und – 30 °C
Der Tüpfelfarn ist ein kleiner, immergrüner Farn mit ausläuferbildenden Rhizomen. Es gibt über 160 Tüpfelfarn-Arten, von denen die meisten tropische und epiphytische Pflanzen sind. In diesem Steckbrief geht es jedoch um die gemäßigten Arten, die problemlos im Garten kultiviert werden können. Sie wachsen am Boden oder epiphytisch auf Baumstämmen, manchmal sogar direkt auf Steinmauern. In Frankreich kommen einige Arten wild vor, insbesondere Polypodium vulgare. Er wächst vor allem im Wald, gelegentlich aber auch an offenen Standorten, auf Felsen, Mauern, epiphytisch auf Baumstämmen oder direkt am Boden. Er ist vollkommen winterhart und kommt bis in Höhenlagen von 2.000 Metern vor. Polypodium cambricum findet man dagegen vor allem im Mittelmeerraum.
Der Tüpfelfarn gehört zur großen Gruppe der Pteridophyten, zu der Farne, Schachtelhalme und Moosfarne zählen. Es handelt sich um ursprüngliche Pflanzen, die schon lange vor den Dinosauriern existierten. Zusammen mit den Moosen gehörten sie zu den ersten Pflanzen, die das Wasser verließen, und bleiben für ihre Fortpflanzung auf Wasser angewiesen. Unter den Farnen gehört der Tüpfelfarn zur Familie der Polypodiaceae, nach der er benannt ist und die etwa 1.600 Arten umfasst.

Polypodium vulgare: Botanische Illustration
Sein lateinischer Name leitet sich vom Griechischen polus: zahlreich, und podion: kleiner Fuß, ab und bezieht sich auf das Rhizom mit seinen zahlreichen kleinen Wurzeln. Der Artname vulgare bedeutet auf Latein „gewöhnlich“. Auf Französisch wird er Réglisse des bois, also Wald-Lakritze, genannt, da sein Rhizom nach Lakritze schmeckt!
Der Tüpfelfarn breitet sich über sein ausläuferbildendes Rhizom aus, wird aber nicht lästig! Außerdem wächst er recht langsam. Sein Rhizom ist fleischig, mit Schuppen bedeckt und bleibt flach, dicht unter der Bodenoberfläche. Es ist zudem essbar und schmeckt zugleich bitter und süß nach Lakritze! Der Tüpfelfarn wird meist 20 bis 30 cm hoch, maximal bis zu 50 cm.
Die Wedel entwickeln sich einzeln entlang des Rhizoms und sind durch einen Blattstiel mit ihm verbunden. Sie sind dunkelgrün und nur einmal geteilt. Ihre Struktur ist gefiedert, mit dicht stehenden, linearen Fiederblättchen. Die Blattspreite ist schmal und läuft an der Spitze oft in eine lange Spitze, das Endfiederblättchen, aus. Die Wedel werden meist 20 bis 40 cm lang. Sie sind recht grob gegliedert; die Fiederblättchen sind weniger fein als bei den meisten Farnen.

Die Wedel von Polypodium vulgare und der Sorte ‘Bifido Multifidum’
Die Wedel von Polypodium vulgare bleiben im Winter erhalten und erneuern sich im Frühjahr: Dann treiben die neuen Wedel aus, während die alten vertrocknen. Das Laub bleibt somit das ganze Jahr über dekorativ! Polypodium cambricum hat dagegen eine umgekehrte Vegetationsperiode: Seine Wedel erscheinen im Herbst, entfalten sich im Winter und Frühjahr und vertrocknen dann zu Beginn des Sommers. Die Pflanze geht anschließend bis zum Herbst in Dormanz, wodurch sie Trockenheit und große Hitze vermeidet. Außerdem verträgt sie Trockenheit besser als die meisten Farne.
Wie andere Farne bildet der Tüpfelfarn weder Blüten noch Samen, sondern vermehrt sich durch Sporen. Dabei handelt es sich um winzige, staubähnliche Organe, die in Sporenkapseln, den Sporangien, eingeschlossen sind. Beim Tüpfelfarn sind die Sporangien zu runden Sori, also Gruppen von Sporangien, mit etwa 2 mm Durchmesser vereint. Sie sind orangefarben und regelmäßig in zwei Reihen auf der Unterseite jedes Fiederblättchens angeordnet. Die Sporangien erscheinen im Sommer und sind meist im August reif.
Wenn sie reif sind, öffnen sich die Sporangien und setzen die Sporen frei. Diese werden vom Wind verbreitet und landen auf dem Boden, wo sie bei ausreichender Feuchtigkeit keimen. Aus den Sporen entstehen winzige Zwischenorganismen, die wie Moos oder ein feiner grüner Film aussehen: die Prothallien. Sie tragen die Fortpflanzungsorgane. Wasser ermöglicht die Befruchtung und anschließend die Entwicklung einer kleinen Tüpfelfarn-Jungpflanze in der uns bekannten Form.

