Aprikosenbaum kaufen: kompletter Ratgeber

Aprikosenbaum kaufen: kompletter Ratgeber

Passende Aprikosensorte auswählen: Unsere Tipps für Ihre Ansprüche

Inhaltsverzeichnis

Aufgrund seines Wärme- und Sonnenbedarfs ist der Aprikosenbaum (Prunus armeniaca) zweifellos ein typischer Obstbaum Südfrankreichs. Zumal er Trockenheit verträgt und besonders empfindlich auf Feuchtigkeit reagiert. Gleichzeitig kann seine frühe Blüte, die direkt nach der des Mandelbaums einsetzt, unter späten Frühjahrsfrösten leiden. Dennoch lassen sich bestimmte Aprikosensorten problemlos weiter nördlich anbauen, sofern sie einen sehr sonnigen und vor allem gut vor kalten Winden geschützten Standort erhalten. Ideal ist die Pflanzung an einer Mauer. Dort kann der Baum auch spalier erzogen werden, um optimale Bedingungen zu schaffen.

Der Aprikosenbaum gedeiht in allen Bodenarten, außer in zu feuchten oder lehmigen Böden. Er kann im Garten oder Obstgarten gepflanzt werden, bei Zwergsorten auch auf einem Balkon oder einer Terrasse. Allerdings dauert es 3 bis 4 Jahre bis zum Fruchtansatz und insbesondere bis zu einem guten Ertrag.

Wenn Sie einen Aprikosenbaum in Ihrem Garten pflanzen möchten, finden Sie bei uns Tipps zur Auswahl der besten Sorte für Ihre Region, Ihren Garten und Ihre Wünsche in Bezug auf die Früchte.

Mehr erfahren: Aprikosenbaum: Pflanzung, Rückschnitt und Pflege

Schwierigkeit

Je nach Anbauregion

Der Aprikosenbaum ist ein äußerst winterharter Obstbaum (bis -20 °C). Außerdem benötigt er jährlich 400 bis 600 Stunden Kälte unter 7 °C. Dennoch ist er eher ein Baum für südliche Regionen, denn seine hübschen, besonders zarten weißen oder rosafarbenen Blüten erscheinen bei manchen Sorten bereits im März. Spätfröste können daher die Fruchtbildung beeinträchtigen. Im Süden Frankreichs werden deshalb Sorten mit früher Blüte bevorzugt, wie ‘Muscat de Nancy’, eine Sorte mit nach Muskat schmeckenden Aprikosen, orangefarbener, rot gepunkteter Schale und feinem, schmelzendem, leicht muskatartigem Fruchtfleisch. Sie zählt übrigens zu den frühesten Sorten.

Der Aprikosenbaum ‘Rouge du Roussillon’ eignet sich ebenfalls besonders für Regionen mit milden Wintern: Seine Mitte Juli reifenden Früchte sind ideal für Konfitüren und Kuchen. Die Sorte ‘Bulida’ trägt dagegen bereits Anfang Juni große, saftige und süße Aprikosen.

Auswahl an Aprikosensorten

Die Blüte des Aprikosenbaums beginnt früh und ist daher frostgefährdet. Deshalb pflanzt man in der nördlichen Landeshälfte besser Sorten mit später Blüte, etwa ‘Tardif de Tain’ oder ‘Rouge Tardif’.

Auch in der nördlichen Landeshälfte können Sie wunderbar feste, süße Aprikosen pflücken – vorausgesetzt, Sie wählen Sorten mit späterer Blüte. So ist das Risiko von Spätfrösten geringer. Außerdem muss der Aprikosenbaum unbedingt nach Süden ausgerichtet gepflanzt werden, damit er möglichst viel Wärme erhält, und vor allem an einen sehr geschützten Standort, zum Beispiel an der geschützten Hausfassade. Zu den am wenigsten spätfrostgefährdeten Sorten zählt ‘Tardif de Tain’. Die Blüte erscheint im April, die Ernte erfolgt von Ende Juli bis August. ‘Doucœur’ und ‘Rustique des Pyrénées’ blühen ebenfalls recht spät und tragen Mitte August Früchte. Ihre Aprikosen sind nicht sehr groß, aber mit ihrem zarten, aromatischen Fruchtfleisch köstlich.

Der Aprikosenbaum ‘Rouge Tardif Delbard’ blüht ebenfalls spät, Ende März, die Früchte reifen im August. Die 1839 in Écully an der Rhône gezüchtete Sorte ‘Luizet’ eignet sich besonders für kontinentales Klima, sodass ihr Ertrag in Regionen mit mildem Klima geringer ausfällt. ‘Orange Summer’ zählt sicherlich zu den spätesten Sorten: Ihre großen Aprikosen werden Ende August bis Anfang September geerntet. Luizet (benötigt Winterkälte). Schließlich zeichnet sich der sehr bekannte und im Rhônetal vielfach angebaute ‘Bergeron’ durch die Widerstandsfähigkeit seiner Blüten gegen Spätfrost aus. Diese Sorte verträgt übrigens etwas Kälte. Die großen, säuerlich schmeckenden Früchte reifen Mitte Juli.

Je nach Gartengröße

Die Aprikose bildet einen verzweigten Baum mit rundlicher, mit der Zeit ausgebreiteter Wuchsform. Ihre rötliche Rinde mit den dekorativen Lentizellen verleiht ihr besondere Eleganz. Ausgewachsen wird eine Aprikose kaum höher als 6 m und etwa 3 m breit. Damit lässt sie sich problemlos in einem ausreichend großen Garten oder einer Obstwiese pflanzen, wobei zwischen den Bäumen ein Abstand von 6 m eingehalten werden sollte.

Wer einen kleinen Garten, eine Terrasse oder sogar einen Balkon besitzt, kann auf Zwergaprikosen zurückgreifen. Diese kleinwüchsigen Aprikosen eignen sich zudem bestens für die Pflanzung im Topf. Trotz ihrer geringen Größe sind sie ebenso ertragreich. Die Sorte ‚Garden Aprigold‘ ist ein hervorragendes Beispiel. Mit einer Höhe von 1 m und einer Breite von 60 cm findet sie selbst auf kleinstem Raum Platz. Diese in den USA gezüchtete Sorte trägt geschmacklich hervorragende Aprikosen mit goldgelber Schale und orangefarbenem Fruchtfleisch. Die Früchte erreichen einen Durchmesser von 5 cm.

Auswahl an Aprikosensorten

Die Sorte ‚Garden Aprigold‘ lässt sich auf einem Balkon oder einer Terrasse bestens im Topf kultivieren

Aus der neuen bretonischen Fruit-me®-Serie zeichnet sich ‚Apricot me‘ durch ihren frühen Ertrag bereits im ersten Jahr und ihre kompakte Größe aus: 2 m hoch und 1,50 m breit. Trotz ihrer geringen Größe trägt diese Aprikose große, orangerote Früchte mit festem, saftigem Fruchtfleisch.

Die Sorte ‚Compacta‘ lässt kaum Zweifel an ihrer Wuchsform. Diese Zwergaprikose wird 2 m hoch und 1,50 m breit und erweist sich als sehr ertragreich. Sie lässt sich problemlos im Kübel kultivieren und benötigt kaum einen Rückschnitt. Die Zwergform der Aprikose, ‚Nanum‘ oder ‚Nana‘, eignet sich ebenfalls bestens für die Topfkultur auf einem großen Balkon oder einer Terrasse. Ausgewachsen erreicht sie eine Höhe von 3 m und eine Breite von 2,50 m. Ihre frühe Blüte empfiehlt sie eher für Regionen mit mildem Klima.

Je nach Geschmack und Verwendung der Früchte

In einen saftig-süßen Aprikosen zu beißen, ist ein wahres Geschmackserlebnis. So verdankt die Sorte ‘Bergeron’ ihre Beliebtheit ihren großen Früchten mit leicht säuerlichem Geschmack und festem Fruchtfleisch. Diese Aprikose schmeckt frisch, eignet sich aber auch zum Einmachen und Backen. Eine weitere Aprikosensorte mit leicht säuerlichen Früchten ist ‘Goldrich’, eine amerikanische Züchtung aus dem Jahr 1954. Die Aprikosen von ‘Goldrich’ sind groß, etwas länglich, sehr saftig und gut zum Kochen geeignet.

Die Aprikosen von ‘Bulida’ haben festes Fruchtfleisch. Das gilt auch für die Früchte der Sorte ‘Hargrand’, die teilweise selbstfruchtbar ist und daher eine weitere Befruchtersorte benötigt. Ihr orangefarbenes Fruchtfleisch ist fest, süß und von hervorragender Qualität.

Auch das Fruchtfleisch der Sorte ‘Polonais’ zeichnet sich durch seinen Geschmack aus. Es ist fein, zart schmelzend, saftig und sehr aromatisch. Allerdings ist es empfindlich. Auch die Aprikosen der Sorte ‘Rouge du Roussillon’ sind empfindlich und daher nur kurz lagerfähig. Dafür überzeugt ihr schmelzendes, aromatisches und süßes Fruchtfleisch. Diese Aprikosen eignen sich hervorragend für Marmeladen und Torten. Zum Backen oder Frischverzehr bietet sich auch die Sorte ‘Précoce de Saumur’ an. Sie trägt mittelgroße, orangefarbene Früchte mit wenig saftigem, aber süßem und aromatischem Fruchtfleisch.

abricotier choix de variétés

Je nach Sorte ist das Fruchtfleisch der Aprikosen mehr oder weniger säuerlich, schmelzend oder aromatisch

Zum Abschluss dieser Auswahl kommt die Aprikose ‘Pêche de Nancy’ wie gerufen. Diese sehr alte Sorte trägt große, ovale Früchte mit orangefarbener Schale, die auf der Sonnenseite mit karminroten Punkten übersät ist. Ihr fast gelbes Fruchtfleisch ist saftig, süß und muskatartig aromatisch. Vor allem ist es sehr zart und lässt sich dadurch leicht vom Kern lösen.

Je nach Produktivität

Wenn Ertrag entscheidend ist, sind ‘Polonais’ und ‘Rouge du Roussillon’ besonders produktiv. Auch ‘Royal’, aus ‘Pêche de Nancy’, bringt viele große, runde, gelbe, rot gesprenkelte Früchte mit weichem, schmelzendem Fruchtfleisch hervor – ideal zum Einkochen.

Ebenfalls ertragreich ist die spanische Sorte ‘Canino’. Sie trägt große, längliche, 4,5 bis 5,5 cm dicke, orangegelbe Früchte mit süßem, saftigem, aromatischem Fruchtfleisch.

abricotier choix des variétés

Für Regionen mit milden Wintern geeignet, ist ‘Rouge du Roussillon’ besonders ertragreich.

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