Die fertilen Wedel von Polypodium vulgare mit den Sporen (Fotos: H. Zell / Danny S.)
Lesen Sie auch
llexblättriger Mondsichelfarn: Wie wählt man sie aus?Die wichtigsten Sorten
Beliebteste Sorten
Polypodium vulgare - Tüpfelfarn
- Höhe bei Reife 25 cm
Polypodium vulgare Bifido Multifidum - Tüpfelfarn
- Höhe bei Reife 25 cm
DéEntdecken Sie andere Polypodium - Tüpfelfarn
Alles ansehen →Erhältlich in 1 Größen
Erhältlich in 2 Größen
Erhältlich in 1 Größen
Erhältlich in 1 Größen
Erhältlich in 1 Größen
Pflanzung
Wo pflanzen?
Da der Tüpfelfarn eine Unterholzpflanze ist, gedeiht er im Schatten oder Halbschatten und kann auch an einem Standort mit milder Sonne wachsen. Er bevorzugt Böden, wie sie im Wald vorkommen: frisch, fruchtbar und humusreich. Reichern Sie den Boden mit gut verrottetem Kompost oder Lauberde an. Der Tüpfelfarn wächst auch in drainierendem Boden ohne Staunässe. Er benötigt nur wenig Substrat: Sein ausläuferbildendes Rhizom bleibt direkt unter der Bodenoberfläche, und seine Wurzeln dringen nicht tief ein. Der Tüpfelfarn bevorzugt saure Substrate, wächst aber auch auf kalkhaltigem Boden.
Der Tüpfelfarn sorgt in Beeten und Unterholz-Szenen für eine sehr natürliche Wirkung! Pflanzen Sie ihn zusammen mit anderen Schattenpflanzen: Funkie, Weißwurz, Immergrün, Großblättriges Kaukasusvergissmeinnicht …
Auch in einem kühlen, schattigen Steingarten findet er problemlos seinen Platz. Sie können ihn auch in die Fugen einer Steinmauer pflanzen. Der Tüpfelfarn benötigt nur sehr wenig Substrat. Da er manchmal epiphytisch auf Baumstämmen wächst, können Sie ihn problemlos auf dem Wurzelstock eines abgestorbenen Baumes ansiedeln! Auch in eine kühle, schattige Pflanzenwand lässt er sich integrieren.
Wann pflanzen?
Die besten Pflanzzeiten für den Tüpfelfarn sind Herbst und Frühjahr. Eine Pflanzung ist jedoch ganzjährig möglich, sofern Sie Frostperioden und große Hitze möglichst vermeiden.
Wie pflanzen?
Im Freiland:
- Stellen Sie den Wurzelballen in eine mit Wasser gefüllte Schale, damit er sich wieder vollsaugen kann.
- Heben Sie ein Pflanzloch aus, das zwei- bis dreimal so groß wie der Wurzelballen ist.
- Geben Sie gut verrotteten Kompost zur Bodenverbesserung hinzu und mischen Sie ihn unter die Erde.
- Pflanzen Sie den Tüpfelfarn ein.
- Füllen Sie rundherum Erde ein und drücken Sie sie fest.
- Gießen Sie reichlich.
- Bringen Sie bei Bedarf eine dünne Mulchschicht auf.
Gießen Sie in den Wochen nach der Pflanzung weiter, damit der Boden frisch bleibt.
Unser Ratgeber: „Farne pflanzen: Wo, wann und wie?“
In einer Steinmauer:
- Suchen Sie in einer Mauerfuge eine ausreichend große Lücke, in die Sie Substrat und das Rhizom des Tüpfelfarns einsetzen können.
- Mischen Sie Gartenerde mit Blumenerde und geben Sie die Mischung in die Mauerfuge.
- Pflanzen Sie den Tüpfelfarn ein.
- Füllen Sie die Fuge mit Erde auf und drücken Sie sie fest.
- Gießen Sie. Wenn beim Ablaufen etwas Substrat weggespült wird, füllen Sie es nach und drücken Sie es erneut fest.
Sie können den Tüpfelfarn auch in einen Topf pflanzen.

Ein Wedel von Polypodium x mantoniae, einer Hybride aus Polypodium vulgare und P. interjectum (Foto: Ashley Basil)
Lesen Sie auch
Wie säen Sie Farnsporen aus?Pflege
Tüpfelfarn: pflegeleicht und winterhart. Nach dem Pflanzen gießen, später bei Trockenheit. Im Topf öfter gießen, Staunässe vermeiden.
Vermehrung
Die einfachste und schnellste Methode, Tüpfelfarn zu vermehren, ist die Teilung. Die Aussaat von Sporen erfordert Zeit und besondere Bedingungen, ermöglicht aber die Anzucht einer größeren Anzahl Jungpflanzen.
Sporen aussäen
Tüpfelfarn sät sich manchmal selbst aus. Dann müssen Sie nur die Jungpflanzen sammeln. Sie können auch Sporen ernten und aussäen. Sie erscheinen auf der Unterseite der Wedel und lösen sich bei Reife von selbst ab, meist im Spätsommer, etwa im August.
- Sammeln Sie Sporen von Tüpfelfarn;
- Nehmen Sie einen durchsichtigen Kunststoffbehälter (zum Beispiel eine Frischhaltedose) oder ein Glasgefäß;
- Mischen Sie Blumenerde und Sand und sieben Sie die Mischung;
- Geben Sie sie in den Behälter, befeuchten Sie sie mit Wasser und stellen Sie sie anschließend etwa 10 Minuten in die Mikrowelle, um sie zu sterilisieren;
- Lassen Sie das Substrat abkühlen und verteilen Sie die Sporen gleichmäßig auf der Oberfläche. Bedecken Sie sie nicht!
- Decken Sie den Behälter mit Frischhaltefolie oder einem durchsichtigen Deckel ab, um eine sterile, feuchte Atmosphäre zu schaffen;
- Stellen Sie die Aussaat anschließend an einen hellen Standort ohne direkte Sonne bei etwa 15 °C.
Danach heißt es nur noch abwarten. Die Entwicklung neuer Farne braucht Zeit, da zunächst der Prothallus entstehen muss, damit eine Befruchtung möglich wird. Wenn das Substrat austrocknet, können Sie es mit einer Sprühflasche befeuchten.
Weitere Tipps finden Sie in unserem Ratgeber „Wie sät man Farnsporen aus?“
Rhizomteilung
Tüpfelfarn lässt sich sehr einfach durch Teilung des Rhizoms vermehren. Wir empfehlen, dies im Frühjahr, im Mai oder Juni, zu tun.
- Graben Sie einen gut entwickelten, ausgebreiteten Tüpfelfarn aus;
- Entfernen Sie überschüssige Erde rund um das Rhizom;
- Schneiden Sie es mit einem scharfen Messer in mehrere Teilstücke. Achten Sie darauf, dass jedes Stück Wurzeln und einige Wedel besitzt;
- Pflanzen Sie die Rhizomstücke sofort wieder ein und gießen Sie sie.
Kombination
Für eine sehr natürliche Wirkung empfehlen wir, den Tüpfelfarn mit anderen Schattenstauden zu kombinieren. Wählen Sie zum Beispiel Funkien, Immergrün, Weißwurz, Anemone nemorosa, Geranium nodosum, Sterndolden und Herzblumen … Denken Sie auch an Soleirolia und den Pfennig-Gilbweiderich, deren Blätter den Boden schön bedecken. Sie können auch weitere Farne wie Athyrium niponicum, Hirschzungenfarne oder Blechnum spicant sowie Gräser wie Hakonechloa macra integrieren. In Kombination mit anderen Stauden verleiht der Tüpfelfarn einem Unterholz ein üppiges, wildes Aussehen!

Integrieren Sie den Tüpfelfarn in einen naturnahen Unterholzgarten! Waldmeister, Dryopteris wallichiana, Dicentra spectabilis, Polypodium vulgare (Foto 4028mdk09), Brunnera ‘Jack Frost’ und Dodecatheon conjugens (Foto C.T. Johansson)
Da er in der Natur oft zwischen Steinen oder an steinigen Böschungen wächst, können Sie den Tüpfelfarn problemlos in einem kühlen, schattigen Steingarten pflanzen. Kombinieren Sie ihn zum Beispiel mit Hirschzungenfarnen, Asplenium trichomanes, Ajuga reptans, Elfenblumen, Steinbrech … Weitere Ideen finden Sie in unserem Ratgeber „10 Pflanzen für einen schattigen Steingarten“
Außerdem passt der Tüpfelfarn in einen dekorativen, japanisch inspirierten Garten, zusammen mit Soleirolia, Funkien, Fächer-Ahornen, Schachtelhalmen, Bambus und Athyrium niponicum …
Wenn Sie weitere Ideen und Inspirationen für die Kombination mit dem Tüpfelfarn suchen, entdecken Sie unseren Ratgeber „Farne: 9 einfach umsetzbare Ideen für gelungene Kombinationen“.
Nützliche Ressourcen
- Polypodium vulgare
- Polypodium vulgare ‘Bifido Multifidum’
- Entdecken Sie unsere gesamte Auswahl an Farnen!
- Unser vollständiger Ratgeber „Farne pflanzen und kultivieren“
- Abonnieren Sie
- Inhaltsverzeichnis
Dieses Formular ist durch reCAPTCHA geschützt – es gelten die Datenschutzbestimmungen und die Nutzungsbedingungen.
Kommentare